Dass vor allem die Galvanotechnik aufgrund des Einsatzes von Chemikalien nicht den besten Ruf hat, konnte die Branche stets verkraften. Bis vor einigen Jahren fand ein zwar schwankender, aber akzeptabler Zulauf an Nachwuchskräften statt und die Unternehmen im Bereich der Galvano- und Oberflächentechnik wurden gut mit Aufträgen bedient. Seit mehr als zehn Jahren stehen die Unternehmen, vor allem durch die REACh-Verordnung, aber auch durch die Verlagerung zu einer immer stärkeren Nutzung von elektronischen Technologien vor großen Herausforderungen. Demographischer Wandel und die sinkende Zahl an potenziellen, geeigneten Interessenten für das Berufsfeld kommen hinzu. Und dies sind nur einige der zahlreichen Hemmnisse und Herausforderungen für die Unternehmen. Die Betriebe der Galvano- und Oberflächentechnik geraten so aus mehreren Gründen in die Situation, Investitionen in neue Anlagen und Verfahren genauestens zu prüfen und eher zögerlich vorzugehen.
Doch nicht nur die Oberflächentechnik leidet unter der unglücklichen Entwicklung; inzwischen kommt ein abnehmendes Angebot der bisher vielfältigen Art an technischen und dekorativen Oberflächen auch bei den Kunden an. Dass Oberflächenbehandlung und Beschichtung für die meisten Fertigungsketten zur Herstellung von Produkten unerlässlich sind, ist den wenigsten Menschen bewusst. Hier setzt eine neue Initiative an, die vom ZVO auf den diesjährigen Oberflächentagen vorgeschlagen und unterstützt wird: Unternehmen der Branche sollen anhand ihrer Arbeit und den erzeugten Ergebnissen – also hochwertigen Oberflächen – zeigen und erklären, welche Folgen die aktuellen Entwicklungen haben werden. Die ungünstigen Entwicklungen betreffen sowohl das direkte Umfeld der beschäftigten Mitarbeiter als auch die Produkte des täglichen Lebens. Diese Informationen sollen zum einen dabei helfen, die Wichtigkeit von Fertigungsketten aufzuzeigen und zum anderen die Notwendigkeit, hochwertige Produkte nach dem Standard Made in Germany herzustellen. Beides muss mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken. Eine interessante und sicher lohnenswerte Initiative des ZVO für die Oberflächentechnik und deren Kunden!
Öffentlichkeitsarbeit hat im übrigen auch die Lehrerschaft der Berufsschule in Zwickau geleistet (Beitrag Seite 28), indem sie potenzellen Nachwuchskräften durch praktisches Beschichten zeigt, wie interessant und wichtig Beschichtungen sind. Auch dafür ein Kompliment!

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