Bestens vorbereitet ins Berufsleben

Werkstoffe 10. 08. 2013
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Der Studiengang Oberflächentechnologie/Neue Materialien an der Hochschule Aalen

Die Hochschule Aalen ist seit Jahren die ­forschungsstärkste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Mit rund 5000 Studierenden ist die ehemalige Ingenieurschule heute eine global ausgerichtete und praxisorientierte­ Hochschule mit fünf Fakultäten. 48 Bachelor- und Master-Studienangebote garantieren eine wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Ausbildung. In diesem Jahr feiert die Hochschule ihr 50-jähriges Bestehen. Der Studiengang Oberflächentechnologie/Neue Materialien war schon damals unter dem Namen Metallveredelung mit dabei und ist heute aktueller denn je.

Wer sich in Aalen für den Studiengang Oberflächentechnologie/Neue Materialien entscheidet, den erwartet ein interdisziplinäres Studienangebot, das alle Aspekte der Oberflächentechnologien und Materialwissenschaften berücksichtigt. Am Anfang steht mit Mathematik, Physik, Chemie und technischer Mechanik natur- und ingenieurwissenschaftliches Basiswissen im Vordergrund. Weitere Studieninhalte im Grundstudium sind Galvanotechnik, Messtechnik, Werkstoffprüfung, Strukturwerkstoffe und BWL. Nur wer die Grundlagen verstehe, könne später komplexere Zusammenhänge deuten und auch eigene Ideen entwickeln, sagt Prof. Berthold Hader, der im Studiengang seit 21 Jahren unter anderem Physik und Mathematik lehrt. Besonders stolz ist er auf die Erweiterung des Studiengangs im Bereich der Dünnschichttechnik: Seit der Runderneuerung im Jahr 2011 sind die im Dünnschichtlabor ausgegebenen Studien- und Laborarbeiten fester Bestandteil des Studiengangs. Überhaupt hat sich der Studiengang in den vergangenen 50 Jahren stets an den technologischen Entwicklungen und den veränderten Anforderungen der Industrie orientiert, um den Studierenden die bestmögliche Ausbildung zu bieten. So wurde beispielsweise 1995 ein neues Lacklabor in Betrieb genommen, in dem die Studierenden alle gängigen Lackierverfahren selbst ausprobieren und anschließend ihre lackierten Bauteile prüfen und charakterisieren können.

Bei der Anpassung der Studieninhalte wird die Hochschule von einem Industriebeirat mit namhaften Vertretern internationaler Firmen und Institute beratend unterstützt. Dieses Konzept des Studiengangs hat sich nach Aussage von Herbert Hass absolut bewährt. Es habe sich über die vielen Jahre gezeigt, dass unsere Absolventen auch in wirtschaftlich schlechteren Zeiten händeringend gesucht werden und es sei immer wieder schön zu sehen, dass unsere Ehemaligen heute in führenden Positionen bei Firmen wie Daimler, MTU, Evonik, EADS oder Umicore, um nur eine kleine Auswahl zu nennen, zu finden seien. Hass kennt den Studiengang wie kein anderer: Seit über 30 Jahren ist er an der Hochschule Aalen tätig – zunächst als Student, heute als erfahrener Laborbetriebsleiter im Bereich der Lackier- und Galvanotechnik.

Die Galvanotechnik ist ein traditionelles und wichtiges Standbein im Studiengang Oberflächentechnologie/Neue Materialien.­ Seit 2011 leitet Prof. Dr. Timo Sörgel den Fachbereich und die angeschlossene Arbeitsgruppe, die derzeit aus drei Wissenschaftlern, drei Bachelor- und Masteranden sowie zahlreichen studentischen Hilfskräften besteht. Neben der Betreuung von Labor- und Forschungspraktika sowie Studien- und Abschlussarbeiten ist die Gruppe in der Forschung sehr aktiv.

