Wissenschaftsrat empfiehlt Forschungsneubau – Historischer Erfolg für die Hochschule Aalen| WOTech Technical Media

Wissenschaftsrat empfiehlt Forschungsneubau – Historischer Erfolg für die Hochschule Aalen

Dr. Schreck, Prof. Dr. Knoblauch, Prof. Dr. Goll, Rektor Prof. Dr. Schneider (von links) / Bildquelle: Hochschule Aalen

 

Die Hochschule Aalen erhält einen Forschungsneubau. Der Wissenschaftsrat hat auf seiner Frühjahrstagung das Zentrum innovativer Materialien und Technologien für effiziente elektrische Energiewandler-Maschinen – kurz ZiMATE – zur Förderung durch Bund und Länder empfohlen. Damit ist die Hochschule die erste baden-württembergische und bundesweit die dritte Hochschule vom Typ Fachhochschule unter den bisher geförderten 123 Forschungsbauten.

In ZiMATE sollen neue Funktions- und Leichtbauwerkstoffe sowie Fertigungstechnologien zur Steigerung der Effizienz elektrischer Maschinen anwendungsnah erforscht und dadurch ein Beitrag zur Energiewende geleistet werden. Der Forschungsneubau entsteht auf dem Campus-Teil Beethovenstraße der Hochschule in enger Anbindung an bestehende Geräteinfrastruktur und Werkstätten. Der Bau umfasst eine Hauptnutzfläche von rund 1700 Quadratmetern. In den Gesamtkosten von mehr als 16 Millionen Euro sind die Baukosten, Erstausstattung und ein Großgerät enthalten. Die Bauleitung liegt in den Händen von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Schwäbisch Gmünd. Das Vorhaben ZiMATE wurde bereits im vergangenen Jahr vom Wissenschaftsrat als förderwürdig eingestuft, kam aber aufgrund begrenzter Mittel nicht zum Zug. Im zweiten Anlauf war jetzt ein aktualisierter Antrag erfolgreich. Das Programm Forschungsbauten des Bundes und der Länder erweist sich weiterhin als wichtiges Instrument zur Stärkung der Forschung an Hochschulen.

Von den bereits vorselektierten Anträgen wurden letztendlich zehn Vorhaben zur Förderung vorgeschlagen. Neben der Hochschule Aalen waren unter anderem die Universitäten Stuttgart und Freiburg sowie die TU und LMU München erfolgreich. Die Empfehlung des Wissenschaftsrates muss noch durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) abschließend am 19. Juni 2015 entschieden werden.

Die effiziente Wandlung unterschiedlicher Energieformen durch elektrische Maschinen stellt in den Bereichen Mobilität und Energieversorgung eine zentrale Herausforderung mit akutem Forschungsbedarf dar. ZiMATE möchte hierzu einen signifikanten Beitrag leisten, indem es einen ganzheitlichen Ansatz von der Materialforschung über die Komponentenauslegung bis hin zur Systemoptimierung verfolgt. Materialseitig werden dabei zum Beispiel neue Magnetmaterialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften zum Einsatz kommen. Diese sollen durch intelligente Konzepte und Technologien wie zum Beispiel funktionsintegrierenden Leichtmetalldruckguss zu Modellkomponenten umgesetzt werden.

Vor Integration dieser Komponenten in Maschinen müssen umfangreiche Simulationsmodelle erstellt sowie Aspekte der Magnetkreisauslegung und Leistungselektronik berücksichtigt werden. Die neuen elektrischen Maschinen mit Modellkomponenten werden nachfolgend im Gesamtsystem erprobt. Hierzu wird ein leistungsstarker Vierachsprüfstand mit Anschaffungskosten von mehr als drei Millionen Euro in das neue Zentrum integriert. Mit dem Vierachsprüfstand können auch neue Fahrzeugs-Betriebsstrategien entwickelt werden, die zur Schonung der eingesetzten Modellkomponenten beitragen. Informationen aus dem Gesamtsystem werden dann an die Materialseite zurückgespiegelt, um diese weiter zu optimieren.

Hintergrundinfo Wissenschaftsrat: Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland. Er betreut unter anderem das Programm Forschungsbauten an Hochschulen, durch das die investiven Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme der deutschen Hochschulen für eine erfolgreiche Teilnahme am nationalen und internationalen Wettbewerb in der der Forschung verbessert werden sollen. Gefördert werden können Bauten an Hochschulen mit Investitionskosten von mehr als fünf Millionen Euro, deren Infrastruktur weit überwiegend der Forschung dient. Die Förderung schließt die Ausstattung der Forschungsbauten mit Großgeräten ein. Förderkriterien sind u.a. die Qualität der Forschungsprogrammatik und der Vorarbeiten sowie die nationale Bedeutung des beantragten Vorhabens. Die Fördermittel werden je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen. Pro Jahr stehen insgesamt rund 600 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Seit der Einführung der Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen im Jahr 2007 wurde für 123 Forschungsbauten eine Förderempfehlung ausgesprochen.

https://www.hs-aalen.de

 

 

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