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Fachwörter-Lexikon

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Sinterteile, Herstellung

Die Herstellung der Werkstücke erfolgt in mehreren Fertigungsstufen: Pulverherstellung durch Verdüsen oder Zerstäuben von Metallschmelzen, Pulvermischen in der gewünschten Materialzusammensetzung (ev. Zugabe eines Gleitmittels, z. B. Stearin, Pressen unter hohem Druck (Zusammenhalt durch Adhäsion, mechanische Verklammerung). Beim Pressen werden die Pulverteilchen an den Berührungsstellen kaltverfestigt. Beim anschließenden Sintern (Glühenverfahren) der gepressten Metallpulverteilchen entsteht durch Diffusion und Rekristallisation ein zusammenhängendes Kristallgefüge. Durch Kalibrieren (nachpressen) erreichen die Werkstücke eine meist ausreichende Maßgenauigkeit und Oberflächengüte.

Vergüten und Anlassen

Nach DIN EN 10 052 versteht man unter Anlassen das Erwärmen eines martensitisch gehärteten Stahls auf eine Temperatur unter Gitterumwandlungstemperatur GSK-Linie, das Halten bei dieser Temperatur und das zweckentsprechende langsame Abkühlen (Glühverfahren).

Man unterscheidet das:
Anlassen auf niedrige Temperaturen (etwa 100 °C bis 250 °C) mit dem Ziel der Verminderung der Sprödigkeit und dem Abbau innerer Spannungen. Behandelt werden auf diese Weise insbesondere gehärtete unlegierte und legierte Kaltarbeitsstähle, gehärtete niedriglegierte Warmarbeitsstähle (NiCrMoV-Sorten) und Wälzlagerstähle (durchhärtende Sorten).
Anlassen auf höhere Temperaturen (etwa 500 °C bis 680 °C) mit dem Ziel der Verbesserung der Zähigkeit. Erreicht wird ein Optimales Verhältnis zwischen Festigkeit und Zähigkeit. Dieses sogenannte Vergüten wird insbesondere bei Bau und Konstruktionsstähle (vergütbare Sorten) und Wälzlagerstähle (vergütbare Sorten) eingesetzt.
Anlassen auf höhere Temperaturen (etwa 500 °C bis 650 °C) mit dem Ziel der Verbesserung der Warmhärte und Warmfestigkeit sowie der Verschleißbeständigkeit (Sekundärhärtung). Behandelt werden auf diese Weise insbesondere hochlegierte Warmarbeitsstähle (CrMoV-Sorten), Schnellarbeitsstähle und Wälzlagerstähle (warmharte Sorten).

Bei den legierten Stählen wird das Anlassverhalten in charakteristischer Weise verändert. Abhängig von der Art der Legierungselemente (nicht carbidbildend wie z. B. Si, Ni oder Mn beziehungsweise carbidbildend wie z.B. Cr, Mo, V, Ti oder W) tritt ein verzögerter Härteabfall oder sogar ein Wiederanstieg der Härte ein.
Die carbidbildenden Legierungselemente wie Cr, Mo, V, Ti und W verschieben einerseits den Härteabfall zu höheren Temperaturen und andererseits bewirken sie bei Anlasstemperaturen zwischen 400 °C und 600 °C einen Wiederan­stieg der Festigkeit und der Härte. Dieser Effekt wird als Sekundärhärtung bezeichnet und bei­spielsweise bei den Schnellarbeitsstählen sowie bei vielen Warmarbeitsstählen, die bei Ar­beitstemperaturen bis 600°C noch nicht erwei­chen dürfen, genutzt. Der Effekt der Sekundärhärtung beruht auf einer fein verteilten Ausscheidung von härtesteigernden, thermisch stabilen Sondercarbiden, wie z. B. Mo2C, V4C3,TiC oder W2C.

Eisenschichten

Eisen wird immer dann abgeschieden, wenn das Metall in einer hohen Reinheit benötigt wird. Die Schichten bestehen (je nach verwendetem Elektrolyttyp) aus bis zu 99,996 % Eisen. Sie sind gut verformbar, allerdings nicht korrosions- und oxidationsbeständig. Sie eignen sich aus diesem Grund nur zu technischen Zwecken und sollten mit einem zusätzlichen Korrosionsschutz versehen werden. Da die Schichten spannungsarm und duktil sind, lassen sie sich in hohen Schichtdicken abscheiden und kommen beispielsweise zu Reparaturzwecken oder für das Galvanoforming zum Einsatz.

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