Kleber auf Pflanzenbasis industriell möglich
Fraunhofer-Forscher haben einen neuen Haftschmelzklebstoff auf Pflanzenbasis entwickelt, der sich mehrmals verwenden lässt und dabei nicht an Klebekraft verliert. Der neue biobasierte Kleber, der aus einer Schmelze verarbeitet wird und sich in großem Maßstab produzieren lässt, bleibt unter Raumtemperatur permanent klebrig. Die Basis-Komponenten sind Rückgratpolymer, Klebrigmacher (Tackifier), Weichmacher und weiteren Additive.
Als Rückgratpolymer haben die Forscher Poly-L-Milchsäure (PLA) ausgesucht. Dieses Polymer aus nachwachsenden Rohstoffen ist im World-Scale-Maßstab und zu vergleichbaren Preisen wie fossil basierte Rückgratpolymere verfügbar. Die Eigenschaften eines PLA-Rückgratpolymers wurden so weiterentwickelt, dass sich die Formulierung vom Labormaßstab in die industrielle Praxis übertragen lässt.
Das Rückgratpolymer wurde chemisch so verändert, dass sich daraus ein auf PLA-basierender Klebstoff formulieren lässt. Für den Bioklebstoff haben sich aus etwa 300 Formulierungen zwei als geeignet erwiesen, die schließlich von den Industriepartnern der Forscher im kleinen Technikumsmaßstab erfolgreich hergestellt und getestet wurden.
Ziel breite Einsetzbarkeit
Fraunhofer-Expertin Inna Bretz und das Team arbeiten weiter an Verbesserungen der Rezeptur und ihrer Herstellung, sodass die PLA-Klebstoffe in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden können. Sobald ein Hersteller gefunden werde, der die Rohstoffe für die jeweiligen Formulierungen anböte, ließen sich künftig auch kommerzielle Maßstäbe für die Produktion des neuen Bio-Klebstoffs anstreben. Für die Klebstoff-Zusammensetzung als auch das Basispolymer wurde bereits ein Patent angemeldet. (pte)
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