Bio-Computer weist Krankheitserreger nach| WOTech Technical Media

Bio-Computer weist Krankheitserreger nach

Die Forscher der Pompeu Fabra University haben einen lebendigen Computer entwickelt, der speziell dem Nachweis biologischer Marker dient, beispielsweise solcher, die auf das Vorhandensein einer Krankheit hinweisen. Es ist gewissermaßen ein biologischer Computer.

Sira Mogas-Díez, Eva Gonzalez-Flo und Javier Macía haben biologische Rezeptoren eingesetzt, die den Nachweis biologischer Signale ermöglichen. Sie haben sie mithilfe der synthetischen Biologie so modifiziert, dass sie eine Antwort gemäß den von ihnen nachgewiesenen Informationen geben. Den biologischen Computer produzieren sie, indem sie mit einem Stempel lebende Zellen auf Papier übertragen. Diese komplettieren sie zu einem Gerät, das von Laien bedient und außerhalb des Labors eingesetzt werden kann.

Den Wissenschaftlern nach lässt sich das Gerät industriell mit geringen Kosten herstellen. Heute genutzte Computer böten zwar eine hohe Rechenleistung. Zum Nachweis biologischer Marker seien sie jedoch nur bedingt geeignet. Im Grunde produzieren die Experten verschiedene biologische Computer, indem sie Tinten mit unterschiedlichen Zelltypen verwenden.

Jede ist in der Lage, einen bestimmten Marker zu erkennen und ihn zu benennen. Die biologischen Sensoren einschließlich Auswerte-Einheit lassen sich über mehrere Tage im Kühlschrank lagern, ohne dass sie ihre Funktion einbüßen. Sie lassen sich sogar einfrieren und so über einen längeren Zeitraum verfügbar halten, weil die Zellen mit einer Art Frostschutz ausgestattet sind.

Quecksilber und Cholera nachweisbar

Die Forscher haben unterschiedliche Nachweissysteme entwickelt, darunter eines für Quecksilber. Die verdächtige Flüssigkeit wird auf das mit lebenden Zellen bedruckte Papier geträufelt. Je nach Höhe der Konzentration des Schwermetalls erscheinen dann Punkte, die mit bloßem Auge erkennbar sind. Ein zweiter Sensor ist für den Nachweis von Choleraerregern gedacht. Da er so billig in der Herstellung ist, könnte er in ärmeren Regionen eingesetzt werden, in denen es oft keine zuverlässige Quelle für sauberes Trinkwasser gibt. (pte)

http://upf.edu

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