Verbandsinformationen von ZVO, IMU, VDMA und AD

Verbände 08. 03. 2024
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Zentralverband Oberflächen­technik e. V.(ZVO)

Das Frauennetzwerk innerhalb des Zentralverbands Oberflächentechnik (ZVO) kam am 18. Januar 2024 zum zweiten Treffen zusammen. 17 Frauen aus den Reihen der ZVO-Mitgliedsunternehmen hatten sich nach Mitteilung des ZVO zu dem virtuellen Workshop eingefunden, um die Zukunft der Female (Sur)Faces, so der Name des Netzwerks, zu konkretisieren.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und der Vorstellung der Agenda entwickelten die Teilnehmerinnen unter der Moderation von Judith Klups, Zukunftsagenten, und Dr. Elke Moosbach seitens des ZVO-Vorstands gemeinsam ein Zukunftsbild des Frauennetzwerks. Input hierzu gab die Präsentation von anderen Frauennetzwerken und ihre zentralen Themen und Trends.

Die Teilnehmerinnen trugen zusammen, wofür das ZVO-Frauennetzwerk stehen soll und mit welchen Erwartungen es verbunden ist, zum Beispiel:

  • Firmenübergreifende Vernetzung und Angebote
  • Unterstützung, Mentoring, Coaching für Frauen
  • Flexible, Lebensphasen-orientierte Arbeitsmodelle und Work-Life-Balance
  • Wissensvermittlung
  • Professionalität, Mut, Umgang auf Augenhöhe
  • Gleichberechtigung, Offenheit und Einbezug über Unternehmensgrenzen und über den ZVO hinaus
  • Förderung von Vielfalt und Inklusion
  • Sichtbarkeit und Präsenz in der Gesellschaft
  • Rollen- und Funktionsunabhängigkeit
  • Chancen
  • Inspirierende Vorbilder

In einer Chatrunde zur Namensfindung taufte sich die Gruppierung schließlich Female (Sur)Faces.

Im letzten Punkt der Agenda ging es bereits um konkrete Maßnahmen und Aktivitäten für die nächsten Monate, zum Beispiel die Platzierung des Netzwerks in den sozialen Medien oder auf der SurfaceTechnology GERMANY. Auch diePlanung des Beitrags auf den ZVO-Oberflächentagen 2024 in Leipzig, bei denen die Female (Sur)Faces eine 100-minütige Session gestalten werden, wurde ­besprochen.

Das nächste Treffen findet online am 14. März 2024 statt. Interessierte wenden sich per Mail an: female.sur.faces@zvo.org

Industrieverband Massiv­umformung e. V.(IMU)

Ausblick auf die Zukunft der Kaltmassivumformung

Auf der Traditionsveranstaltung der Kaltmassivumformbranche am 7. und 8. Februar 2024 präsentierte Tobias Hain, Geschäftsführer des Industrieverbands Massivumformung und der German Cold Forging Group, Informationen zu konjunkturellen Entwicklungen und Trends in der Branche.

Welche Anforderungen stellt die Transformation (Mobilitätswende, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Demografie) an die Unternehmen der Kaltmassivumformung? Wie entwickeln sich die Abnehmermärkte Automotive und Maschinenbau? Wie ist die (Kalt-)Massivumformung aktuell strukturiert und welche spezifischen Entwicklungen zeichnen sich dort ab? – Fragen, denen sich die Branche gegenübersieht.

In seinem Vortrag vor den über 100 Teilnehmern und Teilnehmerinnen des 37. Jahrestreffens der Kaltmassivumformer zeigte Tobias Hain die großen Herausforderungen der Branche in Folge des grundlegenden Wandels vieler wichtiger Geschäftsparameter auf. Märkte und Produkte, regulative und kundenseitige Anforderungen, Informationsflüsse und Mitarbeiterstrukturen verändern sich rasant und erfordern eine hohe Flexibilität der betroffenen Betriebe.

Während das Jahr 2023 in den Abnehmermärkten noch zufriedenstellend gelaufen ist, werden aktuell deutlich nachlassende Auftragseingänge verzeichnet und die Prognosen für 2024 sind negativ. Die stark von der Automotive-Branche abhängige (Kalt-)Massivumformung schaut daher eher pessimistisch auf die kommenden Monate.

Im Ausblick erwartet Hain weiteren intensiven Veränderungsdruck auf die Industrie, der durch Transparenz, Flexibilität und Innovation bewältigt werden kann: „Change“ werde zur Normalität, die Transformation werde hohe Investitionen erfordern.

