Verzahnte Moleküle als Katalysatoren - Neue Heisenberg-Professur
Nicht direkt verbunden, aber untrennbar: Verzahnte Moleküle sind wie Glieder einer Kette oder wie ein Ring auf einem Faden miteinander verwoben. Dr. Jochen Niemeyer erforscht an der Fakultät für Chemie der Universität Duisburg-Essen (UDE), wie sie angewendet werden. Den neuen Heisenberg-Professor für Organische und Supramolekulare Chemie interessiert besonders ihr Einsatz als Katalysatoren.
Verzahnte Moleküle sind schon seit dem letzten Jahrhundert bekannt, aber ihre Anwendung steckt noch in den Kinderschuhen. Sie bestehen aus mehreren Komponenten, die im Raum verwoben sind, analog den Gliedern einer Kette oder wie ein Ring an einer beidseits geschlossenen Achse. Für ihre hochkomplexe Herstellung wurde 2016 der Chemie-Nobelpreis vergeben.
An der UDE nutzen Professor Niemeyer und sein Team sie seit einiger Zeit für kooperative Katalysen, bei denen zwei aktive Einheiten zusammenwirken, um eine Reaktion zu steuern. „Damit können wir komplexe chemische Produkte ressourcenschonend herstellen. Die verzahnten Moleküle beschleunigen als Katalysatoren die chemische Reaktion, zugleich können ungewollte Nebenprodukte vermieden werden“, erklärt der Heisenberg-Professor. Auch wenn es sich zunächst um Grundlagenforschung handelt, ist eine spätere Anwendung in der industriellen Katalyse denkbar.
Seine Chemiestudierenden möchte Professor Niemeyer möglichst anwendungs- und forschungsnah unterrichten. „Ich versuche, ihnen stets zu zeigen, wie die Inhalte in Industrie und Forschung verwendet werden“, sagt er. Zugleich möchte er den Forschungsschwerpunkt der Fakultät für Chemie, die supramolekulare Chemie, stärker in der Lehre verankern.
Nach einem sehr guten Chemiestudium (2000-2005) und einer ausgezeichneten Promotion (2009) an der Universität Münster forschte Jochen Niemeyer 2004 an der Emory University (USA) und 2006/07 an der Universität Nagoya (Japan). 2010 war er für ein Jahr Postdoc an der Universität Oxford und von 2011 bis 2014 Laborleiter im Innovationsmanagement der Evonik Industries AG. An der UDE leitet er seit 2014 eine Nachwuchsgruppe in der Organischen Chemie. Seine Forschung und Lehrtätigkeit wurden mehrfach ausgezeichnet.
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