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Ausgezeichnete Innovationen für die zukunftsorientierte industrielle Teilereinigung
Der FiT2clean Award 2026 ging an SLCR Lasertechnik, vertreten durch Vertriebsleiter Steffen Neuhaus (Mitte), für die Entwicklung eines Systems zur Laserreinigung von Massenschüttgut; die Preisübergabe erfolgte durch den Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Flämmich (re) und Professorin Dr. rer. nat Katja Mannschreck (li) (Bild: FiT)
Innovationspreis FiT2clean Award 2026 in Esslingen zum fünften Mal verliehen
Innovationen und Weiterentwicklungen im Bereich der industriellen Reinigungstechnik leisten einen wichtigen Beitrag dabei, die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung produzierenden Unternehmen zu stärken. Das zeigen alle eingereichten Lösungen, mit denen sich Unternehmen um den diesjährigen Innovationspreis FiT2clean Award beworben haben. Gesichert hat sich die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung des Fachverbands industrielle Teilereinigung e. V. (FiT) die SLCR Lasertechnik GmbH mit der Entwicklung eines Systems für die Laserreinigung von Massenschüttgütern. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Sita Messtechnik GmbH und die Elma Schmidbauer GmbH.
Die industrielle Transformation stellt produzierende Unternehmen auch beim Fertigungsschritt Bauteilreinigung vor neue Herausforderungen. Um diesen veränderten Anforderungen gerecht zu werden, sind in der industriellen Reinigungstechnik Innovationen und Weiterentwicklungen entlang der gesamten Prozesskette erforderlich, erklärt Dr. Michael Flämmich, Vorstandsvorsitzender des FiT. Mit dem Innovationspreis FiT2clean Award zeichnet der Fachverband industrielle Teilereinigung e. V. (FiT) jährlich solche herausragende Leistungen und Lösungen für die industrielle Teilereinigung aus. Die durchweg hohe Innovationskraft und Qualität der diesjährigen Einreichungen machte es der Jury, die aus Personen aus Wissenschaft, Forschung, Industrie und Medien besteht, nicht einfach, drei Finalisten entsprechend der definierten Kriterien auszuwählen, betont der Vorstandsvorsitzende. Die Elma Schmidbauer GmbH, Sita Messtechnik GmbH und SLCR Lasertechnik GmbH präsentierten ihre Lösungen dann am 25. Juni 2026 in Esslingen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der 34. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung, die bei der Auswahl des Gewinners mitentscheiden konnten.
Laserreinigung für Schüttgüter
Die Entwicklung, mit der SLCR Lasertechnik als Gewinner des mit 10.000 Euro und einem Jahr kostenloser Mitgliedschaft im Fachverband gewählt wurde, ermöglicht erstmals den Einsatz der Laserreinigung als Vorbereitung von Schüttgütern wie Schrauben, Muttern, Nieten und Clipsen vor dem Beschichten und galvanischen Verzinken. Mit dem neuen Lama-System können alle bisher erforderlichen Vorbereitungsschritte entfallen. In der geschlossenen Anlage werden bis zu 250 kg Massenschüttgut in einem Durchgang mittels Lasertechnik gereinigt. Je nach Form und Größe der Teile variieren die Bearbeitungszeiten in der Kabine zwischen etwa 5 Minuten und 25 Minuten. Der Prozess erfordert lediglich eine Absaugung. Nach der Bearbeitung können die Teile direkt in die Beschichtung überführt werden. Dabei hat sich auch gezeigt, dass im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren erhöhte Liegezeiten der Materialien zwischen Reinigung und Beschichtung zu geringeren Beeinträchtigungen der Oberflächenqualität für die Beschichtung führen.
