Fraunhofer IPA setzt Akzente mit Vorträgen zu grünem Wasserstoff, digitalisierter Schichtentwicklung und dem Faktor Mensch in der Zukunft der Oberflächentechnik
Neue Wege zur Einsparung kritischer Rohstoffe, digitale Methoden für die Entwicklung galvanischer Schichten und der Wandel der Arbeitswelt: Die Oberflächentechnik befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Wie Forschung und Innovation die Branche prägen und welche Auswirkungen dies auf Qualifikationen, Zusammenarbeit und Wettbewerbsfähigkeit hat, zeigt das Fraunhofer IPA bei den Oberflächentagen 2026.
Grüner Wasserstoff braucht neue Lösungen
Im Fokus des ersten Vortrags stehen neuartige Beschichtungen für PEM-Elektrolyseure, die für die Herstellung von grünem Wasserstoff benötigt werden. Besonders spannend ist dabei die Frage, wie sich der Einsatz des seltenen und kostspieligen Edelmetalls Iridium reduzieren lässt, ohne die Leistungsfähigkeit der Systeme zu beeinträchtigen. Die vorgestellten Forschungsergebnisse geben Einblicke, wie sich Materialeffizienz und Wirtschaftlichkeit künftig besser miteinander verbinden lassen – und welche Herausforderungen auf dem Weg zur industriellen Anwendung noch zu bewältigen sind.
Kann Digitalisierung die Schichtentwicklung beschleunigen?
Einen anderen, aber nicht weniger zukunftsweisenden Ansatz verfolgt das Projekt DIGiChrom. Am Beispiel der Hartchromabscheidung aus Chrom(III)elektrolyten zeigt das Forschungsteam, wie digitale Methoden die Schichtentwicklung unterstützen können. Ziel ist es, die zunehmende Komplexität galvanischer Prozesse sowie die steigenden Anforderungen an Qualität, Reproduzierbarkeit und Entwicklungszeiten beherrschbarer zu machen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wissen über Prozesse, Strukturen und Eigenschaften systematisch erfasst und nutzbar gemacht werden kann. Dahinter verbirgt sich die Perspektive, dass datengetriebene Ansätze künftig einen Teil der klassischen Trial-and-Error-Methoden ersetzen könnten.
Sichtbarkeit, Vernetzung und neue Chancen für Frauen in der Branche
Die Zukunft der Oberflächentechnik entscheidet sich aber nicht allein im Labor oder an der Anlage. Sie wird auch von den Menschen geprägt, die neue Technologien entwickeln, anwenden und weiterdenken. Ein weiterer Beitrag des Fraunhofer IPA richtet den Blick auf den Wandel der Arbeitswelt. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Aktivitäten der Female SurFaces, dem Frauennetzwerk des ZVO. Das Netzwerk wurde gegründet, um Frauen in der Galvano- und Oberflächentechnik sichtbarer zu machen, ihre Vernetzung zu fördern und den Austausch über Karrierewege, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der Branche zu stärken. Gleichzeitig versteht sich Female SurFaces als Impulsgeber für eine vielfältigere und zukunftsfähige Arbeitswelt.
Zukunft gestalten statt nur beobachten
Wer erfahren möchte, welche Entwicklungen künftig die industrielle Praxis transformieren, welche Fragen die Forschung derzeit beschäftigen und welche Antworten sich für Unternehmen daraus ergeben, sollte die Oberflächentage 2026 nicht verpassen. Das Fraunhofer IPA freut sich auf den Austausch mit Fachleuten aus Industrie, Forschung und Anwendung – und darauf, gemeinsam einen Blick auf die Zukunft der Oberflächentechnik zu werfen.
- Lösungen des Bereichs Beschichtungen und multifunktionale Materialien:
https://s.fhg.de/fraunhofer-ipa-beschichtungen - Info zu aktuellen Projekten: https://www.ipa.fraunhofer.de/de/referenzprojekte/IREKA.html


