Fachwörter-Lexikon

Das vollständige Fachwörter Lexikon ist nur für Abonnenten abrufbar. Sie sind nicht angemeldet, bitte loggen Sie sich ein oder schliessen Sie ein Abonnement ab.

Nitrierschicht – Gasnitrieren

Beim Gasnitrieren wird das Werkstück im Ammoniakgasstrom (reines Ammoniak NH3 oder NH3 mit Inertgaszusätzen, wie z.B. Stickstoff) bei Temperaturen zwischen 500 °C und 550 °C (je nach erforderlicher Dicke der Nitrierschicht) 4 h bis 100 h behandelt. Das Ammoniak wird an der Werkstückoberfläche thermisch zersetzt. Ein Teil des dabei frei werdenden Stickstoff diffundiert in die Oberfläche des Werkstücks ein und baut die Nitrierschicht auf. Das Gasnitrieren wird in der Regel nur für legierte Stähle angewandt, da sich bei unlegierten Stählen eine spröde, zum Abplatzen neigende Nitrierschicht bildet.

Silberschichten – Eigenschaften

Silber wird für dekorative Zwecke sowohl hochglänzend als auch matt abgeschieden. Da Silber durch die Reaktion mit allgegenwärtigen Schwefelverbindung einen gelblichen bis dunklen (grau-schwarze) und unansehnlichen Oberflächenfilm bildet, wird es auf dekorativen Gegenständen beispielsweise mit einem sogenannten Anlaufschutz (organische Schutzschicht) oder einer dünnen Rhodiumschicht versehen. Allerdings lassen sich Silberoberflächen ohne solche Schutzschichten relativ einfach reinigen, indem beispielsweise unter Verwendung von Natriumhydrogencarbonat und Aluminiumfolie das Silbersulfid in gasförmiges Hydrogensulfid umgesetzt wird. Silber geht hierbei nicht verloren. Für technische Zwecke werden Silberschichten beispielsweise auf Hochstromkontakten mit Dicken von 100 µm und mehr abgeschieden. Die Schichten zeichnen sich durch eine sehr gute Streufähigkeit aus, das heißt, dass auch geometrisch komplexe Teile weitgehend gleiche Schichtdicken erhalten. Silberschichten sind sehr duktil und unterscheiden sich kaum von gewalztem Silber, wobei die Eigenschaften durch Wärmebehandlungen modifizierbar sind.

Sinterteile, Herstellung

Die Herstellung der Werkstücke erfolgt in mehreren Fertigungsstufen: Pulverherstellung durch Verdüsen oder Zerstäuben von Metallschmelzen, Pulvermischen in der gewünschten Materialzusammensetzung (ev. Zugabe eines Gleitmittels, z. B. Stearin, Pressen unter hohem Druck (Zusammenhalt durch Adhäsion, mechanische Verklammerung). Beim Pressen werden die Pulverteilchen an den Berührungsstellen kaltverfestigt. Beim anschließenden Sintern (Glühenverfahren) der gepressten Metallpulverteilchen entsteht durch Diffusion und Rekristallisation ein zusammenhängendes Kristallgefüge. Durch Kalibrieren (nachpressen) erreichen die Werkstücke eine meist ausreichende Maßgenauigkeit und Oberflächengüte.

Das vollständige Fachwörter Lexikon ist nur für Abonnenten abrufbar. Sie sind nicht angemeldet, bitte loggen Sie sich ein oder schliessen Sie ein Abonnement ab.

Top