Auf Spinatblatt-Rippen wachsen bald Steaks| WOTech Technical Media

Auf Spinatblatt-Rippen wachsen bald Steaks

Die Rippen von Spinatblättern dienen Forschern des Boston College (BC) als Gerüst für die Ansiedlung lebender Zellen aus Rindern. Ziel ist es, synthetisches, aber naturidentisches Fleisch zu züchten. Diese alternative Landwirtschaft hat das Potenzial, Fleisch zu produzieren, das die Struktur von traditionell angebautem Fleisch nachahmt und gleichzeitig den Land- und Wasserbedarf minimiert, so BC-Forscher Glenn Gaudette.

Das Team, zu dem auch Jordan Jones und Alex Rebello, Absolventen der Privatuniversität Worcester Polytechnic Institute gehören, hatte die Pflanzenzellen aus dem Spinatblatt entfernt und nutzte das verbleibende Gefäßgerüst, um Fleischzellen anzusiedeln und zu züchten. Die Zellen blieben bis zu 14 Tage lebensfähig und entwickelten sich zu Muskelmasse. Das reicht allerdings noch nicht aus, um Fleisch zu ersetzen. "Wir müssen mehr Zellen kultivieren, um ein dickeres Steak zu bekommen", so Biomediziner Gaudette.

"Unser Ziel war es, ein essbares Gerüst zu finden, an das sich die tierischen Zellen klammern können", sagt Gaudette. Sonst könnten sie nicht wachsen. "Im Labor nehmen wir Gerüste aus Kunststoff. Doch der ist bekanntlich nicht essbar." Spinat erwies sich als geeignet, doch die Forscher experimentieren auch mit anderen Gemüsepflanzen. Außerdem denken sie daran, auch andere Tierzellen und sogar Fisch zu züchten. "Wir brauchen umweltfreundliche und ethisch vertretbare Wege, um Fleisch herzustellen und so die wachsende Bevölkerung zu ernähren", meint Gaudette.

Heute Pilze und Gemüsesorten

Fleischersatz wird heute beispielsweise aus festfleischigen Pilzen und Gemüsesorten wie Austernsaitling und Sellerie hergestellt. Um sie geschmacklich aufzupeppen, werden sie unter anderem mit Sojasauce und Liebstöckelextrakt gewürzt. Andere basieren auf proteinreichen, aber geschmacksarmen Pflanzenprodukten wie Tofu. Auch Erbsen, Milch und Eiweiß sind mögliche Zutaten für vegetarische Schnitzel und Hackbällchen. (pte)

http://bc.edu

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