Innovationen im automobilen Leichtbau| WOTech Technical Media

Innovationen im automobilen Leichtbau

Der Leichtbau in der Automobilfertigung gehört zu den großen technologischen Herausforderungen, wenn es um eine besonders effiziente und ressourcenschonende Fertigung geht. Um diesem Ziel einen großen Schritt näher zu kommen, haben sich das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und die Techni­sche Universität Opole in Polen zusammengetan. Sie haben ein Memorandum of Understanding (MoU) ausgearbeitet, das eine intensive Zusammenarbeit bei der Erforschung und Entwicklung des automobilen Leichtbaus vorsieht.

Unterzeichnet wurde das Memorandum von Prof. Marek Tukiendorf, Rektor der Technischen Universität Opole, Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer- Gesellschaft, und Prof. Dirk Landgrebe, Institutsleiter am Fraunhofer IWU. Das MoU für das Polish-German Fraunhofer Research Center for Automotive Lightweight Construc­tion (ALC) bestimmt die Ziele des Projekts, nennt konkrete Arbeitsbereiche und legt Spielregeln für die Nutzung von Patenten fest. Schon bald soll aus der Kooperation ein Fraunhofer Project Center entstehen.

Die Unterzeichnung fand auf Einladung von Tukiendorf im Rahmen eines ganztägigen Kolloquiums an der Technischen Universität in Opole statt. An der Veranstaltung nahm auch Tower Automotive teil, ein international bedeutender Hightech-Zulieferer von Karosserieteilen. Vertreten wurde das Unternehmen durch Pär Malmhagen, Präsident von Tower International, dem Mutterkonzern von Tower Automotive. Das Unternehmen wird als Projektpartner eng in die Kooperation eingebunden.

Leichtbau ermöglicht umweltschonende Fertigung

Das Fraunhofer Research Center for Automotive Lightweight Construction (ALC) verbindet die Grundlagenforschung der Technischen Universität Opole mit der ange­wandten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Fusion der Technologien im Leichtbau beispielsweise ermöglicht das Zusammenführen bisher getrennter Fertigungs­prozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffe wie Metalle, Kunststoffe und technische Textilien. Automobile können dann kostengünstig, energieeffizient und umweltschonend produziert werden. Davon profitiert letztlich auch die europäische Automobilindustrie. Und nicht nur diese: Alle Branchen, in denen Leichtbau- und Mehrkomponenten-Bauweisen zum Einsatz kommen, können die neuen ressourcenschonenden Fertigungstechnologien erproben. Sie leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz.

Das Forschungsfeld Leichtbau gilt bei allen Experten als zukunftsweisende Schlüsseltechnologie. Das demonstriert auch das bundesweite Exzellenzcluster MERGE, an dem sich unter Leitung der Technischen Universität Chemnitz auch das Fraunhofer IWU als Mitglied aktiv beteiligt. Ziel von MERGE ist es, Technologien aus Bereichen wie Kunst­stoff, Metall, Textil und Smart Systems weiterzuentwickeln und optimal miteinander zu kombinieren, um so eine ressourcenschonende Fertigung und nachhaltige Produkte zu ermöglichen. Die Partner des Excellenzclusters bringen ihre Erfahrungen auch in die neue Kooperation ein.

Das Fraunhofer Research Center for Automotive Lightweight Construction ist ein weiterer Baustein in der traditionell guten Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland. Gerade in Wissenschaft und Wirtschaft hat sich die Partnerschaft nach dem EU-Beitritt Polens am 1. Mai 2004 intensiviert. Die Grenzregionen verfügen heute über ein gut ausgebautes Netz von Technologie-, Innovations- und Forschungszentren. Viele Technologiezentren der Region unterstützen auch Unternehmen in ihrer Existenzgründung, indem sie Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit polnischen Partnern austauschen. Für die Vertiefung des bilateralen Austauschs zwischen den Ländern kann das polnisch-deutsche Fraunhofer Research Center for Automotive Lightweight Construction als wichtiger Katalysator dienen.

http://www.iwu.fraunhofer.de

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