Wolfram: Dual-Use als Waffe im Rohstoffkrieg| WOTech Technical Media

Wolfram: Dual-Use als Waffe im Rohstoffkrieg

Während Silber und Seltene Erden im Rohstoffkrieg zwischen China und den USA die Schlagzeilen dominieren, fristet Wolfram ein Schattendasein. Dabei ist das Metall für viele Technologien essenziell. China hat bereits die Exportkontrollen verschärft. Der Westen setzt auf wenige neue Vorkommen, darunter auch das Tennessee Mountain-Projekt von American Tungsten & Antimony in Nevada.

Wolfram: das außergewöhnliche Metall

Während viele Investoren auf Gold, Silber und Seltene Erden blicken, wird die Bedeutung von Wolfram (eng. / frz.: Tungsten) oft unterschätzt. Das Metall mit der Ordnungszahl 74 ist außergewöhnlich und in der modernen Industrie und Hochtechnologie inzwischen unverzichtbar. Und das liegt an seinen Eigenschaften: Mit 3422 °C besitzt es den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle und ist zudem sehr hart und spröde – fast so hart wie ein Diamant. Dementsprechend reicht das Einsatzfeld von Werkzeugen für die Metallbearbeitung, über Bohrköpfe im Bergbau bis zu Anwendungen in Luft- und Raumfahrt sowie beim Militär (Wuchtmunition). In vielen Bereichen gibt es für Wolfram keinen adäquaten Ersatz.

China zieht die Daumenschrauben an

Allerdings sind die weltweiten Reserven geografisch stark konzentriert, was Wolfram für die Vereinigten Staaten wie die Europäische Union zu einem kritischen Rohstoff macht. Aktuell ist China mit rund 80 % Weltmarktanteil der mit Abstand größte Produzent; es folgen Vietnam und Russland. In der westlichen Welt finden sich nur in Kanada, Österreich und den USA nennenswerte Vorkommen. China hat bereits 2025 als Reaktion auf neue US-Zölle mit Exportbeschränkungen für Wolfram reagiert. So müssen seit Februar 2025 die Ausfuhr von Wolfram sowie bestimmten Wolframverbindungen (z. B. Wolframcarbid, Wolframlegierungen) vom Handelsministerium (MOFCOM) in Beijing genehmigt werden. Zudem wurde das Metall als Dual-Use-Gut eigestuft, sprich: es kann zivil wie militärisch genutzt werden. Exporteure müssen nun detaillierte Lizenzen beantragen, was oft mit der Vorlage von Endverbleibserklärungen der Käufer verbunden ist. Das setzt vor allem die vielen Militärunternehmen im Westen unter Druck, die auf stabile Lieferbeziehungen angewiesen sind. Ebenso wie bei Antimon und Silber (seit 1. Januar 2026) nutzt also China seine Marktmacht aus, um im Handelskonflikt mit den USA die amerikanischen Sanktionen parieren zu können.

Wolfram-Exploration in Nevada

Dennoch gibt es nun vor allem von den Vereinigten Staaten Bestrebungen, eine eigene Lieferkette unabhängig von China aufzubauen. Dazu wird viel Geld von der US-Regierung in die Hand genommen und teilweise direkt in Unternehmen wie Lithium Americas (Lithium) oder MP Materials (Seltene Erden) investiert. Auch bei Wolfram ist dies denkbar, denn es gibt selbst in den Staaten nur wenigen bekannte Lagerstätten. Eine davon wird von dem Unternehmen American Tungsten & Antimony (AU0000445603). Die Australier konzentrieren sich auf die Exploration und Entwicklung von strategisch wichtigen Metallen in den USA, um eine konfliktfreie und vertikal integrierte Versorgung für westliche Industrien sicherzustellen. American Tungsten & Antimony hat nun für sein Wolfram-Projekt Tennessee Mountain ein Diamantbohrprogramm beschlossen und eine entsprechende Absichtserklärung bei den Behörden eingereicht. Das Ziel der Bohrungen ist die Bestätigung historischer hochgradiger Wolfram-Mineralisierungen und die Prüfung der geologischen Kontinuität. So soll zügig eine erste moderne Ressourcenschätzung nach dem anerkannten australischen Jorc-Standard veröffentlicht werden.

