Sprühfolie macht Fenster zu Wärmesperren| WOTech Technical Media

Sprühfolie macht Fenster zu Wärmesperren

Normales Fensterglas wird dank Forschern der RMIT University zur Barriere für Wärmestrahlen, die im Sommer hinein- und im Winter hinauswollen, wenn es mit einer Flüssigkeit besprüht wird. Diese setzt sich als hauchdünner Film auf der Oberfläche ab, die, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, erhitzt werden muss. In anderer Zusammensetzung wird die Schicht zur Elektrode, die Strom leitet. Dann lässt sie sich in Solarzellen, Touchscreens und LEDs nutzen.

Die Forscher setzten die ultraschallgestützte Sprühpyrolyse ein. Der hochfrequente Schall hat dabei die Aufgabe, das Spray in feinste Tröpfchen zu zerlegen, die alle die gleiche Größe haben. Diese werden in Richtung Glasscheibe beschleunigt. Da diese heiß ist, gibt es beim Auftreffen der Tröpfchen eine chemische Reaktion, die das Material erstarren lässt. So entsteht eine absolut gleichmäßige hauchdünne Beschichtung. Die entstehenden Nebenprodukte, allesamt dampfförmig, werden abgesaugt und wiederverwertet.

Das Spray besteht aus Zinnoxid, einem weitaus preiswerteren Material als Indiumzinnoxid. Die australischen Forscher fügen noch ein paar Chemikalien hinzu, um die Transparenz der späteren Schicht zu verbessern und ihre Eigenschaften zu beeinflussen, etwa "elektrisch leitend", "Infrarotlicht reflektierend" oder "undurchlässig für UV-Licht". Letzteres ist für Glas weniger wichtig, weil es ohnehin ein UV-Filter ist, anders als transparente Kunststoffe. Diese könnten ebenfalls zu Reflektoren für das krebsauslösende UV-Licht werden.

Positivbeispiel Empire State Building

Das neue Verfahren glänzt wegen seiner geringen Kosten. Wärmeschutzglas sorgt für eine drastische Reduzierung des Energieverbrauchs. Im Sommer ist weniger Klimakälte nötig, im Winter weniger Heizwärme. Das lässt sich besonders gut am Empire State Building in New York zeigen. Seit es mit beschichteten Glasfenstern ausgestattet ist, die mit anderen Techniken hergestellt worden sind, sank die Stromrechnung um 2,4 Mio. Dollar pro Jahr. Außerdem reduzieren sich die CO2-Emissionen um 4.000 Tonnen pro Jahr. (pte)

http://rmit.edu.au

Aktuelle Onlineartikel