Forschungsneubau des Laserinstitut Hochschule Mittweida
Am 12. Oktober wird der Forschungsneubau des Laserinstitut Hochschule Mittweida (LHM) feierlich übergeben. Der 21,3 Millionen Euro teure Bau wurde auf Empfehlung des Wissenschaftsrates durch den Bund im Rahmen der Förderung von Forschungsbauten mitfinanziert. Damit war die Hochschule Mittweida die erste Fachhochschule, die auf diese Weise gefördert wurde. Schon seit Jahren gehört das Laserinstitut Hochschule Mittweida zu den führenden Forschungseinrichtungen im Bereich der Lasertechnik in Deutschland mit weltweit anerkannten Forschungsergebnissen. Forschungsschwerpunkte sind unter anderen die Hochrate-Laserbearbeitung und der Lasermikro- und -nanostrukturierung.
In nur zwei Jahren Bauzeit entstand auf dem Mittweidaer Schillerberg der Neubau für die national und international anerkannte Laserforschung der Hochschule Mittweida. Am 12. Oktober feiern der Freistaat Sachsen, der Bund und die Hochschule gemeinsam die Übergabe des Gebäudes an die Wissenschaftler. Während der Feier sprechen unter anderen die sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange, der Rektor der Hochschule Mittweida Prof. Dr. Ludwig Hilmer, MinR Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Volker Kylau, Referatsleiter im sächsischen Finanzministerium.
Die Beteiligung des Bundes ist eine Besonderheit: Der 21,3 Millionen Euro teure Bau wurde gefördert im Rahmen der Exzellenzinitiative, einem Bund-Länder-Förderprogramm für Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen. Die Hochschule Mittweida ist die erste von bisher nur drei Fachhochschulen, die in dieses Programm aufgenommen wurde. Diese Förderung der Mittweidaer Laserforschung zeigt, dass sich der Standort auch mit universitären Einrichtungen messen kann.
Auch Rektor Ludwig Hilmer sieht die Bedeutung über den Standort Mittweida hinaus: Der auch durch den Bund geförderte Bau ist ein Leuchtturm und erfüllt nicht nur eine wissenschaftliche Vision in Mittweida, er ist ein Symbol der Forschungskraft sächsischer Fachhochschulen insgesamt und ihrer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats."
Forschung am gemeinsamen Ort
Zu den Gesamtkosten der Baumaßnahme kommen 6,1 Millionen Euro für Ausstattung und technische Anlagen der Labore und Werkstätten. Insgesamt 2900 Quadratmeter stehen für Labore, Büros sowie Werkstätten und Haus- und Betriebstechnik zur Verfügung. Reinräume ermöglichen unbeeinflusstes Arbeiten an Bauelementen der Optik und Mikroelektronik. Der Einzug der hochmodernen Lasertechnik mit über sechzig Laseranlagen auf einer Laborfläche von 1400 Quadratmetern ist in vollem Gange.
Für die Forscher bedeutet der Neubau auch, dass die bisher auf dem Campus und im Mittweidaer Industriegebiet verteilten Labore nun an einem Ort vereint sind und so die gemeinsame Arbeit der bis zu sechzig Kolleginnen und Kollegen erheblich erleichtert wird.
Der dreigeschossige anthrazit verklinkerte Neubau entstand unter Federführung der Niederlassung Chemnitz des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) oberhalb des im Jahr 2014 fertigstellten Zentrums für Medien und Soziale Arbeit der Hochschule. Der neue südliche Campus ist damit ein weiteres Stück gewachsen – und die Hochschule ist im Herzen der Hochschulstadt geblieben.
Laserforschung - ein Exzellenzbereich der Hochschule Mittweida
Schon seit Jahren gehört das Laserinstitut Hochschule Mittweida zu den führenden Forschungseinrichtungen im Bereich der Lasertechnik in Deutschland mit weltweit anerkannten Forschungsergebnissen. Auch aufgrund dieser außerordentlichen Erfolgsgeschichte entschied der Bund auf Empfehlung des Wissenschaftsrates, sich an der Finanzierung des Institutsneubaus im Rahmen der Förderung von Forschungsbauten zu beteiligen. Die forschungsprogrammatische Hauptausrichtung des Neubaus ist von der Hochrate-Laserbearbeitung und der Lasermikro- und -nanostrukturierung geprägt. Mit der Fertigstellung verbessern sich nun die Bedingungen für die Laserforschung an der Hochschule weiter.
Die Hochrate-Laserbearbeitung ermöglicht die superschnelle Werkstoffbearbeitung. So können beispielsweise Blechzuschnitte mittels Laser in Sekundenbruchteilen getrennt werden. Die Fertigung ist im Vergleich zum normalen Stanzen mit nun größer wählbarer Formenvielfalt deutlich flexibler. Auch im Mikrobereich können Strukturen mit kleinsten Abmessungen sehr schnell generiert und dank neuester Anlagentechnik auch großflächig hergestellt werden. Verfahren aus dem Mikrobereich werden so auf makroskopische Bauteilgrößen übertragen. Diese hocheffiziente Technologie wird viele neue Anwendungsfelder erobern und perspektivisch einen entscheidenden Beitrag zur energie- und ressourcenschonenden Produktion liefern.
Tag der offenen Tür und Lasertechnik-Studium
Das Laserinstitut setzt die Veranstaltungen anlässlich der Übergabe fort: Am 13. Oktober findet der Tag der Wissenschaft und Wirtschaft für geladene Gäste und Fachpublikum statt. Die sechs forschenden Professoren des Instituts Horst Exner, Andreas Fischer, Alexander Horn, Udo Löschner, Bernhard Steiger und Steffen Weißmantel geben einen Überblick über ihre jeweiligen Forschungsfelder und die Leistungsfähigkeit des Instituts.
Am 14. Oktober gibt es einen Tag der offenen Tür. Interessierte Bürger sowie Mitarbeiter der Hochschule können das neue Gebäude und einige der bereits installierten Laseranlagen im Rahmen von geführten Rundgängen kennenlernen. Dazu lädt die Hochschule Mittweida ausdrücklich auch junge Leute ein, die sich für die faszinierende und vielfältig einsetzbare Lasertechnik interessieren! Denn schließlich kann man in Mittweida auch Lasertechnik studieren – und das im Bachelor- und im Masterstudiengang und immer mit starkem und aktivem Forschungsbezug bereits während des Studiums.
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