Die historischen Daten früherer Bohrungen, die unter anderem aus den 1950ern und 1970ern stammen, zeigten beachtliche Werte: So wurde damals 24,9 Meter mit 0,65 % Wolframtrioxid (WO₃) ab einer Tiefe von 7,68 Metern nachgewiesen. Darin enthalten ist ein Abschnitt über 2,13 Meter mit 2,06 % WO₃. Die historischen Bohrungen haben einen weiteren Vorteil: Da das Gebiet bereits durch früheren Bergbauarbeiten und Grabungen vorbelastet ist, erwartet das Unternehmen ein schnelleres Genehmigungsverfahren und geringere Umweltauswirkungen. Tennessee Mountain wird generell als ein großflächiges Wolfram-Molybdän-Skarn-System eingeordnet, dass sich über eine Länge von mehr als 5 km erstreckt. Insofern bietet die Liegenschaft viel Raum für eine ausgiebige Exploration. Da es nur eines der wenigen Wolframprojekte in der westlichen Welt ist, dürfte American Tungsten & Antimony bei entsprechenden Bohrerfolgen die Aufmerksamkeit der Börsen sicher sein.

Neben dem Wolfram-Projekt in Nevada entwickelt American Tungsten & Antimony außerdem in Utah das zu 100 % in seinem Besitz befindliche Antimony Canyon-Projekt. Auch hier bestätigen historische Arbeiten des U.S. Bureau of Mines nach dem Zweiten Weltkrieg eine weit verstreute Antimonmineralisierung auf einer Fläche von 5 mal 3 Kilometern. Das geschätzte Ressourcenziel beläuft sich auf über 15 Millionen Tonnen mit einem Antimongehalt zwischen 3 % und 15 %, wie das Unternehmen mitteilte. Jüngste Probenahmen ergaben Spitzenwerte von über 30 % Antimon. Zahlreiche historische Abbaustätten und Aufschlüsse deuten laut American Tungsten & Antimony darauf hin, dass sich die Mineralisierung über die derzeit definierten Gebiete hinaus erstreckt.

Auch für dieses Projekt plant American Tungsten & Antimony ein systematisches Explorationsprogramm. Das erste Ziel ist es, die historischen Daten zu bestätigen, das gesamte Ausmaß der Mineralisierung zu definieren und das Projekt in Richtung einer JORC-konformen Mineralressourcenschätzung voranzubringen. Zu den geplanten Aktivitäten gehören detaillierte geologische Kartierungen, Schürfungen, Kanalprobenahmen und gezielte Bohrungen in den vorrangigen Zonen.

Nicht zuletzt kann American Tungsten & Antimony mit einem hochgradigem Antimon-Projekt in Australien punkten. Dort besitzt es das Achilles Antimony Projekt in der Provinz New South Wales. Auf der Liegenschaft befindet sich das Wild Cattle Creek-Vorkommen. Es gilt als Australien höchstgradigstes, noch nicht entwickeltes Antimon-Projekt. Dafür besteht bereits eine JORC-konforme Ressource mit 1,52 Mio. Tonnen Erz, die 1,97 % Antimon beinhaltet. Das entspricht 29.902 Tonnen an Antimon. Zudem haben mehrere Bohrlöcher außerhalb der Ressource eine sehr hohe Konzentration mit bis zu 27,6 % Antimon gezeigt, die das weitere Potenzial demonstrieren. Ein weiterer Vorteil: Die Mineralisierung beginnt bereits an der Oberfläche und reicht bis in eine Tiefe von 300 Metern. Neben Antimon finden sich auch Gold und Wolfram in dem Vorkommen. American Tungsten & Antimony will als nächstes die Ressource vergrößern und eine neue Schätzung dafür vorlegen. Dieses Vorkommen gewinnt immer mehr an Bedeutung, nachdem die USA und Australien eine intensive Kooperation bei Rohstoffen beschlossen haben. Nach australischen Angaben sollen Projekte zur Rohstoffförderung mit einem Wert von bis zu 8,5 Mrd. US-Dollar angeschoben werden.

