Chromschichten – Hartverchromung
Neben der dekorativen Verchromung, wie sie vor allem im Bereich der Automobil- oder Sanitärindustrie sehr gefragt ist, ist der zweite große Bereich der galvanischen Chromabscheidung der der Hartverchromung. Hartchromschichten dienen als Verschleiß- und Korrosionsschutz von hochbelasteten Grundwerkstoffen, vorrangig von Stählen, und sind beispielsweise für Hydraulikteile, Walzen für die Papierindustrie oder Metallverarbeitung sowie für Werkzeugteile in der Textilerzeugung derzeit unabdingbar. Die Abscheidung von Hartchromschichten erfolgt ebenfalls aus Elektrolyten auf Basis von sechswertigem Chrom, mit modifizierten Arbeitsparametern. Die hergestellten Schichtdicken richten sich nach den Beanspruchungen in Bezug auf Verschleiß und Korrosion sowie danach, ob die Oberfläche beispielsweise durch Schleifen und Polieren zusätzlich mechanisch bearbeitet werden muss. Üblich sind Schichtdicken zwischen etwa 20 µm und mehr als 1000 µm.
Walze, hartverchromt und mechanisch auf Hochglanz poliert / Bildquelle: LKS
Insbesondere wenn die aufgebrachten Chromschichten mechanisch geschliffen und polierte werden sollen, sind höhere Dicken (z. B. mehr als 100 µm) sinnvoll. Bei dickeren Chromschichten (größer als etwa 50 µm) ist damit zu rechnen, dass die Rauheit zunimmt, beziehungsweise auch Auswüchse (Knospen) entstehen können. Ist bei solchen dicken Chromschichten für den Einsatz eine geringe Rauheit (hohe Ebenheit) gefordert, so kann das mechanischen Schleifen und Polieren unumgänglich sein.
Hartchromschichten können durch die mechanische Nachbearbeitung den selben Glanz bzw. die selbe geringe Rauheit aufweisen wie dekorative Glanzchromschichten. Die Unterscheidung richtet sich deshalb nicht nach dem visuellen Erscheinungsbild, sondern nach den vorrangigen Anforderungen an die Chromschichten.