B+T ehrt TU Chemnitz: Innovation Award 2025 für das HCPS-Forschungsgebiet der Werkstoff- und Oberflächentechnik

Oberflächen 10. 04. 2026

Von Frank Benner, Sarah Benner, Sigrid Frey und Dr. Franziska Bocklisch

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung an der Technischen Universität Chemnitz verliehen Frank Benner, Gesellschafter und CEO der B+T Unternehmensgruppe, und Sarah Benner (Gesellschafterin) im Namen der B+T Unternehmensgruppe den Innovation Award 2025 an die Professur für Werkstoff- und Oberflächentechnik (WOT) von Prof. Dr. Thomas Lampke am Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik der Fakultät für Maschinenbau an der TU Chemnitz. Speziell wurde die Arbeit der Abteilung Human Cyber Physical Systems (HCPS) unter der Leitung von Dr. habil Franziska Bocklisch geehrt.

Der Preis würdigt die exzellente Forschung und Lehre von Prof. Dr. Lampke und Dr. Bocklisch sowie ihres gesamten Teams. Ihr interdisziplinäres HCPS-Konzept verknüpft den Menschen in seinen verschiedenen Rollen im Produktionsprozess (Human) mit KI-Modellierung und Digitalisierung (Cyber Systeme) und richtet diese auf konkrete Fertigungstechnologien beziehungsweise Produktions­anlagen (Physical Systems) aus. Dadurch entstehen innovative Ansätze für die mensch­zentrierte Industrie 5.0 – ein Konzept, in dem Nachhaltigkeit sowie der Erhalt und die Unterstützung der menschlichen Entscheidungsfähigkeit im Zentrum der industriellen Produktion stehen.

Der Ehrung wohnten auch Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung sowie Inhaber der Professur für Alternative Fahrzeugantriebe, Prof. Dr. Alex­ander Hasse, Prodekan für Forschung der Fakultät für Maschinenbau und Inhaber der Professur Maschinenelemente und Produkt­entwicklung, Paulin Wels (Abteilung HCPS/WOT), Dr. Roy Morgenstern (Abteilung Chemische und galvanische Oberflächentechnik/WOT) und Sigrid Frey (Marketing/Kommunikation B+T) bei.

Prof. Dr. von Unwerth betonte die Bedeutung transdisziplinärer Arbeit an der TU Chemnitz und die Herausforderung, Forschungsergebnisse vom Campus und Stadtlabor-Umfeld in Industrie und Gesellschaft zu übertragen; die Universität kooperiere derzeit mit rund 170 Unternehmen. Nicht zuletzt gelänge dieser Transfer dank der Einbindung human- und sozialwissenschaftlicher Aspekte in die technischen Wissenschaften, die auch die gesellschaftliche Akzeptanz von neuen Technolo­gien berücksichtigen und fördern.

Prof. Dr. Hasse begrüßte als Prodekan für Forschung der Fakultät für Maschinenbau die Auszeichnung für seine Kolleginnen und Kollegen der WOT, die in der Profillinie Mensch und Technik der Fakultät für Maschinenbau Pionierarbeit leisten. Gemeinsam mit dem Prorektor und den Preisträgern freute er sich über diese besondere Würdigung.

Nachhaltige Werkstoff- und ­Oberflächentechnik trifft ­menschzentrierte Digitalisierung

Das Forschungsspektrum der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik (WOT) von Prof. Dr. Lampke reicht von der Entwicklung und Analyse nachhaltiger Werkstoffe und deren Eigenschaften über chemische, galvanische und thermische Beschichtungsverfahren bis hin zur modellbasierten Simulation komplexer Fertigungsprozesse. Seit 2022 gehört zum Kompetenzfeld der Professur auch das HCPS-Forschungsgebiet, das er zusammen mit Dr. Bocklisch koordiniert.

In einem kurzen Impulsvortrag ­erläuterte Franziska Bocklisch die Schwerpunkte ­ihrer Forschung und ging dabei auf die jeweiligen Herausforderungen ein: Im Mittelpunkt steht stets der Mensch mit seinen konkreten Aufgaben im Kontext von Produktion und Fertigungstechnologien. Seine kognitiven Fähigkeiten, sein Fachwissen und seine individuellen Bedürfnisse bestimmen die Architektur der Systeme. Damit dies gelingt, wird transdisziplinär gearbeitet: Kenntnisse aus Psychologie, Informatik und Maschinenbau werden vernetzt, um konkrete Assistenz- und Automatisierungslösungen zu erforschen, die sowohl leistungsstark als auch ethisch vertretbar sind.