Symbole des Rohstoffkriegs

Dabei ist Antimon zu einem Symbol des aktuellen Rohstoffkriegs geworden, weil es strategisch für das Militär relevant ist. Antimon ist ein Halbmetall (Symbol Sb), das vor allem in Flammhemmern für Kunststoffe und Elektronik, in Legierungen für Munition und Batterien sowie in bestimmten Halbleiter und Sensorsystemen eingesetzt wird. Dadurch ist es sowohl für zivile Schlüsselindustrien als auch für die Rüstungsindustrie von strategischer Bedeutung. Die Nachfrage nimmt mit der Elektrifizierung, Energiewende und der zunehmenden Aufrüstung zu, während es kaum kurzfristig verfügbare Ersatzstoffe gibt, was Lieferausfälle sofort in Produktionsketten durchschlagen lässt. China kontrolliert mehr als zwei Drittel der weltweiten Antimonproduktion und ist mit Abstand der wichtigste Exporteur. Seit 2024/25 setzt Peking verstärkt auf Exportlizenzen und Kontingente für Antimon und andere strategische Metalle, um Lieferströme politisch steuern zu können. Die Ausfuhren chinesischen Antimons sind 2025 zeitweise deutlich eingebrochen, was als bewusstes politisch Signal verstanden wird.

Rohstoffkrieg und geopolitische Spannungen

Im Kontext des Handels und Technologiekonflikts zwischen China und dem von Zollpräsidenten Donald Trump geführten USA wird Antimon daher zunehmend als stille Waffe im Rohstoffkrieg beschrieben. Die Logik dahinter: Wer die Förderketten und Veredelungskapazitäten beherrscht, kann über Exportgenehmigungen und -verbote Druck auf Rivalen ausüben – ähnlich wie bei Seltenen Erden oder Gallium. Diese Instrumentalisierung von Rohstoffen verschiebt Konflikte von klassischen Militärfronten hin zu Industriestandorten, Lieferketten und Kapitalmärkten, wo schon Ankündigungen von Kontrollen Preise und Investitionsentscheidungen stark bewegen.

Reaktionen des Westens

Nun konnten sich Beijing und Washington immerhin auf ein Jahr Atempause einigen. So wird China keine Exportbeschränkungen für 12 Monate vornehmen. Wer das Kleingedruckte liest, wird aber stutzig. So will China weiterhin keine Rohstoffe exportieren, die für militärische Zwecke verwendet werden. Da die USA bei Antimon fast vollständig importabhängig sind, dürfte somit der Ausbau einer Lieferkette außerhalb Chinas auch bei Antimon weitergehen; insbesondere, weil der Ausgang der Verhandlungen in den kommenden 12 Monaten unklar ist. Europa diskutiert ähnlich über strategische Rohstoffpartnerschaften, Recycling und Lagerhaltung, hinkt bei konkreten Projekten aber den Nordamerikanern deutlich hinterher. Die temporäre Einigung jedenfalls ließ etwas Luft aus vielen gut gelaufenen Aktien mit Bezug zu Antimon, Gallium oder Seltene Erden. Dies bietet Chancen für Anleger, die sich langfristig in diesem Bereich positionieren wollen.

Antimon aus Utah

Hier kommen Unternehmen wie von American Tungsten & Antimony ins Spiel (AU0000046021). Das Unternehmen entwickelt das zu 100 % in seinem Besitz befindliche Antimony Canyon Project im US-Bundesstaat Utah. Historische Arbeiten des U.S. Bureau of Mines nach dem Zweiten Weltkrieg bestätigen eine weit verstreute Antimonmineralisierung auf einer Fläche von 5 mal 3 Kilometern. Das geschätzte Ressourcenziel beläuft sich auf über 15 Millionen Tonnen mit einem Antimongehalt zwischen 3 % und 15 %. Jüngste Probenahmen ergaben Spitzenwerte von über 30 % Antimon. Zahlreiche historische Abbaustätten und Aufschlüsse deuten laut von American Tungsten & Antimony darauf hin, dass sich die Mineralisierung über die derzeit definierten Gebiete hinaus erstreckt. „Die geologischen Bedingungen, günstige Muttergesteine, die strukturelle Komplexität und historische Bergbauaktivitäten deuten nach Informationen des Unternehmens allesamt auf ein erhebliches Potenzial für eine Ressourcenerweiterung durch moderne Explorationsmethoden hin.

Exploration steht bevor

American Tungsten & Antimony bereitet sich nun auf ein systematisches Explorationsprogramm in Antimony Canyon vor. Das Ziel ist es, die historischen Daten zu bestätigen, das gesamte Ausmaß der Mineralisierung zu definieren und das Projekt in Richtung einer JORC-konformen Mineralressourcenschätzung voranzubringen. Zu den geplanten Aktivitäten gehören detaillierte geologische Kartierungen, Schürfungen, Kanalprobenahmen und gezielte Bohrungen in den vorrangigen Zonen.

Antimonprojekt in Australien

Daneben besitzt American Tungsten & Antimony das Achilles Antimony Projekt in der Provinz New South Wales in Australien. Auf der Liegenschaft befindet sich das Wild Cattle Creek-Vorkommen. Es gilt als Australien höchstgradigstes, noch nicht entwickeltes Antimon-Projekt. Dafür besteht bereits eine JORC-konforme Ressource mit 1,52 Mio. Tonnen Erz, die 1,97 % Antimon beinhaltet. Das entspricht 29.902 Tonnen an Antimon. Zudem haben mehrere Bohrlöcher außerhalb der Ressource eine sehr hohe Konzentration mit bis zu 27,6 % Antimon gezeigt, die das weitere Potenzial demonstrieren. Ein weiterer Vorteil: Die Mineralisierung beginnt bereits an der Oberfläche und reicht bis in eine Tiefe von 300 Metern. Neben Antimon finden sich auch Gold und Wolfram in dem Vorkommen. American Tungsten & Antimony will als nächstes die Ressource vergrößern und eine neue Schätzung vorlegen. Dieses Vorkommen gewinnt deutlich an Bedeutung, nachdem die USA und Australien eine intensive Kooperation bei Rohstoffen beschlossen haben. Nach australischen Angaben sollen Projekte zur Rohstoffförderung mit einem Wert von bis zu 8,5 Mrd. US-Dollar angeschoben werden. Das Weiße Haus schätzt den Wert der abzubauenden Rohstoffe auf rund 53 Mrd. US-Dollar.

Quellen

-    US Geological Survey Übersicht Weltmarkt für Antimon: https://www.usgs.gov/centers/national-minerals-information-center/antimony-statistics-and-information#main-content 

-    China führt Exportkontrollen zu Antimon ein: https://www.gtai.de/de/trade/china/specials/china-fuehrt-ausfuhrgenehmigungen-fuer-antimon-ein-1814490

-    G7 wollen Abhängigkeit von China reduzieren: https://www.reuters.com/world/china/g7-weighs-price-floors-rare-earths-counter-chinas-dominance-sources-say-2025-09-24/

-    Preisentwicklung von Antimon an der Metallbörse in Shanghai:  https://www.metal.com/en/markets/14

-    USA und Australien beschließen weitreichende Kooperation im Rohstoffbereich: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/seltene-erden-usa-australien-china-100.html

 

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