In weiteren Vorträgen wurden unter anderem die Themen Fachkräftegewinnung, Generative KI, Produktion mit niedrigen Stückzahlen und Reduzierung des CO2-Fußabdrucks von anderen Referenten aufgegriffen und mögliche Lösungen aufgezeigt.

Nach drei Jahren als Referentin Marketing und Kommunikation im IMU wechselt Verena Ehlenbruch zurück in die Industrie. Manuela Knoch verstärkt nach Mitteilung des Verbands seit Anfang Februar das IMU-Team als Assistenz der Geschäftsführung.

Seit April 2021 unterstützte Verena Ehlenbruch den Industrieverband Massivumformung (IMU) und entwickelte das verbandliche Marketing und die Kommunikation in die Mitgliedschaft sowie nach außen weiter. Insbesondere die Social-Media-Präsenz des Verbands wurde auf ein neues Niveau gehoben. Auch der Relaunch der Webseite zählte zu den erfolgreichen Projekten im Laufe der vergangenen drei Jahre, ebenso wie die perfekte Organisation der Jahrestagung 2023.

Aufgrund der Chance, in einer branchen­nahen Industriegruppe die Leitung des Bereichs Marketing zu übernehmen, verlässt sie nun zu Mitte Februar den IMU. Das Referat Marketing und Kommunikation wird nahtlos von ihrer Vorgängerin Sabrina Schymainda übernommen. In einer emotionalen Abschiedsrunde mit den Kollegen bedankte sich IMU-Geschäftsführer Tobias Hain bei Verena Ehlenbruch für die hervorragende Zusammenarbeit und wünschte ihr viel Spaß und Erfolg mit der neuen Aufgabe.

Fast zeitgleich mit dem Ausscheiden von Verena Ehlenbruch stieß Manuela Knoch am 1. Februar als neue Assistentin der Geschäftsführung zum IMU-Team. Die gelernte Industriekauffrau hat einige Jahre in den Bereichen Key Account Management, Sales und Marketing gearbeitet und wird zukünftig die Mitgliederbetreuung, die Administration der Geschäftsstelle und das Management ausgewählter Veranstaltungen übernehmen.

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.(VDMA)

Fachverband Metallurgy

Der Vorstand des VDMA Fachverbands Metallurgy hat nach Mitteilung des Verbands Till Schreiter, CEO ABP Induction Systems GmbH, mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorsitzenden gewählt. ­Schreiter tritt die Nachfolge von Dr. Ioannis Ioannidis an, der Ende 2023 aus dem aktiven Berufsleben bei der Frech Group ausgeschieden ist und damit auch den Vorsitz des Fachverbands abgibt.

 

Till Schreiter, CEO der ABP Induction Systems GmbH (Bild: ABP Induction Systems GmbH) 

 

Schreiter, Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik (RWTH Aachen), gehört dem Vorstand des Fachverbands Metallurgy – mit den Fachabteilungen Gießereimaschinen, Hütten- und Walzwerkeinrichtungen sowie Thermoprozesstechnik – seit seiner Gründung im Jahr 2017 an und bringt seine umfassende Expertise und Erfahrung aus Geschäftsführungstätigkeiten im metallurgischen Anlagenbau in die Steuerung der Fachverbandsarbeit ein.

Es ist ihm ein besonderes Anliegen, gemeinsam mit seinen Vorstandskolleginnen und -kollegen, die Rahmenbedingungen dafür zu stärken, dass die Lösungen, mit denen der metallurgische Maschinen- und Anlagenbau hilft, bewährte Prozesse der Metallerzeugung und -verarbeitung immer nachhaltiger zu gestalten, global zum Tragen kommen können.

Unsere Branche kann ihr Potenzial und insbesondere ihr umfassendes Dekarbonisierungs-Know-how nur voll entfalten, wenn die Rahmenbedingungen für eine starke Basis des innovativen metallurgischen Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland und Europa stimmen, sagt Till Schreiter. VDMA Metallurgy biete das Netzwerk und die Plattform, um unternehmensübergreifend die Lösungen für die zentralen Herausforderungen der internationalen Wertschöpfungskette Metalle entscheidend mitzugestalten.

