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Aus Nebel wird Trinkwasser

Nach dem Vorbild des Nebeltrinker-Käfers, der in der Wüste Namib lebt, hat Fan Kiat Chan von der University of Illinois in Urbana-Champaign eine Nebelerntemaschine gebaut, die Trinkwasser gewinnt. Die feinen Nebeltröpfchen sammeln sich auf der Oberfläche und fließen in einen Behälter.

Die Idee, Nebel als Quelle für Trinkwasser zu nutzen, wird bereits seit den 1980er-Jahren verfolgt. Das Ergebnis sind Netze, an denen die Tröpfchen hängenbleiben. In Marokko und Chile werden sie bereits eingesetzt. Vorbild waren hier Bäume. Die Ausbeute bei Netzen ist allerdings nicht sonderlich groß.

Der Nebeltrinker-Käfer hat eine andere Technik entwickelt. Die Oberfläche seines Hinterleibs ist vermeintlich chaotisch gestaltet. Sie besteht aus Beulen und Ebenen, die sich abwechseln. Wenn sie durstig sind, recken sie ihren Hinterleib in die Nebelschwaden. Aufgrund der speziellen Oberfläche sammelt sich dort Wasser. Vom kalten Atlantik breitet sich Nebel regelmäßig bis weit ins Innere der Wüste Namik aus.

Ausgeklügeltes Oberflächendesign

Chan und sein Kollege Hunter King von der University of Akron haben die Oberfläche des Käfers intensiv erforscht und herausgefunden, wie sie technisch nachzubilden ist, um möglichst viel Wasser einzusammeln. Kombiniert mit netzbasierten Wassersammlern, könnte das Oberflächendesign die Ausbeute deutlich verbessern. Der Wassergehalt und die Häufigkeit von Nebel ist regional sehr unterschiedlich.

Trotzdem könne diese Trinkwasserquelle eine große Bedeutung in wüstenähnlichen Regionen bekommen. Tschan denkt daran, eine Trinkwasserflasche mit der Käferhaut-Nachbildung so auszustatten, dass die eingefangenen Tröpfchen gleich hineinfließen. Dies wäre die erste mobile Nebelerntemaschine. (pte/ Kempkens)

https://illinois.edu

http://uakron.edu

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