Fachwörter-Lexikon
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Atmosphärendruckplasma - Kunststofftechnik
Zur Verbesserung der Haftung zwischen Gummi-Metall und Kunststoff-Metall im Hybrid-Spritzguss werden haftungsaktive Nanobeschichtungen auf die Metalloberfläche aufgebracht, anschließend wird die Kunststoffkomponente an die Oberfläche angespritzt. Die Abscheidung haftvermittelnder Schichten kann zukünftig zum Beispiel im Automobilbau lösungsmittelhaltige Primer ersetzen.
Die Plasmaschicht kann auch als universelle Trennschicht für Spritzgusswerkzeuge eingesetzt werden. Für eine Vielzahl unterschiedlicher Spritzgussmaterialien auf Polymer- und Kautschukbasis bietet sie ausgezeichnete Trenneigenschaften. Der Anti-Haftungseffekt entsteht allein durch die Plasmapolymerisation auf der Werkzeugoberfläche. Nasschemische Trennmittel werden durch das Verfahren komplett ersetzt und auch der Ausbau der Form zur Neubeschichtung entfällt, denn abgenutzte Schichten brauchen nicht mehr entfernt werden. Die neue Schicht kann direkt auf die eingebaute Form aufgebracht werden.
Nickelschichten – chemisch abgeschieden
Eine weitere wichtige Nickelbeschichtung ist das stromlos abgeschiedene Nickel, das vorwiegend (systembedingt) mit Phosphor legiert ist. Daneben wird (relativ selten) auch Nickel mit Bor als Legierungselement angeboten. Die chemische Abscheidung arbeitet ohne äußeren Strom (daher auch die zweite Bezeichnung außenstromlose Abscheidung). Der Ladungsaustausch erfolgt direkt an der zu beschichtenden Oberfläche des Grundwerkstoffes durch Übergang von elektrischen Ladungen von einem Reduktionsmittel (z.B. Natriumhypophosphid) auf das gelöste Nickelion. Das entstehende Nickelmetall bildet auf der Oberfläche den Metallfilm wobei Phosphor aus dem Reduktionsmittel mit in die Schicht eingebaut wird. Dieser Reduktionsvorgang läuft an allen Bereiche des zu beschichtenden Grundmaterials in gleichem Umfang ab (solange der Elektrolyt überall die selbe Zusammensetzung hat, die durch eine Umwälzung im Elektrolyten gewährleistet ist) und in der Folge ist die Geschwindigkeit des Schichtaufbaus auf der gesamten Oberfläche gleich.

Chemisch vernickelter Formeinsatz mit Hochglanzpolitur / Bildquelle: NovoPlan
Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde, Definition und Einsatz
Kombination von mindestens zwei Werkstoffen aus gleichen oder unterschiedlichen Werkstoffgruppen mit dem Ziel, mechanische oder physikalische Eigenschaften zu erreichen, die mit einem Werkstoff nicht oder nur unter wesentlich höherem Aufwand möglich sind. Sie werden häufig dort eingesetzt, wo eine Verbesserung bestimmter Eigenschaften von konventionellen Werkstoffen nicht mehr möglich ist. Die Komponenten der Verbunde werden so ausgewählt, dass sie nur im Bereich ihrer herausragenden Eigenschaften beansprucht werden. Ihr Einsatz führt zu einer optimalen Nutzung unterschiedlicher Werkstoffeigenschaften, Material und Energieeinsparung (Leichtbau) und damit Kosteneinsparung.