Spezialchemie-Unternehmen Coventya kauft in der Türkei zu

Oberflächen 07. 03. 2017
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Coventya, ein weltweit aktiver Hersteller von Spezialchemikalien für die Oberflächentechnik und Portfoliogesellschaft im Fonds II des europäischen Private-Equity-Hauses Silverfleet Capital, hat zwei türkische Chemieunternehmen erworben. Bereits wenige Monate nach dem mehrheitlichen Engagement von Silverfleet im Mai 2016 konnte Coventya damit im Rahmen der gemeinsamen Wachstumsstrategie­ wichtige neue Add-on-Akquisitionen tätigen. Das weltweit aktive Unternehmen mit Sitz im französischen Villeneuve-la-Garenne ist eine ehemalige Konzerndivision der früheren Frankfurter Metallgesellschaft AG und unterhält unter anderem in Gütersloh einen wichtigen Standort. Mit 570 Mitarbeitern entwickelt, produziert und vertreibt Coventya etwa 1400 Formulierungen von Spezialchemikalien zur Oberflächenveredelung von Metallen (GMF –General Metal Finishing) für zahlreiche Branchen.

Coventya beteiligt sich nun zu 80,6 Prozent an der in Istanbul börsennotierten Politeknik Metal Sanayi ve Ticaret A.Ş., die zu den größten Herstellern von Spezialchemikalien für die Veredelung von Aluminiumoberflächen (AST – Aluminium Surface Treatment) zählt. Zudem wird Coventya in Kürze ein Pflichtangebot für die verbleibenden 19,4 Prozent der Anteile abgeben, das im Einklang mit den Regelungen der türkischen Finanzmarktaufsicht steht. Politeknik, das neben einer hochmodernen Herstellungsanlage im türkischen Tuzla­ auch eine Tochtergesellschaft in Atlanta, USA, besitzt, exportiert aktuell 20 Prozent seiner Chemikalien und erwirtschaftet einen Jahresumsatz in Höhe von mehr als neun Millionen Euro. Coventya plant, das eigene Vertriebsnetz zum Ausbau seines AST-Marktanteils in den USA und Europa zu nutzen und noch stärker an der steigenden Nachfrage nach leichten Materialien in den Bereichen Automotive, Bauwirtschaft und anderen Sektoren zu partizipieren.

Zusätzlich übernimmt Coventya Telbis, Coventyas einzigen türkischen Vertriebshändler von GMF-Chemikalien. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von etwa drei Millionen Euro wird künftig als Coventya Kimya firmieren und bei seinem weiteren regionalen Marktausbau von den Ressourcen der Gruppe profitieren.

Die Gesamtgröße der Transaktionen liegt bei etwa 18 Millionen Euro, wobei Silverfleets Fonds abhängig vom Ausgang des Pflichtangebots etwas mehr als vier Millionen Euro in zusätzliche Anteile investieren wird. Thomas Costa, Coventya-CEO, und Torsten Becker, Coventya-CFO, sind davon überzeugt, dass die beiden Zukäufe sowohl die Kompetenzen im Bereich AST als auch die globale GMF-Präsenz mit einer eigenen Niederlassung in der Türkei stärken. Nach Aussage von Jean Châtillon, Principal bei Silverfleet Capital, sind neue Add-ons einem noch fragmentierten Marktumfeld für Coventya wichtige Bausteine der Buy-&-Build-Strategie. Mit dieser Strategie soll das Technologiespektrum des Unternehmens erweitert und das weltweite organische Wachstum beschleunigt werden. Coventya wurde bei den Transaktionen beraten von European Growth Management (M&A), Latham & Watkins, Paksoy, Gide, Advancy, KPMG und PricewaterhouseCoopers.

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