Laborautomatisierung muss flexibler werden
Andreas Traube vom Fraunhofer IPA / Bildquelle: Fraunhofer IPA
Lösungen auf dem Gebiet der Laborautomatisierung sind heute gefragter denn je. Da der Wissenschaftsbereich Life Science stetig neue Produkte entwickelt, steigt der Bedarf nach effizienten Herstellungsverfahren. Außerdem müssen Labore durch die steigende Produktindividualisierung heute viel flexibler sein als noch vor wenigen Jahren. Um das Forschungsfeld voranzutreiben, hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA am 2. Dezember gemeinsam mit der Zeitschrift „Automationspraxis“ des Konradin-Verlags das „Expertenforum Laborautomatisierung“ veranstaltet. Rund 90 Gäste aus verschiedenen Branchen haben teilgenommen.
Andreas Traube, Abteilungsleiter „Laborautomatisierung und Bioproduktionstechnik“ ist überzeugt, dass die Laborautomatisierung zu einer wichtigen Säule der Automatisierungsbranche herangewachsen ist. Labore sind als Entwicklungsort neuer Produkte in vielen Branchen unverzichtbar. Die Effizienzsteigerung durch die Nutzung von Automatisierung ist daher naheliegen. Besonders bedeutend ist der Bereich in der Biotechnologie und in der Pharmazeutik. Einerseits bringt die wissenschaftliche Disziplin Life Science ständig neue Anwendungen hervor, mit der die Automatisierung Schritt halten muss. Andererseits werden unter anderem durch die Personalisierung in der Medizin immer stratifiziertere Vorgehensweisen benötigt, die einen flexiblen Laborbetrieb erlauben. In beiden Fällen seien automatisierte Verfahren erforderlich, um die Produkte herzustellen, ergänzt der Experte.
Um auf diesem Gebiet weiterzukommen und Forschungsbedarf aufzudecken, ist ein Austausch zwischen Entwicklern und Anwendern erforderlich. Wichtig ist zudem, dass die Experten aus verschiedenen Bereichen kommen. In der gesamten Automatisierungsbranche ist schon viel Wissen vorhanden. Um bestehende Verfahren auf Labore umzuwälzen, braucht man ein interdisziplinäres Team. Das „Expertenforum Laborautomatisierung“ des Fraunhofer IPA und der Zeitschrift „Automationspraxis“ hat diesem Bedürfnis Rechnung getragen. Zu den 90 Gästen zählten Vertreter aus Wissenschaft und Industrie. Im Rahmen der Tagung berichteten Referenten aus verschiedenen Branchen von ihren Projekten und Lösungsansätzen. Beteiligt waren beispielsweise die Firmen Festo, Kawasaki, Mitsubishi, Yaskawa oder Stäubli. Parallel zum Expertenforum fand eine Ausstellung statt, bei der die Unternehmen ihre neuesten Technologien präsentierten.
Im Zentrum der Veranstaltung standen die Themen Flexibilisierung und Modularisierung. Beides sind wichtige Voraussetzungen für effiziente Laborarbeit. Aufgrund des branchenübergreifenden Trends zur Individualisierung müssen Laborgeräte jederzeit umgerüstet und erweitert werden können. Beispielsweise stellen Zellkulturautomaten heute verschiedene Zellarten her. Je nach Bedarf sollten Nutzer in der Lage sein, die Maschine selbstständig und schnell umzubauen. Um diese Flexibilität im Laboralltag zu gewährleisten, sind wiederum modularisiert aufgebaute Verfahren notwendig. Künftig gilt es, die Laborverfahren in einzelne Prozesse zu untergliedern. In modernen Laboren sollten Software und Mechanik getrennt oder kombiniert voneinander nutzbar sein.
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