Fachwörter-Lexikon

Das vollständige Fachwörter Lexikon ist nur für Abonnenten abrufbar. Sie sind nicht angemeldet, bitte loggen Sie sich ein oder schliessen Sie ein Abonnement ab.

Zinnschichten – Anwendung – Elektrotechnik

Zinn und vor allem Zinn-Blei werden in der Elektronik und Elektrotechnik abgeschieden. Für Leiterplatten wird aus Gründen der Temperaturbelastung eine möglichst geringe Schmelztemperatur der verwendeten Lote angestrebt, weshalb eine Legierung aus Zinn-Blei mit etwa 40 % Blei eine begehrte Zusammensetzung war. Im Zuge der Vermeidung von toxischen Stoffen wurde Blei allerdings vor einigen Jahren aus elektronischen Produkten verbannt, so dass die Zinn-Blei-Legierung heute nicht mehr verwendet wird. Durch den Einsatz von Reinzinn ist die Löttemperatur von 185 °C (Zinn-Blei mit 40 % Blei) auf 230 °C (Reinzinn) angestiegen. Die Schichtdicke für galvanisch abgeschiedene Lötschichten liegt bei 5 µm. Diese Schicht hat in erster Linie die Aufgabe, einen lötfähigen Untergrund zu gewährleisten, der beim Durchlaufen der Lötprozesse (z.B. durch Schwalllöten) mit Lot benetzt wird und so eine sichere Verbindung zwischen Leiterbahn und Bauelement auf einer Leiterplatte entsteht. Eine weitere Aufgabe von Zinnschichten auf elektrischen und elektronischen Bauelementen und Schaltungen ist die Funktion als Lötresist. Hier kommt die gute Beständigkeit von Zinn gegenüber den eingesetzten Ätzmitteln zum Tragen.

Einfluss von Legierungselementen bei Stählen

Stahleigenschaften werden durch die Herstellungsverfahren und durch erwünschte unerwünschten Legierungselemente beziehungsweise Begleitelemente beeinflusst. Erwünschte Elemente verleihen dem Stahl bestimmte mechanische und chemische Eigenschaften wie beispielsweise hohe Festigkeit beziehungsweise Zähigkeit, gute Verformungs- und Zerspanungseigenschaften sowie Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit. Die Begleitelemente können jedoch diese Eigenschaften in unerwünschter Weise verschlechtern.