Die aktuellen Schwerpunkte liegen dabei im Bereich der Dispersionsbeschichtungen­ und Lithium-Schwefel-Batterien. Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt OSTSTROM wird derzeit erfolgreich die Elektrochemische Mikro- und Nanostrukturierung von Stromsammlern für Batterieelektroden der nächsten Generation zur Steigerung der Energieeffizienz und Zyklenfestigkeit untersucht. Bei den Dispersionsbeschichtungen befasst sich die Arbeitsgruppe mit grundlegenden Fragestellungen im Hinblick auf ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen den Abscheidungsparametern, dem Schichtaufbau und den daraus resultierenden Schichteigenschaften. Im Fokus stehen hierbei die Möglichkeiten zur Erzielung eines homogenen, agglomeratfreien Dispersoideinbaus und die Maximierung des erzielbaren Einlagerungsvolumens, unter anderem mittels Partikelfunktionalisierung, die auch für den Einbau von submikrometerskaligen Partikeln erforderlich ist. Wie Prof. Sörgel erläutert, ist der Hochschule die Möglichkeit, neben der Lehre auch zu forschen und die Studierenden dabei aktiv mit einzubinden, ein sehr wichtiges Anliegen. Der Forschungsschwerpunkt Dispersionsbeschichtung sei ein schönes­ Querschnittsthema, das zu sehr vielen spannenden und zukunftsweisenden Anwendungen etwas beizutragen habe.

Das Hauptstudium ermöglicht den Studierenden zahlreiche Einblicke in aktuelle Forschungsgebiete. Ein Fokus liegt dabei auf den Zukunftsthemen nachhaltige Mobilität­ und Energieversorgung. Weitere Vorlesungen befassen sich unter anderem mit der Herstellung und Charakterisierung neuer und etablierter Werkstoffe und ihrer Oberfläche, Schadenskunde, Lackiertechnik, Methoden der Qualitätssicherung und -opti­mierung sowie Projektmanagement. Ab dem sechsten Semester besteht für die Studierenden zusätzlich die Wahlmöglichkeit zwischen einer Vertiefung der oberflächentechnischen Verfahren und ihrer Anwendungen oder alternativ dem Schwerpunkt Korrosion. Im Korrosionsschutz erwerben die Studierenden das Wissen, um Schädigungsmechanismen zu verstehen und Abhilfemaßnahmen entwickeln zu können. Zahlreiche Übungen und Praktika begleiten und vertiefen das in den Vorlesungen Erlernte. Höhepunkt ist dabei das Praxissemester, das in einem Industrieunternehmen oder einem Forschungsinstitut absolviert werden muss. Ausgezeichnete Kontakte zu internationalen Firmen ermöglichen es den angehenden Ingenieuren, dieses im Ausland zu absolvieren. Auch ein Studien­semester kann an einer der internationalen Partnerhochschulen abgeleistet werden. Derzeit nutzen circa ein Drittel aller Studierenden in Aalen die Chance und verbringen ein ­Semester im Ausland.

Ist der Wissensdurst der Studierenden nach dem Bachelor noch nicht gestillt, besteht die Möglichkeit, sich für ein aufbauendes Master-Studium zu entscheiden. Zur Auswahl stehen neben den klassischen Studiengängen Angewandte Oberflächen- und Materialwissenschaften, Produktentwicklung und Fertigung, Polymer Technology oder Industrial Management auch ein sogenannter Research Master. In dem dreisemestrigen Aufbaustudium Advanced Materials and Manufacturing liegt der Schwerpunkt des Studiums in der angewandten Forschung. Bei dem attraktiven Masterprogramm, das nahezu einzigartig in Deutschland ist, bearbeiten die Studierenden in den Forschungsmodulen von Beginn an eigenständig aktuelle Forschungsthemen aus den Bereichen der Werkstoff- und Fertigungstechnik und werden aktives Mitglied einer Forschungsgruppe.

Oberflächentechnologie/Neue Materialien­ sind Grundlagen für moderne und innovative Produkte – sei es im Leichtbau oder in der Entwicklung von Nanomaterialien, Oberflächen zur Energiegewinnung und -speicherung oder biokompatiblen Oberflächen. Demnach stehen den Absolventinnen und Absolventen aus Aalen alle Türen zu einer Vielzahl interessanter und gut bezahlter Stellen in verschiedenen Brachen offen – wie in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, im klassischen Anlagen- oder Maschinenbau, der Fertigungstechnik, der Elektronikbranche oder auch der Medizintechnik. Durch Schwerpunktsetzung auf Anwendungen im Bereich der Elektromobilität, Energiegewinnung und -speicherung sind die Absolventen ideal auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen vorbereitet.

Hochschule Aalen – Technik und Wirtschaft
Beethovenstraße 1, D-73430 Aalen

 
 
 
 
 
 
 

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