Die realen Fragestellungen in Produktion und ingenieurtechnischem Kontext bilden den Ausgangspunkt. So können etwa besonders herausfordernde Fragen, wie die Unterstützung mehrkriterieller Entscheidungen für die Auswahl von Parametern für komplexe Beschichtungsprozesse, gezielt identifiziert und durch menschzentrierte Digitalisierung unterstützt werden (Forschungsfeld Entscheidungsunterstützung). Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung HCPS liegt im Bereich Wissensmanagement und der Sicherung/­Digitalisierung von Domänenwissen. Durch kognitive Methoden zur systematischen Erfassung und Strukturierung wird wertvolles (implizites) Erfahrungswissen für KI-gestützte Aufbereitung zugänglich gemacht. Das langjährige Expertenwissen kann gesichert, digitalisiert und für neue Anwendungen für den Menschen nutzbar gemacht werden.

Ziel ist hierbei, neben dem reinen Wissens­erhalt auch Innovationsfähigkeit zu fördern, beispielsweise indem Digitalsysteme konzipiert werden, die ähnlich einem Teampartner agieren und ganz neue, hilfreiche Impulse für die Fertigung setzen können (Forschungsfeld Kognitives Engineering und Mensch-Maschine-Teaming). Abschließend betonte Dr. Bocklisch auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit, indem die Produktion der Zukunft ressourcen­effizient gestaltet wird.

Durch diese Leitlinien schafft das Team von Prof. Dr. Lampke und Dr. Bocklisch ein Fundament für eine industrielle Zukunft, in der Mensch, Maschine und digitale Systeme harmonisch zusammenwirken.

Was B+T und die TU Chemnitz verbindet

B+T ist ein Unternehmen, das sich auf Oberflächentechnik und galvanische Beschichtungen spezialisiert hat, wodurch die in der TU Chemnitz entwickelte Forschung unmittelbar in die Praxis übertragen werden kann. Zudem stellt das Unternehmen den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns.

Beide Partner teilen eine ausgeprägte Neugierde und ein starkes Streben nach Innovation. In der Unternehmensstrategie von B+T ist verankert, jährlich ein bis zwei Forschungsprojekte zu unterstützen, um den eigenen Wissensvorsprung zu sichern und die Marktführerschaft auszubauen. Angesichts knapper Fördermittel suchen beide aktuell nach neuen Kooperationsmodellen.

Nachhaltigkeit ist für B+T ein zentraler Inno­vationstreiber. Die unternehmenseigene Nachhaltigkeitsstrategie verknüpft ökologisches Handeln mit technologischem Fortschritt. Durch den gezielten Einsatz einer unternehmensinternen Künstlichen Intelligenz optimiert B+T seine Produktionsprozesse, redu­ziert den Materialverbrauch und erreicht seine ambitionierten Klimaziele. Gleichzeitig soll das Fachwissen der Mitarbeitenden mithilfe von KI gesichert und für zukünftige Aufgaben nutzbar gemacht werden – ein Ansatz, der sich hervorragend mit den Zielen der HCPS-Forschung deckt.

Bedeutung des Awards für ­Forschung und Wirtschaft

Der Innovation Award 2025 sendet ein klares Signal: Menschzentrierte Digitalisierung ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Die B+T Unternehmensgruppe sieht in der HCPS-Forschung ein strategisches Element für die digitale Transformation und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigungsindustrie.

Wir danken Ihnen für Ihren mutigen Weg, sagte Frank Benner. Der Award soll Sie in Ihrer Arbeit gleichermaßen bestärken und ermutigen, die Produktion von morgen nicht nur effizient, sondern auch ethisch und nachhaltig zu gestalten.

Prof. Dr. Lampke dankte im Namen des gesamten WOT-Teams für diese herausragende Würdigung: Es ist für uns eine besondere Freude und Ehre, den Innovation Award von der für innovative Prozesse und Produkte bekannten B+T Unternehmensgruppe verliehen zu bekommen. Die bisherige Zusammenarbeit und die wertvollen Ergebnisse weisen stark in die Zukunft und revolutionieren die Produktionsprozesse der von ­Kenntnissen und Fähigkeiten geleiteten Branche der Oberflächentechnik.

Ein besonderer Dank gilt allen Organisatorinnen und Organisatoren für die ausgezeichnete Gastfreundschaft und die unvergessliche Veranstaltung – auch die vierbeinige Begleiterin Jette schätzte die liebevolle und aufmerksame Versorgung.

B+T ehrt die TU Chemnitz mit dem Innovation Award 2025 mit Sarah Benner, Frank Benner, Dr. Franziska Bocklisch, Prof. Dr. Thomas Lampke, Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Dr. Roy Morgenstern, Prof. Dr. Alexander Hasse und Paulin Wels (v. l. n. r.)(Bild: Dr. A. Gester/TU Chemnitz)

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