Innovative akustische Werkstoffe sollen Geräusche dämpfen
Mit dem Projekt Akustik-OPT haben sich die Fachhochschule Südwestfalen, das Kunststoff-Institut Lüdenscheid sowie die Unternehmen Leopold Kostal GmbH & Co.KG, MöllerTech Engineering GmbH und TER HELL PLASTIC GmbH erfolgreich im Rahmen des Leitmarktwettbewerbs Neue Werkstoffe NRW des Landes Nordrhein-Westfalen durchgesetzt. In den nächsten drei Jahren erhält das Konsortium eine Gesamtförderung von Land und EU in Höhe von fast 1,7 Mio. Euro für die anwendungsbezogene Grundlagenforschung und Erprobung neuer akustischer Werkstoffe. Mehr als 764.000 Euro erhält die Fachhochschule für Forschungsarbeiten.
Bei dem neuen Forschungsvorhaben geht es um die gezielte Materialentwicklung zur Optimierung des akustischen Verhaltens von Leichtbauteilen. Es sollen Materialien entstehen, die keine oder kaum Geräusche entwickeln, wie beispielsweise im Fahrgastinnenraum von Pkws. Die Autofahrer sind sehr schnell verunsichert, wenn etwas klappert oder knackt.
Im Leichtbau spielen Kunststoffe im Verbund mit anderen Werkstoffen eine wichtige Rolle, da sie in der Lage sind Körper- und Luftschall zu dämpfen. Die Iserlohner Professoren Dr. Ulrich Lichius, Dr. Andreas Nevoigt und Dr. Andreas Ujma werden sich in den nächsten Jahren mit Werkstoffentwicklung, Simulation und Erprobung beschäftigen. Prof. Lichius wird das akustische Verhalten untersuchen und entsprechende Akustiksimulationen und Analysen durchführen. Aufgabe von Prof. Nevoigt sind experimentelle Versuche in Bezug auf das Körperschall- und Luftschallverhalten von Werkstoffsystemen. Prof Ujmas Part ist die Entwicklung neuer faserverstärkter Werkstoffe. Dazu sollen Kunststoffe (Thermoplaste) mit Naturfasern wie Hanf, Kokos oder Sonnenblumenkernen oder Füllstoffen wie Glashohlkugeln verbunden werden. Auch Werkstoffkombinationen mit Textilien werden betrachtet.
Vereinfacht ausgedrückt, werden sich die Wissenschaftler damit beschäftigen, das akustische Verhalten von Leichtbaustoffen zu beeinflussen. Dazu arbeiten sie mit verschiedenen Füllstoffen und mit Dämpfung. Die Industrieunternehmen kommen bei der Anwendungsphase der neuen Werkstoffe ins Spiel. Nicht nur für die Automobilindustrie sind die Ergebnisse von Interesse. Auch für Produkte anderer Industriebranchen wie der Luftfahrttechnik, der Möbelindustrie oder der Elektrobranche können die neuentwickelten Werkstoffe zukunftsweisend sein.
Aktuelle Onlineartikel
-
19. 02. 2026 Biobasierte Fasern mit gutem Flammschutz
-
19. 02. 2026 Beton als CO₂-Senke
-
18. 02. 2026 Biobasierter Hochleistungskunststoff für die Elektroindustrie
-
18. 02. 2026 Laufzeitrekord und erste Stromerzeugung mit kompressorloser Wasserstoffgasturbine
-
17. 02. 2026 Blick durch die Röntgenbrille –Alterungsprozesse in Natrium-Zink-Salzschmelzbatterien entschlüsselt
-
28. 01. 2026 Wolfram: Dual-Use als Waffe im Rohstoffkrieg