Oberflächenbehandlung Fächwort-Lexikon | WOTech-Technical-Media.de

Nichtrostende Stähle, Korrosion

Die gute Beständigkeit der nichtrostenden Stähle ist auf die Anwesenheit einer dichten, zähen, festanhaftenden und sehr dünnen (etwa 1 nm bis 20 nm) Oxidschicht beziehungsweise adsorbtiv gebundenen Sauerstoffschicht auf der Stahloberfläche zurückzuführen. Sie bildet sich auf Stahloberflächen in Anwesenheit von Sauerstoff bei Chromgehalten über 12 %. Da diese Oxid- beziehungsweise Sauerstoffschichten das in Lösung Gehen der Metallionen verhindern, verhält sich der Stahl aus elektrochemischer Sicht passiv. Dementsprechend werden diese Schutzschichten auch als Passivschichten bezeichnet. Eine Verletzung führt in Anwesenheit von Sauerstoff sofort zur Selbstausheilung (Repassivierung). Auch andere Metalle wie Aluminium, Titan, Nickel, Chrom und teilweise auch Kupfer bilden ähnliche, das Korrosionsverhalten deutlich verbessernde Schutzschichten aus. Die nichtrostenden Stähle können unter bestimmen Voraussetzungen ihre Korrosionsresistenz verlieren. Dies ist beispielsweise bei erhöhter Oberflächenrauheit der Fall, da sich keine geschlossene Passivschicht mehr ausbilden kann, oder falls das Chrom nicht mehr homogen im Kristallgitter des Eisens verteilt ist (z. B. durch Chromcarbidbildung nach dem Schweißen). Besonders gefährliche Formen der Korrosion sind dabei die Lochkorrosion, die auch als Kornzerfall bezeichnete interkristalline Korrosion und die Spannungsrisskorrosion.

Links zu diesem Artikel

Top