Bessere Schichten für bessere Bauteile
Interdisziplinäres Personal, Erfahrung und eine umfangreiche Ausstattung bilden die Stärken der Galvanotechnik am Fraunhofer IPA / Bildquelle: Fraunhofer IPA
Wer sich über die Entwicklung neuer Schichtwerkstoffe und die dazugehörigen Prozessketten oder die Schadensfallanalyse bis hin zur Umsetzung der industriellen Anlagentechnik informieren wollte, war auf der Moulding Expo in Stuttgart richtig. Dort präsentierten Wissenschaftler des Fraunhofer IPA rund um die Galvanotechnik.
Ein großes Thema der Galvanotechnik-Experten ist die Schicht- und Verfahrensentwicklung. Forschungsarbeiten in diesem Bereich tragen dazu bei, Produkte und Bauteile für spezifische Anforderungen auszurüsten. Die IPA-Experten, darunter Werkstoffwissenschaftler, Ingenieure und Chemiker, entwickeln individuelle Schichtwerkstoffe und stellen die Verfahren dazu bereit. Klassische Technologien zur Oberflächenbeschichtung werden optimiert und erweitert. Beispielsweise hat das Team kürzlich ein Verfahren zum Anodisieren von Leichtmetallen entwickelt, das im Vergleich zur herkömmlichen Methode 40 Prozent Energie einspart. Die Kompetenzen der Schicht- und Verfahrensentwicklung werden am Fraunhofer IPA ergänzt durch die langjährige Erfahrung bei der Planung von industriellen Anlagen. Diese interdisziplinären Aspekte bilden die Voraussetzungen dafür, Beratungsdienstleitungen anzubieten. Dazu gehören beispielsweise die Lieferantenbewertung und die Schadensfallanalyse in der Galvanotechnik.
Fehleranalyse ermöglicht effizientere Produktion – In den meisten Fällen werden die Fehler bei der Bauteilbeschichtung erst in der Endkontrolle sichtbar. Entdecken die Verantwortlichen einen Defekt, wird das Bauteil meist nicht mehr verwendet. Bei metallisierten Automobilkomponenten, die dem Fahrzeug Ästhetik und Wertigkeit verleihen, führen beispielsweise mikroskopisch kleine Poren oder Erhebungen direkt zum Ausschuss. Die Ursachen für solchen Beschichtungsfehler sind vielseitig. Sie können unter anderem im Substratwerkstoff, in der Vorbehandlung, bei den Beschichtungsprozessen oder in der Anlagentechnik liegen.
Schadensfallanalysen helfen, wirtschaftliche Schäden zu vermeiden und das Risiko für Mensch und Umwelt zu minimieren. Eine erste Maßnahme hierfür ist die Vor-Ort-Analyse aller fertigungsrelevanten galvanischen Prozesse. Es folgen metallographische und chemische Untersuchungen der fehlerhaften Werkstücke im Labor. Insgesamt erfordert die Schadensfallanalyse Know-how in allen Bereichen der fertigungsrelevanten galvanischen Prozesskette sowie in der Anlagenführung und -ausführung. Die IPA-Wissenschaftler arbeiten daran, neue Methoden zur Schadensfallanalyse zu entwickeln und Defekte in bestehenden Produktionen zu beheben.
Aktuelle Onlineartikel
-
11. 05. 2026 Fluorfreie Trockenbeschichtung für leistungsfähige Batterien
-
11. 05. 2026 Laserdirektplattieren senkt Taktzeit und Kosten für dicke Metallbeschichtungen
-
27. 04. 2026 Warum kommt es zu Kurzschlüssen in Festkörper-Batterien?
-
27. 04. 2026 Neuer internationaler Masterstudiengang „Battery Technologies“ startet zum Wintersemester 2026/27
-
27. 04. 2026 Nanofiltration – Wasser wirksam von Glyphosat befreien
-
22. 04. 2026 ZVO-Oberflächentage 2026 erstmals in Karlsruhe: Jetzt anmelden!