TU Chemnitz: Internationalisierung und moderne Lehrkonzepte

Werkstoffe 05. 11. 2018
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Die englischsprachige Vorlesungsreihe Surface and Interface Engineering bei der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik (WOT) der Technischen Universität Chemnitz erzielt von Jahr zu Jahr wachsenden Zuspruch bei Studentinnen und Studenten aus aller Welt.

Die TU Chemnitz kann bundesweit auf einen der höchsten Anteile ­internationaler Studierender verweisen und ist nach ihren Angaben zugleich die internationalste Universität in Sachsen. Die Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik begreift ­diese Herausforderung als Chance und hat für die Ingenieur/innen und Naturwissenschaftler/innen von morgen die englischsprachige Vorlesung Surface and Interface Engineering ins Leben gerufen, die sich wachsenden Zuspruchs erfreut. Um dem eigenen Anspruch auf eine inhaltlich hochwertige und gleichzeitig didaktisch zeitgemäße Lehre gerecht zu werden, kommen in den Lehrveranstaltungen der Professur verstärkt interaktive Abstimmungssysteme zum Einsatz, die von den Studierenden hervorragend angenommen werden und den Lernerfolg messbar verbessern.

Die Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik (WOT) der Technischen Universität Chemnitz bietet neben der über viele Jahre gewachsenen Lehrveranstaltung Oberflächentechnik/Beschichtungstechnik seit 2016 auch die englischsprachige ­Vorlesungsreihe Surface and Interface Engineering an. Die Teilnehmerzahl steigt von Jahr zu Jahr deutlich, sodass im Sommersemester 2018 bereits über 90 Studentinnen und Studenten aus aller Welt begrüßt werden konnten. Neben Studierenden aus der Fakultät für Maschinenbau ist dabei auch ein starker Zulauf aus der naturwissenschaftlichen Fakultät zu verzeichnen.

In Vorlesungen und Seminaren werden die Grundlagen der wichtigsten Oberflächenbeschichtungs- und -behandlungsverfahren vermittelt und der Bezug zu verschiedenen Anwendungsfeldern aufgezeigt. Der Lehrstoff umfasst sämtliche ­praxisrelevante Prozesse. Hierzu zählen das elektrolytische und chemische Beschichten, das Anodisieren, Phosphatieren, Chromatieren, Brünieren, Lackieren, Thermisches Spritzen, Auftragsschweißen, CVD und PVD, Emaillieren, Sol-Gel-Verfahren, mechanische Oberflächenbehandlung sowie verschiedene Kombinationen der genannten Prozesse. Damit wird das Spektrum von der Dünn- bis zur Dickschichttechnik abgedeckt. Neben den chemisch-physikalischen und technischen Grundlagen sowie Anwendungsbeispielen werden die Potenziale und Grenzen der einzelnen Prozesse aufgezeigt, wodurch die Studierenden befähigt werden, im späteren Berufsleben geeignete Verfahren auszuwählen und anzuwenden.

Lernerfolgskontrolle in ­Echtzeit mit modernen ­interaktiven ­Abstimmungssystemen

In diesen Vorlesungen und Seminaren setzen die Lehrenden verstärkt auf moderne interaktive Abstimmungssysteme (sogenannte Clicker), mit deren Hilfe sowohl die Studierenden als auch die Dozenten unmittelbar überprüfen können, ob der Lehrstoff verstanden wurde. Hierfür integriert der Lehrende in regelmäßigen Abständen Multiple Choice-Fragen in den Foliensatz, die einen direkten Bezug zum gerade behandelten Thema haben oder Schwerpunkte der vergangenen Lehreinheiten erneut aufgreifen und vertiefen. Nachdem alle Studierenden mithilfe ihres Clickers abgestimmt haben, wird das anonymisierte Abstimmungsergebnis sofort angezeigt und gemeinsam ausgewertet. Dies eröffnet die Möglichkeit, ad hoc auf eventuelle Verständnisdefizite einzugehen und offene Fragen zu beantworten.

Ergänzt wird die Lehrveranstaltung durch anschauliche Praktika, in denen die Studenten in kleineren Gruppen im institutseigenen Labor Erfahrungen mit ausgewählten Galvano- und Oberflächentechnikverfahren sammeln können. Eine merkliche Verbesserung des Notendurchschnitts, die sehr guten Evaluationsergebnisse der Lehrveranstaltungen und die daraus resultierende, starke Nachfrage nach Themen für studentische Arbeiten sind ein deutlicher Indikator für den Erfolg dieses Lehrkonzepts.

Für Shreyas Hebbar, indischer Masterstudent im Studiengang Advanced Functional Materialsgehören die Forschung und Lehre an der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik zu den besten der TU Chemnitz. Die Lehrveranstaltung Surface and Interface Engineering fand er sehr interessant, da sich der Lehrstoff an praxisnahen Anwendungen, Herausforderungen und Szenarios orientiert. Besonders gefiel ihm die Kombination aus Vorlesungen und Praktika, die von Experten des jeweiligen Themengebiets präsentiert wurden. Der logische Aufbau des Vorlesungsstoffs erleichterte das Erlernen und Verinnerlichen der Lehrinhalte. Auch Adriana de Andrade, venezolanische Masterstudentin im Studiengang Advanced Functional Materialshat der Besuch der Vorlesungsreihe Surface and Interface Engineering großen Spaß gemacht. Jedes der behandelten Themen sei von Experten des jeweiligen Fachgebiets auf eine sehr gut verständliche Art und Weise präsentiert worden. Deshalb hat sie sich anschließend dazu entschlossen, ihre Projektarbeit an der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik zu schreiben. Egal, ob Techniker, Wissenschaftler oder Professor – die Unterstützung von allen Seiten war unglaublich, sagt Adriana de Andrade.

  • www.tu-chemnitz.de/mb/WOT/

Text zum Titelbild: WOT-Mitarbeiter Frank Simchen mit Studierenden an der institutseigenen Galvanik-Laboranlage(©TU Chemnitz)

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