Platin zieht giftige Ionen an wie ein Magnet| WOTech Technical Media

Platin zieht giftige Ionen an wie ein Magnet

Forscher an der Technischen Universität Chalmers haben einen völlig neuen Weg gefunden, hochgiftiges Quecksilber aus Wasser zu entfernen. Der elektrochemische Prozess, den Björn Wickman und sein Team entwickelt haben, regt die Quecksilberionen dazu an, eine Verbindung mit einem anderen Metall eizugehen. Das funktioniert sogar bei geringen Gehalten an Quecksilber, die dennoch gesundheitsgefährdend sind.

Heute ist es noch eine gewaltige Herausforderung, Quecksilber bei niedrigen Konzentrationen aus großen Mengen an Wasser zu entfernen. Die Industrie brauche bessere Methoden, um das Schwermetall sicher aus Abwässern zu eliminieren. Um dieses Ziel zu erreichen, versenkt Wickman eine Metallplatte, die das Edelmetall Platin enthält, im kontaminierten Wasser. Zwischen Platte und Wasser, den beiden Elektroden, wird eine elektrische Spannung aufgebaut. Die Platte zieht die Quecksilber-Ionen an wie ein Magnet. Dort angekommen, werden die Ionen zu elektrisch neutralen Atomen, die sich fest an die Platinatome klammern. Jedes Edelmetallatom hält vier Quecksilberatome fest.

Da das Quecksilber sich nicht nur an der Oberfläche festklammert, sondern auch in das Kristallgitter diffundiert, kann die Platinelektrode lange Zeit eingesetzt werden, ehe sie gesättigt ist. Dann werden die Quecksilberatome abgetrennt und sicher gelagert. Die Elektrode kann erneut eingesetzt werden. Von dem kostspieligen Platin geht nichts verloren. Der Prozess benötigt zudem wenig Energie.

Für Industrie und Bergbau

Es hat schon früher Legierungen aus Quecksilber und Platin gegeben. Aber Das Team um Wickman ist das Erste, das das machen, um Wasser zu dekontaminieren. Das Verfahren ist zudem äußerst selektiv. Die Elektrode bindet ausschließlich Quecksilber, keine anderen Verunreinigungen. In der chemischen Industrie und dem Bergbau ist das Interesse groß.

Schwermetalle im Trinkwasser sind eine große Gefahr für die Gesundheit. Die größte Bedrohung ist Quecksilber, sagt die WHO. Es gelangt über Abwässer ins Trinkwasser, dazu noch in Flüsse und letztlich ins Meer. Hier wird es von Fischen aufgenommen und landet schließlich auf dem Teller. Obwohl es mittlerweile strenge Grenzwerte für Schwermetalle in Abwässern gibt, gelangen immer noch große Mengen davon in die Gewässer. Sie werden aus kontaminierten Standorten ausgewaschen, etwa aus Abfällen der Goldproduktion.

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