Deutsche ­Aluminiumindustrie: mehr Vernunft in der ­Wirtschaftspolitik notwendig

Deutschland ist in einer Rezession. Dieser dramatischen Entwicklung konnte sich auch die Aluminiumindustrie nicht entziehen, wie Aluminium Deutschland mitteilt. Im Gegenteil, sie leidet besonders stark unter den hohen Energiekosten und der schwachen Konjunktur. Nach Aussage von Rob van Gils, Präsident von Aluminium Deutschland, hat das Jahr 2023 sehr deutlich gezeigt, dass die Energie­wendestrategie in ihrer bisherigen Form nicht funktioniert. Überregulierung, massive Bürokratie und fehlendes Verständnis für die Bedeutung der Industrie für Wohlstand und Teilhabe in Deutschland beschädigten die Akzeptanz für die Notwendigkeit einer klugen Klimaschutzpolitik, so van Gils.

Die deutsche Aluminiumindustrie verzeichnete im Jahr 2023 deutliche Produktionsrückgänge in nahezu allen Teilbereichen. Vor allem in der Primärerzeugung fiel das Minus besonders deutlich aus. Nach einem Minus von mehr als 30 Prozent im Vorjahr sank die Produktion in den deutschen Hütten 2023 um weitere 45 Prozent auf 189 000 Tonnen. Sie erzeugten noch etwas mehr als ein Drittel (37 %) des Volumens von vor der Energiekrise. Selbst 2009, im Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise, wurde in Deutschland deutlich mehr Primäraluminium hergestellt. Bis zum Jahr 2021 war Deutschland größter Primär­aluminiumproduzent in der EU. Die Unternehmen sahen sich seitdem durch die anhaltend sehr angespannte Situation auf dem deutschen Strommarkt zu drastischen Maßnahmen gezwungen. Eine der verbleibenden vier deutschen Aluminiumhütten wurde zum Jahresende 2023 endgültig stillgelegt.

Auch im weiterverarbeitenden Aluminiumhalbzeugbereich mussten die Unternehmen deutliche Rückgänge hinnehmen (-9 %). Mit 2,33 Millionen Tonnen erreichte das Produktionsvolumen das geringste Niveau seit der Finanzkrise. Darunter verzeichneten die Hersteller von Strangpressprodukten mit -15 Prozent ein besonders starkes Minus; sie produzierten 500 000 Tonnen. Bei den Herstellern von Walzerzeugnissen sank die Produktion ebenfalls deutlich auf 1,83 Millionen Tonnen (-7 %). Während die Unternehmen mit den schwierigen Standortbedingungen kämpfen, sehen sie sich gleichzeitig einem zunehmenden Wettbewerb mit Importeuren aus Drittstaaten ausgesetzt, in denen ökologische, soziale und ethische Standards deutlich niedriger sind.

Wir haben es mehrfach betont, ohne Aluminium, ohne resiliente Lieferketten und mehr strategischer Unabhängigkeit von Drittstaaten wird der Umbau der europäischen Industrie nicht gelingen, sagt Rob van Gils. Darüber hinaus sei es dringend erforderlich, die Bedeutung der Industrie als Motor für Beschäftigung und Wohlstand wieder ins Zentrum politischer Entscheidungen zu rücken. Es sei eben keine gute Nachricht, wenn der CO2-Ausstoß im Jahr 2023 auf den niedrigsten Wert seit den 50er-Jahren sinkt. Das ist ihm zufolge nicht das Ergebnis kluger Energiepolitik, sondern das Ergebnis katastrophaler Wirtschaftspolitik.

Die Mitgliedsunternehmen von AD sind mit Blick auf das neue Jahr sehr besorgt um den Industriestandort Deutschland. Sie stellen sich die berechtigte Frage, ob mutiges Unternehmertum, die Innovationskraft und ihr Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität politisch überhaupt wahrgenommen oder gar geschätzt werden. Die Unternehmen können mit Konjunkturzyklen durchaus umgehen, nicht allerdings mit einer immer weiter um sich greifenden Überregulierung mit dem moralischen Zeigefinger, aber ohne industrie­politischen Kompass.

Unsere Unternehmen investieren seit Jahren in effizientere und damit CO2-ärmere Produktion, sagt van Gils. Sowohl unsere Produkte als auch unsere Prozesse haben den Fußabdruck als wichtiges Ziel im Blick. Statt diese Entwicklung mit klugen Rahmenbedingungen zu stärken und zu begleiten, kämen Jahr für Jahr, Monat für Monat zusätzliche Belastungen hinzu. Das könne und werde nicht lange gutgehen. Es gelte auch hier die Börsenweisheit: Die Jobs sind nicht weg, sie sind nur woanders.

Till Schreiter, CEO der ABP Induction Systems GmbH(Bild: ABP Induction Systems GmbH)

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