Fachwörter-Lexikon
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Polieren - Metall
Beim Polieren - vor allem beim manuellen Polieren an Polierrädern - wird die Metalloberfläche einer starken thermischen Belastung unterworfen. Dadurch wird das metallische Kristallgefüge bis in eine Tiefe von einigen Mikrometern verändert. In der Regel wird das Gefüge durch die schnelle Aufheizung und Abkühlung beim Polieren feinkristalliner. Diese Gefügeänderung kann sich beispielsweise in einer Änderung der Härte, der chemischen Beständigkeit oder auch der Beschichtbarkeit im Vergleich zu einer nicht polierten Oberflächen bemerkbar machen.
Chromschichten – Hartverchromung
Neben der dekorativen Verchromung, wie sie vor allem im Bereich der Automobil- oder Sanitärindustrie sehr gefragt ist, ist der zweite große Bereich der galvanischen Chromabscheidung der der Hartverchromung. Hartchromschichten dienen als Verschleiß- und Korrosionsschutz von hochbelasteten Grundwerkstoffen, vorrangig von Stählen, und sind beispielsweise für Hydraulikteile, Walzen für die Papierindustrie oder Metallverarbeitung sowie für Werkzeugteile in der Textilerzeugung derzeit unabdingbar. Die Abscheidung von Hartchromschichten erfolgt ebenfalls aus Elektrolyten auf Basis von sechswertigem Chrom, mit modifizierten Arbeitsparametern. Die hergestellten Schichtdicken richten sich nach den Beanspruchungen in Bezug auf Verschleiß und Korrosion sowie danach, ob die Oberfläche beispielsweise durch Schleifen und Polieren zusätzlich mechanisch bearbeitet werden muss. Üblich sind Schichtdicken zwischen etwa 20 µm und mehr als 1000 µm.
Walze, hartverchromt und mechanisch auf Hochglanz poliert / Bildquelle: LKS
Insbesondere wenn die aufgebrachten Chromschichten mechanisch geschliffen und polierte werden sollen, sind höhere Dicken (z. B. mehr als 100 µm) sinnvoll. Bei dickeren Chromschichten (größer als etwa 50 µm) ist damit zu rechnen, dass die Rauheit zunimmt, beziehungsweise auch Auswüchse (Knospen) entstehen können. Ist bei solchen dicken Chromschichten für den Einsatz eine geringe Rauheit (hohe Ebenheit) gefordert, so kann das mechanischen Schleifen und Polieren unumgänglich sein.
Hartchromschichten können durch die mechanische Nachbearbeitung den selben Glanz bzw. die selbe geringe Rauheit aufweisen wie dekorative Glanzchromschichten. Die Unterscheidung richtet sich deshalb nicht nach dem visuellen Erscheinungsbild, sondern nach den vorrangigen Anforderungen an die Chromschichten.
unlegiertes Kupfer
Unlegiertes Kupfer hat nach Silber die zweithöchste elektrische Leitfähigkeit (58 · 106 S/m) aller Metalle und findet deshalb in der Elektrotechnik und Elektronik eine breites Anwendungsgebiet (z. B. Kabel, Kontakte, Leiterplatten). Verunreinigungen wie Phosphor und Eisen setzen die Leitfähigkeit stark herab. Deshalb werden für Leiterwerkstoffe höchste Reinheitsgrade angestrebt (Elektrolytkupfer). Auch in Hinblick auf die sehr gute Wärmeleitfähigkeit findet unlegiertes Kupfer viele Anwendungsmöglichkeiten (z. B. Wärmetauscher und Kühleinsätze im Anlagenbau, Kokillen im Gießereiwesen). Die Wärmeleitfähigkeit hängt im hohen Maße von der Reinheit des Kupfers ab. Die gute Witterungs- und Korrosionsbeständigkeit erlaubt die Verwendung von Kupfer im Bauwesen (Dachrinnen, Fassadenverkleidungen, Dächer) sowie für Bauteile, die korrosiven Medien ausgesetzt sind. Der Elastizitätsmodul liegt bei 100-130 GPa. Durch Kaltverformung im Gusszustand wird die Festigkeit von 180–230 MPa (geglühter Zustand) auf Werte um 450 MPa erhöht. Die Bruchdehnung fällt allerdings von ca. 40 % (geglühter Zustand) auf 4,5 % mit Härtewerten um 100 HB.

Grfrästes Profilband aus Kupfer für die Elektrotechnik / Bildquelle: Profiltech GmbH