Handwerk als Basis moderner Fertigungstechniken

Werkstoffe 08. 08. 2026

Vor einigen Tagen wurde aus dem Kreis der deutschen Industrie- und Handelskammern ein verstärktes Interesse an Ausbildungen in Berufen vermeldet, die dem Handwerk zugeordnet werden. Dieser Trend darf durchaus als eine hoffnungsvolle, vorsichtige Wendung bezeichnet werden, da seit Jahren viele klassische Handwerksberufe unter Nachwuchsmangel leiden. Als Grund für diesen Trend wird unter anderem genannt, dass viele Tätigkeiten des täglichen Lebens unentbehrlich sind. Sie können zudem nur eingeschränkt von Maschinen oder gar künstlicher Intelligenz ersetzt werden. Ein anderer Grund ist die aktuelle Schwäche der Großindustrie, allen voran der Automobilindustrie mit ihren täglichen Meldungen über den drastischen Abbau von Arbeitsplätzen.

Auch die Oberflächentechnik ist eine der Berufsgruppen, die stark von praktischen Tätigkeiten und praktischen Fähigkeiten geprägt ist. Zwar unterliegt sie seit Jahren einem erkennbaren Wandel zu neuen Arten der Oberflächenbearbeitung, beispielsweise unter Einsatz der Lasertechnik oder der Beschichtung durch unterschiedliche Arten der Vakuum- oder Plasmatechnik. Doch auch diese Verfahren erfordern Menschen mit praktischen Fähig­keiten, die die modernen Bearbeitungsmethoden optimal anwenden und einsetzen.

Vor diesem Hintergrund können die neuen Absolventen von Ausbildungsstätten der Galvano- und Oberflächentechnik zu ihrer Berufswahl beglückwünscht werden, wie beispielsweise den Absolventen der Technikerschule in Schwäbisch Gmünd (Beitrag Seite 32). Sie sind die Spezialisten der Zukunft, die dafür sorgen, dass Innovationen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie der Hersteller von Anlagen und Verfahren zu den bestmöglichen Produkten führen. Sie sind es im Übrigen auch, die sich mit den Möglichkeiten und Grenzen von Messverfahren wie der Röntgenfluoreszenz befassen (Beitrag Seite 7ff), um die Funktionsfähigkeit von galvanischen Schichten auf Bandmaterial zu optimieren. Diese wiederum ist erforderlich, um die Leistungsfähigkeit der modernen Datentechnik zu ermöglichen, denn auch die künstliche Intelligenz kommt ohne eine leistungsfähige Hardware nicht aus. Mit dem Trend zum Erhalt wichtiger Berufe für die Herstellung unterschiedlichster Produkte wird auch die Forderung aus Politik und Gesellschaft zur Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Souveränität unterstrichen – und sicher gibt es noch weitere Argumente für eine Anpassung der Ausbildung an die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse unserer Gesellschaft.

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