Zukunft des Maschinenbaus ist digital
Maschinen, die selbst lernen und denken können: Das ist längst keine Science Fiction mehr, sondern Gegenstand ernsthafter Ingenieurwissenschaft: Die 3. Fachtagung des PROLAB Produkt+Produktion an der Technischen Hochschule (TH) Georg Agricola setzte in diesem Jahr ihren Schwerpunkt auf die zunehmende Digitalisierung im Maschinenbau. Rund 40 Vertreter aus Wissenschaft und Industrie diskutierten über die neuesten Trends rund um Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge.
Nach Prof. Dr. Gereon Kortenbruck, der gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Vöth das PROLAB leitet, sollen mit der Fachtagung gerade kleine und mittelständische Unternehmen ermutigt werden, sich mit zukünftigen Technologien frühzeitig auseinanderzusetzen. Mit der Kollaboration von Mensch und Maschine oder der intelligenten Verarbeitung großer Datenmengen werden produzierende Unternehmen auf dem Markt künftig größere Chancen haben. Produktionsprozesse müssten immer stärker auf individuelle Kundenanforderungen zugeschnitten werden, was sich nur durch den Einsatz sogenannter Big Data-Technologien realisieren lasse. Technologien der Künstlichen Intelligenz ermöglichten es, dass Industrieroboter sich zu autonom agierenden cyber-physischen Systemen entwickelten. Die Arbeitswelt verändert sich durch den Einsatz solcher intelligenter Maschinen sehr stark. Das ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine soziale Herausforderung, der sich Unternehmen künftig stellen müssen.
Unter den Teilnehmern der Fachtagung waren auch eine Reihe von Absolventinnen und Absolventen der Maschinenbau-Studiengänge an der TH Georg Agricola. Ihnen legte Kortenbruck ans Herz, sich von der kreativen Atmosphäre US-amerikanischer Startup-Unternehmen anstecken zu lassen: Haben Sie den Mut zur Verrücktheit!
Die Vorträge und Diskussionen nahmen das Schwerpunktthema Digitalisierung des Maschinenbaus aus vielen Perspektiven in den Blick. Neben dem Internet of Things und kollaborativen Mensch-Maschine-Arbeitssystemen ging es auch um die Zukunft der Konstruktionstechnik oder das Data Mining im Maschinenbau. Wie gerade kleine und mittelständische Unternehmen Unterstützung bei der Förderung von Forschung und Entwicklung erhalten können, zeigte Markus Majdanuk von der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bochum. Er stellte das Bochumer Institut für Technologie vor, an dem die TH Georg Agricola gemeinsam mit der Stadt Bochum und weiteren Hochschulen im Verbund UniverCity Bochum beteiligt ist.
Die Fachtagung Maschinenbau des PROLAB Produkt+Produktion widmet sich jährlich aktuellen Trends und Themen aus Wissenschaft und Industrie. Die nächste Tagung ist für den Sommer 2017 geplant.
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