Fachwörter-Lexikon
Das vollständige Fachwörter Lexikon ist nur für Abonnenten abrufbar. Sie sind nicht angemeldet, bitte loggen Sie sich ein oder schliessen Sie ein Abonnement ab.
Zinnschichten – galvanisch abgeschieden
Galvanisch abgeschiedenes Zinn und Zinnlegierungen werden aufgrund der Eigenschaften einer guten Korrosionsbeständigkeit, der Lötbarkeit und der selbstschmierenden Eigenschaften, wie sie für Lager erforderlich sind, eingesetzt. Je nach Einsatzfall liegen die üblichen Schichtdicken der Schichten zwischen etwa 0,5 µm und bis zu 50 µm. Die Abscheidung kann aus sauren oder alkalischen Elektrolyten erfolgen, wobei das zu beschichtende Grundmaterial für die Auswahl des Verfahrens maßgeblich mitbestimmend ist. Möglich sind sowohl hochglänzende als auch matte Schichten. Die Abscheidung von hochglänzenden Schichten beschränkt die Schichtdicke, da mit zunehmender Dicke der Glanzgrad abnimmt.
Für die meisten technischen Anwendungen wird Zinn als matte Schicht abgeschieden. Die Schicht besitzt in diesem Zustand eine geringfügig bessere Korrosionsbeständigkeit und ist sehr duktil, wodurch mechanische Belastungen besser widerstanden werden.
Kupferlegierungen
Durch Legieren des Kupfers können die Eigenschaften in großem Umfang beeinflusst und dadurch optimiert werden. Geringe Mengen an Legierungszusätzen wie beispielsweise Silber oder Arsen führt zu einer Mischkristallhärtung. Zugaben von Chrom, Zirkonium, Cadmium, Eisen, Beryllium oder Phosphor führen zur Ausscheidungshärtung.
Prüfung der Haftfestigkeit – Tiefungsversuch nach Erichsen
Aus dem beschichteten Material wird mit Hilfe einer Pressvorrichtung ein Napf hergestellt. Während der Umformung wird der Zeitpunkt des Abplatzens der Schicht festgehalten. Durch Zuführung eines geeigneten Elektrolyten auf den Prüfling kann der Augenblick der Rissbildung, die das Abblättern der Schicht einleitet, ermittelt werden. Die Bildung von Rissen oder lokaler Abplatzen in der Schicht führt dazu, dass der Elektrolyt zum Grundmetall vordringt und dort eine charakteristische chemische Reaktion auslöst. Ein Farbumschlag kann beispielsweise den Beginn der Reaktion anzeigen. Die aufgebracht Presskraft kann bei spezifisch festgelegten Prüfbedingungen als Maß für die Haftfestigkeit herangezogen werden. Das Verfahren eignet sich zur Prüfung metallischer Verbundsysteme. Bedingung: Die Dicke des blechförmigen Grundwerkstoffes darf 1 bis 2 mm nicht übersteigt.

Tiefungsversuch nach Erichsen / Bildquelle: Galvanotechnik/Hanser-Verlag