Fachwörter-Lexikon

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Prüfung der Haftfestigkeit – Biegeversuch

Ein beschichteter Blechstreifen wird um 180° gebogen und die Schicht auf Ablösung von der Unterlage begutachtet.

Pulverlackierung – Umwelt und Energie

Die Temperaturbehandlung kann mit Öfen im klassischen Sinn, bei denen die Wärme durch Luft (Konvektion) übertragen wird. Eine Aushärtung erfordert hierbei, dass das Werkstücke die Temperatur erreicht, bei der der Lack schmilzt und die Härtung ablaufen kann. Bei voluminösen Werkstücken kann dies unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen. Hier kann die Verwendung von Infrarotlicht eine deutliche Verkürzung bringen. Bei Einsatz von Infrarotlicht wird die Oberfläche des Werkstückes aufgeheizt. Das Schmelzen des Pulvers und das Aushärten des Lackes erfolgt hierbei, auch ohne dass ein Werkstück über den gesamten Querschnitt die notwendigen Temperaturwerte erreicht hat. Insgesamt kann die Infrarotheizung also deutliche Einsparungen an Energie bedeuten. Allerdings lassen sich nicht alle Lacksysteme und nicht alle Werkstückgeometrien und -abmessungen mit Infrarotlicht bearbeiten.

Neben der Freiheit von Lösemittel ist die gute Wiederverwertbarkeit des Oversprays an Lack ein wichtiger Vorteil der Pulverlackierung. Dieses überschüssige Lackpulver wird mit entsprechenden Vorrichtungen, beispielsweise einem Zyklon mit Filter, so aufbereiten, dass es zum Teil direkt in den Lackierprozess rückgeführt werden kann. Zumindest kann das Lackpulver gesammelt und an den Hersteller zurückgegeben werden, der dieses für die Herstellung von neuem Lack einsetzt. 

Oberflächenvermessung - optisch

Wesentliche Vorteile der optischen (berührungslose Verfahren) im direkten Vergleich zu taktilen Messverfahren sind die einfachere Handhabung und deutlich schnellere Messprozedur. Durch Verschiebung der Fokuslage an der Oberfläche können in wenigen Minuten quantitative Informationen über Oberflächentopografie, Rauheit, Stufenhöhen oder Steigungswinkel gewonnen werden. Speziell bei neueren Geräten wird durch die Überlagerung verschieden scharfer Fokusebenen eine exakte 3D-Abbildung der Oberflächenstruktur, erzielt, während klassischen Tastschnittverfahren nur Linienprofile erstellen. Die Auswertung flächiger Topografien kommt insbesondere bei ungerichteten Strukturen wie z.B. Honriefen oder Lunker zugute.

Das berührungslose Messen erlaubt auch die Abtastung sehr weicher Oberflächen (z.B. Polymere oder Pulver) oder labiler Bauteile, die durch eine Tastspitze zerstört oder nicht erfasst werden. Ebenso kann bedingt durch transparente Deckschichten hindurchgemessen werden.

Zum berührungslosen Messen von Rauheitskennwerten sind insbesondere Geräte verbreitet, die auf dem Prinzip der Weißlichtinterferometrie oder der Konfokaltechnik basieren. Die Konfokaltechnik hat sich vor allem etabliert, da diese Systeme im Vergleich zu Geräten mit dem Interferometrie- oder Triangulationsverfahren weitestgehend vom Reflektionsgrad der zu untersuchenden Oberfläche unabhängig sind und bereits mit ca. 4% reflektiertem Primärlicht arbeiten können. Die Interferometrie ist nur bedingt zur Messung rauer Oberflächen eingesetzbar und das Triangulationsverfahren arbeitet bei glatten Oberflächen zu ungenau.

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Dietmar Schorr, M.Sc. Franz Xaver Breit

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