Hightech für die sächsische Leichtbauforschung

Werkstoffe 07. 04. 2021
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Laborgebäude am MERGE Research Centre Lightweight Technologies der
TU Chemnitz fertiggestellt – Freistaat Sachsen investierte rund 14,5 Millionen Euro, der größte Teil stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Das neue Laborgebäude für die Zentrale Einrichtung MERGE der Technischen Universität Chemnitz hat seinen Forschungsbetrieb aufgenommen. Auf insgesamt 1486 Quadratmetern wird dort die Herstellung von neuartigen, energie- und ressourcensparen­den Werkstoffen untersucht und analysiert. Einsatzgebiete der Werkstoffe sind unter anderem die Mobilitätsbranche sowie die Luft- und Raumfahrt. Dafür wurde durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) seit August 2018 ein moderner Laborneubau errichtet. Nach der baulichen Übergabe an die TU Chemnitz im Oktober 2020 und den anschließenden Einrichtungsarbeiten durch die Universität konnte jetzt mit der Forschung begonnen werden. Neben hochspezialisierten Laborräumen bietet der Neubau auch Büro-, Praktika- und Besprechungsräume.

Das neue Laborgebäude am MERGE Research Centre Lightweight Technologies der TU Chemnitz (Bild: Jacob Müller)

 

Mit MERGE baut der Freistaat Sachsen nach den Worten von Sachsens ­Finanzminister Hartmut Vorjohann seine internationale ­Rolle in der Leichtbauforschung aus. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt schaffen wir in Chemnitz beste Bedingungen zum Forschen und den kreativen Austausch, so Hartmut Vorjohann. Die TU Chemnitz erhalte einen weiteren attraktiven Standort, der die Stadt insgesamt bereichere. Wie Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow ergänzt, werde mit dem Neubau für MERGE die Leichtbauforschung in Sachsen und damit die Leichtbauallianz Sachsen deutlich gestärkt. Am Standort Chemnitz ­eröffneten sich neue Chancen, die Forschung auf höchstem Niveau weiter ­voranzutreiben. Davon profitierten neben den beteiligten Wissenschaftlerinnen und ­Wissenschaftlern auch weitere Partner, etwa aus der Wirtschaft.

Leichtbautechnologien zählen nach wie vor zu den Zukunftstechnologien, um die nachhaltige Reduktion von CO2 in allen Produktionsbereichen zu erzielen. Mit ­maximaler Ressourceneffizienz, der Einsparung von Gewicht, Material und Energie, bei gleichzeitiger Sicherung oder sogar Verbesserung der Funktionalität und auch ­Leistungsfähigkeit von Bauteilen liegen die Vorteile klar auf der Hand. Damit kann Leichtbau einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele der Bundes­regierung leisten. Durch das Kombinieren von digitalen Prozesstools, innovativen Materialien und Fertigungsverfahren lassen sich neue funktionsintegrierte Bauteile entwickeln. Die Nutzung und der Einsatz von biobasierten Werkstoffen in Kombination mit bionisch inspirierten Designs eröffnen für die Zukunft neue Wege für ressourceneffiziente Produkte und Technologien.

Das neue Laborgebäude ist nach Aussage von Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz, neben der existierenden Forschungshalle ein weiterer Baustein zur Untermauerung der Spitzenstellung der Leichtbauforschung an der TU Chemnitz und damit zugleich zur Stärkung der Kernkompetenz ressourceneffiziente Produktion und Leichtbau. Er bedankt sich sehr herzlich beim Freistaat Sachsen sowie der Europäischen Union für die wichtige Investition in den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Chemnitz.

Mit der Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnitts Laborgebäude MERGE ist der ­Zusammenschluss vieler dezentraler Labor­einrichtungen und somit eine deutlich verbesserte und auch schnellere Arbeit in den zahlreichen Forschungsprojekten möglich geworden, freut sich Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator der Zentralen Einrichtung MERGE und Direktor des Instituts für Strukturleichtbau der TU Chemnitz. Insbesondere mit der Ausstattung im Bereich Prüftechnik, ­mithilfe derer beispielsweise erweiterte ­Material- und Belastungsprüfungen durchgeführt werden, werde nun eine neue Liga ­aufgestoßen. Mithilfe dieser Technik würden aktuell etwa hochgefüllte Kunststoff-Compounds für neue Brennstoffzellenanwendungen untersucht. Auch im Rahmen von Großprojekten, wie thermoprePlus, SmartERZ, InnoCarb Energy, und vielen KMU-gestützten Projekten im Rahmen des Innovationsprogramms ZIM, werde die neue Infrastruktur die Forschenden wesentlich unterstützen, bestmögliche Forschungsergebnisse zu erzielen, die insbesondere für den Mittelstand von enormer Bedeutung seien.

Der Laborneubau erweitert den Hallenkomplex des MERGE Research Centre Lightweight Technologies, in welchem bereits seit August 2015 geforscht wird. An dessen Südfassade wurde nun der Neubau angeschlossen. Beide Gebäude sind im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss miteinander verbunden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Gesamtkomplex noch durch ein Bürogebäude zu ergänzen.

Die Gesamtbaukosten des neuen Laborgebäudes liegen bei rund 14,5 Millionen Euro, die durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts finanziert sind.M. Steinebach

Kontakt:

Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator der Zentralen Einrichtung MERGE, Telefon 0371 531-13910,
E-Mail merge@tu-chemnitz.de

Text zum Titelbild: Forschung im Laborgebäude am MERGE Research Centre Lightweight Technologies: Toni Albrecht, Technischer Mitarbeiter an der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung scannt mithilfe optischer 3D-Mess­technik eine Hälfte eines Wasserstofftanks, der unter anderem in der Automobilbranche eingesetzt werden kann (Bild: Jacob Müller)

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