Bornitrid und Licht knacken gefährliche Chemikalie| WOTech Technical Media

Bornitrid und Licht knacken gefährliche Chemikalie

Forscher der Rice University haben ein Verfahren entwickelt, um die fluorhaltige Chemikalie PFOA zu entschärfen. Mit Bornitrid, das bisher fast nur als Schleifmittel verwendet wurde und ultraviolettem Licht lässt sich der Giftstoff in weniger gefährliche Bruchstücke zerschlagen. Im Labor konnten Forschungsleiter Michael Wong und sein Team zeigen, dass PFOA nach einer vierstündigen Behandlung mit ihrem Verfahren zu 99 Prozent zerstört war. Bornitrid fungiert bei der Methode als Photokatalysator.

Die fluorhaltige Chemikalie PFOA ist ideal, um Kleidung wetterfest zu machen. Allerdings gelangt sie ins Wasser und von dort in menschliche und tierische Körper. Da sie weder biologisch noch mit anderen Techniken abbaubar ist, reichert sie sich an und kann zur tödlichen Gefahr werden.

Außer zum Imprägnieren von Kleidung wird sie unter anderem in Verpackungsfolien und Antihaftbeschichtungen von Bratpfannen genutzt. PFOA ist mittlerweile in der Europäischen Union verboten, aufgrund seiner Langlebigkeit in der Umwelt jedoch noch weit verbreitet. In den USA zeigte sich bei einem Test, dass alle Probanden die Chemikalie im Blut haben, sogar Neugeborene.

Ergebnis war Überraschung

Das Forscherteam hat zahlreiche Materialien auf ihre Wirksamkeit bei PFOA getestet, konnte aber zunächst keine Wirkung feststellen. Bei Bornitrid machten sie sich zuerst auch keine Hoffnung. Doch zu ihrer Überraschung funktionierte es. Wissenschaftlicher Literatur hatte Wong entnommen, dass manche Werkstoffe katalytische Wirkung entfalten, wenn sie von Licht einer bestimmten Wellenlänge aktiviert werden. Im Labor hatten sie aber kaum Erfahrung mit Licht.

Die Forscher füllten Wasser, in dem PFOA-Moleküle schwimmen, in eine Flasche aus klarem Glas, fügten Bornitridpulver hinzu. Dann verschlossen sie das Behältnis und setzten es ultraviolettem Licht mit einer Wellenlänge von 254 Nanometern aus. Es entstanden dadurch Fluoride, wie sie auch in Zahnpasten verwendet werden sowie Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid. (pte)

http://rice.edu

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