Bänder aus Phosphoren lösen Graphen ab| WOTech Technical Media

Bänder aus Phosphoren lösen Graphen ab

Das als Wundermaterial beschriebene Kohlenstoffmaterial Graphen bekommt Konkurrenz. Forscher unter der Leitung des University College London (UCL) haben erstmals Bänder aus Phosphoren hergestellt. Dieses Material ließe sich zum Bau besserer Batterien und Solarzellen nutzen. Auch könnte es in neuartigen thermoelektrischen Geräten eingesetzt werden, die Wärme direkt in Strom umwandeln. Und auch für photokalytische Zwecke in Quantencomputern besteht Anwendungspotenzial.

Phosphoren bildet eine unvorstellbar dünne Folie aus Phosphoratomen. Es handelt sich um ein 2D-Material, das schon 2014 entdeckt wurde. Zwar gab es danach rund 100 Studien, die Wege zur Herstellung von Nanobändern aus diesem Material vorschlugen. Doch alle erwiesen sich als Sackgassen. Erst die Kooperation der UCL-Forscher mit Kollegen der University of Bristol, der Virginia Commonwealth University und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne brachte den Durchbruch.

Als Ausgangsmaterial wurden Kristalle aus schwarzem Phosphor gelöst und mit Lithium-Ionen vermischt. Bei minus 50 Grad Celsius wurde es in Ammoniak aufgelöst, das in diesem Zustand flüssig ist. Nach 24 Stunden ersetzten die Forscher das Ammoniak durch ein organisches Lösungsmittel, das für die Bildung von Nanobändern aus Phosphoren sorgte.

Rasterkraftmikroskop im Einsatz

Eigentlich wollten die Wissenschaftler flächiges Phosphoren herstellen. Umso erstaunter waren sie, als sie entdeckten, dass es Bänder geworden waren, so ULC-Professor Chris Howard. Sie sind zwischen vier und 50 Nanometer breit und bis zu 75 Mikrometer lang. Sie erfüllen alle Anforderungen, weil sie über die gesamte Länge homogen sind. Das haben Forscher an der University of Bristol mit einem besonders hochauflösenden Rasterkraftmikroskop nachgewiesen. Es tastet die Oberfläche von Objekten ab. Gemessen werden atomare Kräfte, die auftreten, wenn die Abtastnadel und die Probe extrem nah beieinander sind. (www.pressetext.com).

http://ucl.ac.uk

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