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Nachhaltiges COAD®-Plasmaverfahren

Die nominierten Mitarbeitenden des Fraunhofer IST, der Rohloff AG sowie von Tantec A/S gemeinsam mit Dr. Florian Löbermann, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig (2.v.l.) sowie Anke Bergmann (2 v.r.) und Marcus Brünnel (r.) von der IHK Braunschweig (Bild Andreas Rudolph)

Mitarbeitende des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST sowie der Industriepartner Rohloff AG und Tantec A/S gehörten zu den Finalisten bei der Preisverleihung des Technologietransferpreises 2026 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig am 20. Mai 2026. Wie das Fraunhofer ILT berichtet, wurden sie für den Transfer der COAD®-Technologie, die erfolgreich in Fahrradkomponentenherstellung umgesetzt wurde, nominiert. Mit ihrer Auswahl würdigte die Jury die Bedeutung des COAD®-Prozesses für nachhaltige und effiziente Produktionsverfahren.

Der COAD®-Prozess wurde im Rahmen eines konkreten industriellen Anwendungsfalls für die Rohloff AG optimiert. Bei der Konstruktion von hochkompakten Fahrradkomponenten stellte insbesondere die Abdichtung eines Kugellagers eine Herausforderung dar: Aufgrund des begrenzten Bauraums war keine konventionelle Dichtungslösung einsetzbar. Eine alternative Flüssigdichtung ­zeigte jedoch zunächst unzureichende Haftung auf der metallischen Oberfläche. Das Fraunhofer IST hatte die Lösung: Der COAD®-Prozess ist ein Plasmaprozess, mit dem die Haftung an Oberflächen kontrolliert eingestellt werden kann (COAD = COntrolled ­ADhesion). Dabei wird die Metalloberfläche zunächst gezielt gereinigt und mit einer nanometerdünnen Funktionsschicht funktionalisiert. So lässt sich die Haftung von Dichtstoffen dauerhaft und reproduzierbar und ohne den Einsatz von Lösungsmitteln verbessern – ideal für die industrielle Serienfertigung.

Für die Überführung in die Produktion wurde das Verfahren gemeinsam mit dem Anlagenhersteller Tantec A/S in eine industrielle Plasmaanlage integriert und bei der Rohloff AG in die Fertigung eingebunden. Heute ermöglicht die Technologie laut Fraunhofer ILT eine stabile, effiziente und qualitativ hochwertige Serienproduktion von über 200 Bauteilen pro Tag. Aufgrund der Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in der Mobilität oder der Medizin- und Pharmatechnik, hat der Anlagenhersteller Tantec A/S den neuen Beschichtungsprozess vom Fraunhofer IST lizensiert und vertreibt die Technologie weltweit unter der Marke VacuTEC+.

Die Teilnahme an der Preisverleihung war nach den Worten von Prof. Dr. Michael Thomas, Abteilungsleiter Zirkuläre Produkte und Prozesse am Fraunhofer IST, eine wertvolle Gelegenheit, die Ergebnisse der Entwicklung einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Finalplatzierung zeigt ihmzufolge, welches Potenzial in der Technologie steckt und wie relevant der Transfer in die industrielle Anwendung ist.

Insgesamt wurden im Finale drei starke Projekte präsentiert, die die Innovationskraft und Vielfalt des Technologietransfers in der Region eindrucksvoll verdeutlichen. Das Team des Fraunhofer IST sowie die beteiligten Industriepartner ziehen ein positives Fazit aus der Finalteilnahme und der Veranstaltung in Braunschweig.

www.ist.fraunhofer.de

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