Filmische Restkontaminationen flächig sichtbar und dokumentierbar gemacht
Den zweiten Platz belegte Sita Messtechnik mit dem FluoSpection Qube, einer Neuentwicklung im Bereich der bildgebenden Fluoreszenzmesstechnik zur flächigen und ortsaufgelösten Kontrolle der filmischen Sauberkeit. Ziel war es, die Nachweisempfindlichkeit punktueller Fluoreszenzmessungen auf eine flächige Messung zu übertragen und gleichzeitig die Verteilung filmischer Verunreinigungen sichtbar, bewertbar und dokumentierbar zu machen. Dafür verbindet das mit einem Preis ausgezeichnete Messsystem definierte Messbedingungen, einfache Bedienung, automatisierte Auswertung und umfassende Dokumentation. Dadurch entsteht eine technisch deutlich verbesserte, industrietaugliche und zugleich bezahlbare Alternative zu bestehenden bildgebenden Ansätzen. Der Ablauf der Prüfung ist bewusst einfach gehalten: Bauteil einlegen, Messung starten, Ergebnis anzeigen, relevante Bereiche oder vordefinierte Spezifikation auswählen, Bewertung durchführen und dokumentieren. Eine aufwendige exakte Positionierung des Bauteils ist nicht erforderlich, da die Software Ausrichtung, Drehung und Zuordnung der Aufnahmen unterstützt.

Über den 2. Platz freuten sich Wolfgang Schmitt (Anwendungstechnik, 2. v. li), André Lohse (Leiter Anwendungstechnik, Mitte) und Geschäftsführerin Juliane Schulze (2. v. re) von Sita Messtechnik (Bild: FiT)
Zuverlässige Messung des Kavitationsrauschpegels
Mit der Entwicklung der innovativen Messlösung Elmasens Cavicheck für die zuverlässige Erfassung des Kavitationsrauschpegels von Ultraschall sicherte sich Elma Schmidbauer den dritten Platz. Das Gerät schwimmt während der Prüfung auf der Oberfläche des Reinigungsmediums, versorgt sich durch Energy Harvesting aus dem Leistungsschall selbst mit Energie und erfasst das Kavitationsrauschen entsprechend der IEC TS 63001 normorientiert. Nach Abschluss der Messung verbleiben die Daten verschlüsselt im Gerät und werden in Form einer Web-URL zusammen mit der eindeutigen Geräte-ID im integrierten NFC-Speicher hinterlegt, ein NFC fähiges Smartphone als neutraler Übertragungskanal zu einer gesicherten Webapplikation. Dort werden Messung und Anlagenteil (Positionsbezeichnung des Ultraschallbeckens) zusammengeführt, mit Prozessparametern wie Temperatur, Reinigerkonzentration, Gasgehalt oder Wasserqualität ergänzt und als Zertifikat ausgegeben. Die Neuentwicklung ermöglicht damit die messdatenbasierte, reproduzierbare, einfache, effiziente und nachhaltige Qualifizierung von Ultraschallpositionen.

Mit einer innovativen Lösung zur Erfassung des Kavitationsrauschpegels von Ultraschall sicherte sich Elma Schmidbauer den dritten Platz. Entgegengenommen hat die Auszeichnung Oliver Bothe (Mitte), Senior Produktmanager (Bild: FiT)
Schon jetzt an den 6. FiT2clean Award denken
Diese und alle weiteren eingereichten Innovationen belegen, dass die industrielle Reinigungstechnik ein großes Potenzial besitzt, um Fertigungsprozesse effizienter, stabiler sowie ressourcenschonender zu gestalten. Wir sind heute schon überzeugt, dass uns die Anbieter industrieller Reinigungstechnik auch 2026 mit spannenden und zukunftweisenden Innovationen überraschen werden, die dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu stärken, betont Michael Flämmich. Der FiT2clean Award wird im kommenden Jahr im Rahmen der parts2clean verliehen, die vom 5. bis 7. Oktober 2027 auf dem Stuttgarter Messegelänge durchgeführt wird.
Über den FiT
Der Fachverband industrielle Teilereinigung e.V. (FiT) ist ein Kompetenznetzwerk für die industrielle Bauteilreinigung. Zu den Mitgliedern zählen namhafte Unternehmen aus den Bereichen des Anlagenbaus, der Chemie, der Messtechnik und der Analytik sowie Anlagenbetreiber und Forschungseinrichtungen. Der Fachverband bietet der Branche Orientierung sowie Wissensvermittlung und Qualifizierung durch seine Fachausschüsse, Arbeitskreise, Leitlinien, Richtlinien, Checklisten, Fachtagungen und Seminaren. Er initiiert Fortschritt und Innovation unter anderem durch Kooperation mit renommierten Forschungsinstituten, Hochschulen und Universitäten. - Doris Schulz-