Neue Schweißtechnik verbilligt Minireaktoren
Das britische Stahlunternehmen Sheffield Forgemasters hat eine neuartige Technik zur kostengünstigen Herstellung von Druckbehältern für kleine Atomkraftwerke, sogenannte Small Module Reactors (SMR) mit einer Leistung von höchstens 400 Megawatt, entwickelt. SMRs erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Es gibt sie unter anderem in Rumänien und Südkorea sowie in den Niederlanden und vor allem im Vereinigten Königreich.
Der Behälter, der aus Stahl mit einer Wanddicke von 20 Zentimetern besteht, wird aus mehreren Teilen zusammengebaut, die miteinander verschweißt sind. Das muss mit besonderer Sorgfalt geschehen, denn die kleinste Unregelmäßigkeit könnte später zur nuklearen Katastrophe führen. Normalerweise dauert ein solcher Schweißvorgang rund zwölf Monate, weil die Nähte nach und nach gelegt und geprüft werden müssen. Sheffield Forgemasters schafft das Pensum in 24 Stunden.
Die extreme Beschleunigung des Schweißprozesses gelingt mit dem sogenannten Local Electron-Beam Welding (LEBW), das im Vakuum stattfindet. Eine Hochleistung-Elektronenkanone verflüssigt die Nahtstelle äußerst gleichmäßig, sodass sich die beiden Bauteile innig miteinander verbinden. Fehlstellen gibt es nicht. Der Prozess läuft vollautomatisch ab.
Das Verfahren ist Meilenstein für den britischen Nuklearsektor, der jahrzehntelang im Dornröschenschlaf lag und jetzt nach dem Willen der Regierung in London energisch wiederbelebt werden soll. Bis 2050 sollen auf der Insel neue Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 24 Gigawatt gebaut werden. Das ist fast fünfmal mehr als die Leistung aller Kernkraftwerke des Landes, die heute in Betrieb sind. Unter anderem sind 15 SMRs geplant, die Rolls-Royce bauen soll. (pte)
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