Galvanikgerechtes Polieren von Kunststoffbauteilen

Oberflächen 09. 05. 2020
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BIA optimiert Verfahren zur Nachbearbeitung

Bedingt durch das Design kann es bei der Herstellung von Kunststoffbauteilen zu Formtrennungen kommen – sogenannte Grate. Diese dürfen bei dekorativen Bauteilen, insbesondere für die Automobilindustrie, nicht im Sicht- beziehungsweise Griffbereich liegen. Darauf ist bereits bei der Ausführung der Bauteildaten zu achten. Aufgrund immer komplexerer Bauteilgeometrien lässt sich diese Anforderung jedoch konstruktions­seitig nicht immer realisieren.

     
 Sind Prozessparameter beim Polieren nicht optimal aufeinander und auf das Bauteil abgestimmt, entsteht in der Beize eine ungleichmäßige Oberflächenstruktur – ein gleichmäßiger Schichtaufbau in der Galvanik ist dann nicht gewährleistet (Bild: BIA)  Durch das Optimieren des galvanikgerechten Polierens von Kunststoff-Bauteilen wird beim Beizen eine gleichmäßige Oberflächenstruktur erzielt und ein sauberer Schichtaufbau beim Verchromen ist möglich (Bild: BIA)

 

In diesen Fällen kann eine gezielt eingesetzte manuelle oder maschinelle Nachbearbeitung helfen. Der Solinger Automobilzulieferer BIA bietet als eine Lösung das Polieren der Rohteiloberfläche an und hat diese Technik optimiert. Zwar ist das Verfahren nicht für alle Bauteile anwendbar, abhängig von der Geometrie und der Position des Grates. Dort, wo das Polieren möglich ist, erzielt BIA jedoch hervorragende Ergebnisse.

Die Herausforderung beim Polieren von Bauteilen, die anschließend galvanisch verchromt werden, ist es, die empfindliche Oberflächenstruktur des Rohteils durch den Polierprozess nicht zu schädigen. Darüber hinaus sind offensichtliche Prozessfehler wie Kratzer und Schleifspuren ebenso zu vermeiden wie ein unzureichender Abtrag der Trennungskante.

Sind die Parameter beim Polieren nicht optimal auf das Bauteil abgestimmt, entsteht in der Beize – dem ersten Schritt im galvanischen Prozess – eine inhomogene Oberflächenstruktur. Diese erlaubt keinen gleichmäßigen Schichtaufbau. Nur wenn ein homogenes Beizbild über das gesamte Bauteil erreicht wird, kann auch der Schichtaufbau im galvanischen Prozess richtig erfolgen.

Entscheidend für eine homogene Oberflächenstruktur nach der Beizbehandlung ist die richtige Kombination aus Schleifmittel, Anpressdruck und Temperatur. Diese Kombination muss für die meisten Bauteile individuell entwickelt und getestet werden.

BIA ist es gelungen, die optionale Nachbearbeitung mittels Polieren zu optimieren. Dadurch lassen sich designbedingte Grate an Bauteilen vollständig entfernen bei gleichzeitigem Erhalt der Galvanisierbarkeit. Damit kann der komplette Prozess abgebildet werden: Spritzgießen, Polieren und Galvanisieren aus einer Hand. Die Realisierung von gratfreien Chrombauteilen trotz geometriebedingter Formtrennungen auf der Sichtfläche ist damit möglich.

Einen Eindruck dieses Verfahrens vermittelt auch ein TechVideo auf dem BIA YouTube-Kanal (BIA Group):

https://youtu.be/P0LMVLTq6W8

Text zum Titelbild: Durch das Polieren der Rohteiloberfläche, lassen sich konstruktionsbedingte Formtrennungen vor dem Verchromen entfernen (Bild: BIA)

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