Einfluss der Legierungselemente auf die mechanischen Eigenschaften

Tabelle: Beeinflussung der Stähle durch Legierungs- und Begleitelemente

Legierungselement  Auswirkung
Aluminium – Al – wirkt stark desoxidierend und denitrierend
– Aluminiumnitriden (hoher Härte) vermindert die Alterungsanfälligkeit erheblich
– Verbesserung der Zunderbeständigkeit und Reduzierung der Empfindlichkeit gegenüber interkristalliner Korrosion bei ferritischen Chromstählen
Chrom – Cr – Erhöhung der Zugfestigkeit, Härte Verschleißfestigkeit durch Mischkristallbildung
– Erhöhung der Warmfestigkeit durch Sondercarbidbildung,
– Erhöhung der Einhärtetiefe und der  Zunderbeständigkeit
– Verringerung der kritische Abkühlgeschwindigkeit
– Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit (ab 12 % Cr) durch die Bildung einer resistenten Chromoxidschicht
Kobalt – Co – Verbesserung der Anlassbeständigkeit
– Erhöhung der Härte und Schneidhaltigkeit
– Erhöhung der Warmfestigkeit
– Verringerung des Kornwachstums bei höheren Temperaturen
Kohlenstoff – C – Erhöhung der Härte und Festigkeit
– Verbesserung der Härtbarkeit (erst ab 0,3 % C möglich)
– zu hoher Kohlenstoffgehalt setzt die Kaltformbarkeit stark herab
– Verringert die Schweiß- und Schmiedbarkeit
Mangan – Mn – Erhöhung der Festigkeit und Zähigkeit
– Erhöhung die Durchhärtbarkeit
– Verringert die Zerspanbarkeit und Kaltumformbarkeit
– Setzt die Graphitausscheidung bei Grauguss herab
– bindet Schwefel als Mangansulfid und reduziert bei größeren Konzentrationen die Verformungsfähigkeit senkrecht zur Walzrichtung
Molybdän – Mo – Erhöhung der Warmfestigkeit (gefügestabilisierende Wirkung)
– Erhöhung der Zugfestigkeit
– Erhöhung die Durchhärtbarkeit (schon bei 0,2 % Mo) und Behinderung der Anlassversprödung
– Verringerung der Schmiedbarkeit (bei hohem Mo-Anteil)
Nickel – Ni – Austenitbildner: bei nichtrostenden austenitischen Stählen hervorragenden Zähigkeitseigenschaften (Umformbarkeit) bis zu extrem niedrigen Temperaturen
– Erhöhung der Festigkeit und Zähigkeit (besonders geeignet für die Vergütung großer Querschnitte)
– Erhöhung die Durchhärtbarkeit
– Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit
– Verringerung der Wärmedehnung
– Erhöhung der Anlassversprödung (daher Nickel meist in Verbindung mit Molybdän anwenden)
Phosphor – P unerwünschtes Begleitelement
– Erhöhung der Zug- und Warmfestigkeit
– Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit
– Verringerung der Kerbschlagzähigkeit (P-Gehalt muss minimiert werden, sonst Kaltsprödigkeit und die Empfindlichkeit gegen Schlagbeanspruchung)
– Verringerung der Schweißbarkeit
– macht die Schmelze von Stahlguss und Gusseisen dünnflüssiger
Schwefel – S unerwünschtes Begleitelement
– Verringerung der Rot- und Heißbruchgefahr bei ausreichendem Mangananteil (binden den Schwefel zu Mangansulfid, welches einen relativ hohen Schmelzpunkt hat)
– Verbesserung der Zerspanbarkeit (bei Automatenstählen für kurzbrüchige Späne)
– Verringerung der Kerbschlagzähigkeit
– Verringerung der Schweißbarkeit
Silizium – Si – Erhöhung der Zugfestigkeit und Dehngrenze
– Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit (z.B. Gusshaut bei Grauguss)
– Verbesserung der Zunderbeständigkeit bei hitzebeständigen Stählen
– Verringert die Zerspanbarkeit und Bruchdehnung
– Verringerung der Schweißbarkeit
– Einsatz zur Stahlberuhigung (Stahlherstellung), für die Zähigkeit und Alterungsbeständigkeit von Baustählen von Bedeutung
Stickstoff – N – wirkt stabilisierend auf das Austenitgefüge bei austenitischen Stählen
– Erhöhung der Festigkeit (feindispersive Nitridausscheidungen)
– Erhöhung der Versprödung
– Verbesserung der mechanischen Eigenschaften bei erhöhter Temperatur
– Verringert die Tiefziehfähigkeit
– Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber interkristalliner Korrosion (besonders bei unlegierter und niedriglegierten Stählen)
Titan – Ti – wirkt denitrierend, desoxidierend und schwefelbindend
– Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit (verringerte Anfälligkeit gegenüber interkristalliner Korrosion) durch feinverteilte Karbide
Vanadium – V – Erhöhung der Dauerfestigkeit und Härte
– Erhöhung der Warmfestigkeit
– Verbesserung der Zähigkeitseigenschaften durch feinverteilte Karbide (schon bei 0,1 % V) und Behinderung der Anlassversprödung
– Verringerung der Empfindlichkeit gegen Überhitzung
Wasserstoff – H – Erhöhung der Zugfestigkeit
– Erhöhung der Alterung durch Versprödung
– Verringerung der Kerbschlagzähigkeit
– wird in atomarer Form in das Gefüge aufgenommen (z.B. bei der Oberflächenbehandlung) und dort an den Gitterstörstellen zu molekularem Wasserstoff rekombiniert und eingelagert. Die inneren Spannungen im Gefüge werden erhöht und führt zu einer Versprödung des Stahls ohne zusätzliche Festigkeitssteigerung. Die Versprödung führt unweigerlich zur Bildung von Rissen, die sich innen nach außen ausbreiten
Wolfram – W – Erhöhung der Dauerfestigkeit und Härte
– Erhöhung der Warmfestigkeit
– Verbesserung der Schneidhaltigkeit
– Verringerung der Zerspanbarkeit
   
   

 

Durchdringungsverbundwerkstoffe, Metall-Matrix-Verbunde (MMC), Anwendung

MMC-Werkstoffe werden für technisch hoch beanspruchte Konstruktionen, bei denen das Gewicht eine große Rolle spielt (Raumfahrt, Luftfahrt), eingesetzt. Aufgrund hoher Kosten für die Herstellung und Qualitätssicherung ist eine breite Anwendung jedoch zur Zeit noch nicht möglich, wird jedoch in den nächsten Jahren, insbesondere im Automobilbau erwartet. Mithilfe von MMC lassen sich maßgeschneiderte Werkstofflösungen mit optimaler Ausnutzung der Werkstoffeigenschaften erzielen. Möglich sind auch lokale Materialverstärkungen in hoch beanspruchten Bauteilbereichen (lokales Werkstoff-Engineering). Beispiele für MMC sind dispersionsverfestigte Aluminiumlegierungen oder dispersionsgehärtete NiCr-Superlegierungen.

Das vollständige Fachwörter Lexikon ist nur für Abonnenten abrufbar. Sie sind nicht angemeldet, bitte loggen Sie sich ein oder schliessen Sie ein Abonnement ab.

Top