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Schiffe: Stromleitende Farbe gegen Biofouling

Forscher der Flinders University, der University of South Australia und der Schiffbauer ASC haben einen Anstrich entwickelt, der das sogenannte Biofouling, die Anhaftung von pflanzlichem Material sowie Krebsen und anderen Meeresbewohnern an den Rümpfen von Schiffen, verhindert. Dies verspricht Reedern massive Einsparungen, da solche Schichten den Wasserwiderstand und damit den Treibstoffverbrauch erhöhen und bislang kostspielig entfernt werden müssen.

Voll ausgeprägtes Biofouling kann den Verbrauch von Schiffen um 40 Prozent erhöhen, so die Entwickler des Anstrichs. Zudem leide die Manövrierfähigkeit, Daher geben Schiffseigner weltweit jährlich Mrd. Dollar für das Entfernen der Schichten aus. Die vom australischen Verteidigungsministerium finanzierte Entwicklung verspricht nun wirksamen Schutz vor Biofouling und damit deutlich reduzierte Wartungskosten, zum Beispiel für Kriegsschiffe und U-Boote der australischen Marine.

Der neue Anstrich zeichnet sich dadurch aus, dass er elektrischen Strom leitet und die beschichtete Oberfläche somit elektrisch geladen sein kann. Mats Andersson, Professor für Nanowissenschaften und -technologie an der Flinders University, und Assistenzprofessorin Sophie Leterme waren überrascht, als sie die ersten Ergebnisse von Tests dieser Beschichtung im Unterwasserlabor von ASC sahen. Beschichtete Bauteile blieben vollkommen sauber, während an unbeschichteten noch Ablagerungen zu sehen waren.

Funktionstüchtigkeit gefährdet

aut Mikael Johansson, Materialentwickler bei ADC, beeinträchtige Biofouling in Schlüsselbereichen des Rumpfes die Funktionstüchtigkeit von Kriegsschiffen und U-Booten. Diese müssten regelmäßig zeitaufwendig und mit hohen Kosten beseitigt werden, weil die Gefahr besteht, dass die Einlässe für Kühlwasser durch Biofouling verstopfen. Diese werden für Motoren und Wassersysteme genutzt. "Dass die Einlässe nicht verstopfen, hat höchste Priorität", so Johansson.

Forscher der University of Sydney haben ebenfalls eine Anti-Fouling-Beschichtung entwickelt. Sie setzen auf einen Anstrich, der an der Oberfläche Runzeln im Nanomaßstab hat. Daran können sich weder Pflanzen noch Tiere festklammern, sie rutschen stattdessen ab wie Kinder auf einer Wasserrutsche. Auch der Essener Chemiekonzern Evonik http://evonik.de bietet einen Schutzlack. Dessen Material besteht aus einem Mix aus wasserabweisendem Silikon und einem hydrophilen Polymer. Dies signalisiert den Kleinstlebewesen, das sie darauf nicht siedeln können. (pte)

https://www.asc.com.au

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