Fachwörter-Lexikon
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Nasslackierung
Nasslacke sind die klassische Form, in der Lacke verarbeitet werden. Hierbei handelt es sich um organische Moleküle in einem Lösemittel, die zur Farbgebung Pigmente enthalten. Als Pigmente fungieren anorganische und organische Feststoffe, die eventuell chemisch modifiziert werden und so als in feiner Verteilung im Lack verteilt zu bleiben. Bewährte und sehr beständige Pigmente sind Metalloxide und Metallsulfide, aber auch das klassische Weißpigment Titandioxid. Auf Grund der schärferen Umweltbestimmungen wurden in den letzten Jahren zahlreiche Metallverbindungen durch organische Farbpigmente ersetzt, wodurch die Lichtechtheit für einigen Farbvarianten bei Lacken gesunken ist, das heißt die Lacke ändern im Laufe der Zeit durch Einwirkung von Licht ihre Farbintensität. Die zweite Hauptkomponente der Nasslacke ist das Lösungsmittel mit dem darin gelösten Lackausgangsstoff. Lösemittel sind organische Lösungsmittel und in zunehmendem Maße auch Wasser mit den entsprechenden wasserlöslichen Lösungsmittel. Die Lackschichtbildung kann durch reines Verdunsten des Lösemittels erfolgen. Vor allem bei großtechnischer Lackierung werden aber System eingesetzt, die durch Energiezufuhr (Wärme, Strahlung) zur Reaktion gebracht werden, beispielsweise mit dem Sauerstoff der Luft oder durch Polymerisation von mehreren Komponenten im Lack (2K-, 3K-Lacke). Im Prinzip dient die Zufuhr von Energie in erster Linie zur Beschleunigung der Aushärtung, da viele Nasslacksysteme auch bei Raumtemperatur aushärten können, allerdings in diesem Fall relativ lange Reaktionszeiten in Anspruch nehmen können. Es gibt aber auch Systeme die erhöhte Temperatur benötigen, um die Aushärtung überhaupt in Gang zu setzen. Industrielle Lacksysteme können bereits innerhalb von wenigen Minuten vollständig ausgehärtet sein, insbesondere bei dünnen Lackschichten. Nasslacke haben generell den Nachteil, dass die Lackverteilung durch Schwerkraft und strukturierte Oberflächen ungleichmäßig ist (Kantenflucht). Sehr gleichmäßige Schichtdicken weisen vor allem rotationssymmetrische und sehr lange Substrate auf, wie endloslackierte Rohre oder Drähte.
Abfall – allgemein
Anorganische und organische Stoffe, die beseitigt werden müssen. Sie werden nach ihrer Herkunft in kommunalen Abfall, Gewerbeabfall, landwirtschaftlichen Abfall und Industrieabfall unterschieden. Dieser wird einer Abfallbehandlung unterzogen, deren Ziel eine stoffliche oder energetische Verwertung ist. Die dauerhafte Lagerung in Deponien ist nur für nicht verwertbaren Abfall gestattet.
Detonationsspritzen
Detonationsspritzen (oder Flammschockspritzen) ist ein intermittierender Spritzprozess. Die sogenannte Detonationskanone besteht aus einem Austrittsrohr, an dessen Ende sich die Brennkammer befindet. In der Brennkammer wird ein Acetylen-Sauerstoff-Spritzpulvergemisch zugeführt und durch einen Zündfunken zur Detonation gebracht. Die Verbrennungsgase breiten sich explosionsartig aus beschleunigen die Pulverpartikel auf Geschwindigkeiten zwischen 750 und 1000 m/s am Kanonenaustritt. Aufgrund der hohen Partikelaufprallgeschwindigkeiten sind die so hergestellten Schichten überdurchschnittlich dicht und fest haftend. Die Verweilzeit der Partikel in der Flamme ist vergleichsweise kurz, so dass diese meist nur angeschmolzen werden. Auch die Temperatur des Werkstücks lässt sich im Beschichtungsprozess auf ein Minimum reduzieren, da es nur für kurze Zeit der Flammenfront ausgesetzt ist. Nachteilige Effekte wie Verzug oder Gefügeänderungen sind so vermeidbar. Die D-Gun™ Technologie eignet sich sowohl zur Herstellung von karbidischen Verschleißschutzschichten als auch rein keramischen oder metallischen Schichten. Der Beschichtungsabstand beträgt etwa 60 bis 120 mm. Die Beschichtung erfolgt unter einem Winkel von mindestens 40°, idealerweise 90°.

Der Anbieter der Technologie Praxair charakterisiert sein Verfahren D-Gun™ wie folgt:
• explosionsartige Verbrennung
• ca. 1 m langes Beschleunigungsrohr
• VPartikel 750 – 1000 m/s
• Eignung für Verbundwerkstoffe mit Karbiden und metallischer Matrix sowie für rein keramische und metallische Werkstoffe
• Schichtaufbau durch Überlagerung sog. „Beschichtungs-Popps“
• Geringe thermische Beanspruchung von Spritzwerkstoff und Werkstück, dadurch Verringerung der Oxidation, Vermeidung thermisch induzierter Zugeigenspannungen, Vermeidung unkontrollierter Gefügeumwandlungen und Verzug
• sehr gute Haftfestigkeit auch bei Werkstückhärten von bis zu 58 HRC und ohne Verbehandlung durch Korundstrahlen
• Porosität der Schichten < 0,5 %
• Haftfestigkeit > 70 MPa
• Schichtdicke 0,03 – 0,5 mm
• Rauheit unbearbeitet 2,5 – 5 µm Ra, bearbeitet <0,05 µm Ra
• Druckeigenspannungen, exzellente Beständigkeit gegen Abrasiv- und Erosivverschleiß
(Quelle: Praxair und TLBS GmbH)
Anbieter der Technologie sind unter anderem: