Materialwissenschaft – Basis für technischen Fortschritt
Über „Materialwissenschaft als Basis technischen Fortschritts“ sprachen auf dem Podium Moderator Markus Brock, Friederike Lindner, Tim Hosenfeldt, Peter Elsner und Oliver Kraft (von links) / bildquelle: KIT/Breig
Ob für Energieversorgung, Mobilität oder Informations- und Kommunikationstechnologien: Die Materialwissenschaft trägt zur Lösung zentraler Zukunftsfragen bei. Ihr Innovationspotenzial stand im Fokus der Jahresfeier des KIT. Die Materialwissenschaft liefert heute für Kernfragen den Schlüssel zur Lösung des Problems. Über zwei Drittel aller technischen Neuerungen gehen auf neue Materialien zurück, so Professor Holger Hanselka , Präsident des KIT. Die Jahresfeier löst die beiden traditionellen Festveranstaltungen der Vorgängereinrichtungen des KIT ab.
Um gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende oder die Mobilität der Zukunft intelligent meistern zu können, sind interdisziplinäre Kompetenzen gefragt. Gerade die Materialwissenschaft ist die Basis für nennenswerte Fortschritte in zahlreichen Themenfeldern. Nur mit neuen Materialien werden leistungsfähige Speicherkonzepte entwickelt, die im Energiesystem der Zukunft essenzielle Bedeutung haben werden.
Als eines der größten und wichtigsten Forschungsgebiete hat die Materialwissenschaft eine lange Tradition am KIT. Die wissenschaftlichen Impulse, die in diesem Forschungsfeld aus Karlsruhe kommen, haben beachtliche internationale Relevanz. Davon konnte sich Hanselka kürzlich bei Partnern in China und Japan überzeugen. Das KIT ist ein weltweit anerkannter und gefragter Partner. Im letzten Jahr hat das KIT auch eine Außenstelle in China eröffnet. Aktuell stellt sich das KIT hier weiter strategisch auf, indem ein eigenes Vorstandsressort geschaffen wird. In diesem Ressort wird zusammengeführt, was in einer globalisierten Welt zusammengehört – Innovation und Internationales. Eine zweifellos faszinierende Aufgabe.
Die Materialwissenschaft schlägt eine Brücke zwischen den Ingenieur- und Naturwissenschaften – entsprechend groß ist die Bandbreite der Themen, an denen die Forscherinnen und Forscher des KIT arbeiten. Dazu zählen Nanomaterialien für Anwendungen von der Mikrosystemtechnik und -elektronik bis zur Energieumwandlung und -speicherung genauso wie Leichtbau- und Hochtemperaturwerkstoffen für den Fahrzeug- und Flugzeugbau oder kompakte Speichermedien für die Informations- und Kommunikationstechnologien.
Impulsvortrag – Auch für die „Mobilität für morgen“ sind neue Werkstoffe mit gesteigerter Leistungsfähigkeit und neuen Leistungsprofilen gefragt, wenn es etwa darum geht, Energieverluste in Reibkontakten gezielt zu minimieren. Entsprechende Werkstofflösungen nahm der Impulsvortrag „Technische Innovationen durch maßgeschneiderte Werkstoffe“ von Dr. Tim Hosenfeldt, Vice President und Leiter des Kompetenzzentrums für Oberflächentechnik bei Schaeffler Technologies AG & Co. KG, in den Blick. Für eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Industrie steht die Kooperation „SHARE am KIT“ (Schaeffler Hub for Automotive Research in E-Mobility am KIT), deren Ziel es ist, weitere Innovationen für die Mobilität hervorzubringen.
Podiumsdiskussion – Meilensteine der Materialwissenschaft – von der Entwicklung des Stahls an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert bis zu heutigen LEDs – und aktuelle Forschungsbereiche wie die nachhaltige Energiegewinnung und Energieeinsparung standen bei der Talk-Runde „In die Zukunft investieren – Materialwissenschaft als Basis technischen Fortschritts“ im Mittelpunkt. Über die zahlreichen Facetten der Materialwissenschaft und ihre Bedeutung für die Industrie sprach Moderator Markus Brock mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft: Dr. Friederike Lindner, Vice President Corporate Sector Purchasing and Logistics der Robert Bosch GmbH, Dr. Tim Hosenfeldt, Vice President Competence Center Surface Technology der Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Professor Dr. Oliver Kraft, Präsident der Materials Research Society und Mitglied der kollegialen Leitung des Instituts für Angewandte Materialien sowie Professor Dr. Peter Elsner, Leiter des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologien ITC.
Fakultätslehrpreise – Innovative Konzepte haben auch in der Lehre am KIT einen hohen Stellenwert. Herausragende Lehre an den KIT-Fakultäten würdigt das Präsidium bereits seit 2007 mit Fakultätslehrpreisen. Bei der Jahresfeier zeichnete Professor Alexander Wanner, Vizepräsident des KIT für Lehre und akademische Angelegenheiten nun 17 Dozentinnen und Dozenten aus, die in ihren Lehrveranstaltungen neue Formen des Lehrens und Lernens, Interdisziplinarität, hohe Aktualität des vermittelten Fachwissens oder forschungs- und anwendungsorientierte Lehrmodule umsetzen.
Innovationswettbewerb – Präsident Holger Hanselka zeichnete bei der Jahresfeier zudem die Gewinner beim dritten Innovationswettbewerb NEULAND des KIT aus. Den ersten Platz in der Kategorie Ideenwettbewerb belegen Professor Wilhelm Schabel, Dr. Philip Scharfer, Marcel Schmitt und Ralf Diehm für ihr Projekt „Neuartige Schlitzdüsentechnologie zur Beschichtung von Lithium-Ionen-Batterien“. Professor Bernhard Holzapfel, Dr. Alexandra Jung und Dr. Manuela Erbe erhielten den Sonderpreis Transferprojekte für „Supraleiter für die Energietechnik“.
Science Slam – Materialforschung kurz und knackig präsentierte die Mathematikerin Anastasia August vom KIT im Rahmenprogramm der Veranstaltung: Als Science Slammerin verpackt sie ihre Forschungsinhalte in allgemein verständliche Vorträge wie „Wärme speichern wie ein Bär“. Mit ihrem Thema war sie bereits 2014 beim FameLab in Karlsruhe erfolgreich. In diesem Jahr hat sie sich erneut für das FameLab-Deutschlandfinale qualifiziert.
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