Schwedens Brücken werden per Sensor überwacht
Brücken sollen ihre Schwachstellen und potenzielle Gefahrenquellen künftig über das Internet kommunizieren. Raid Karoumi von der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm hat deshalb Sensoren entwickelt, die in Echtzeit die Qualität der Brücke überwachen und Auskunft über noch so kleinste Veränderungen geben.
So wie ein Arzt ein Stethoskop auf die Brust platziert, um die Herzrate zu messen, positionieren Karoumi Sensoren, um den Zustand der Brücke zu überwachen. Kleine Abweichungen können bereits ein Indiz dafür darstellen, dass sich etwas verändert. Gleichzeitig kann die Echtzeitüberwachung zu einer längeren Lebensdauer der Brücke beitragen.
Sensoren, die demnächst an der Brücke von Stockholm zur Insel Lidingö verbaut werden, könnten die Lebensdauer dieser um rund fünf Jahre verlängern. Die Technologie soll dabei helfen, Risse zu entdecken, die mit dem freien Auge gar nicht wahrgenommen werden können. Bis zu 400 Informationseinheiten pro Sekunde werden von manchen Brücken übertragen.
Bedarfsorientierte Inspektionen
Natürlich fährt man trotzdem hin und sieht sich alles an. Aber die Technologie hilft dabei zu bestimmen, wann und wo eine Inspektion notwendig ist und wird auch wertvolle Informationen an jene Personen liefern, die diese Inspektionen durchführen. Es ist sehr teuer, Verkehrsblockaden einzurichten, also ist es gut, wenn die Inspektionen dann gemacht werden, wenn sie notwendig sind."
Die Sensoren werden entweder mit Kabeln oder Batterien betrieben. Die kabellosen Sensoren sollen über die Energie, die durch die Brückenschwingungen erzeugt wird, aufgeladen werden. Auch für neugebaute Brücken ist diese Überwachung von Vorteil: Konstrukteure können so sicherstellen, dass neu errechnete Designs wirklich (aus)halten, was sie versprechen.
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