Neues Druckverfahren am Fraunhofer IFAM Dresden
Gedruckter Wärmeübertrager mittels Sieb- oder Schablonendruck als offene (Kupfer) und geschlossene (Stahl) Variante. Beide Verfahren ermöglichen komplexe Innenkanäle ohne Stützstruktur / Bildquelle: Fraunhofer IFAM Dresden
Nachdem erst Ende 2014 eine komplett neuentwickelte Anlage für das 3D Metal Printing in Betrieb genommen wurde, konnte das Team am Fraunhofer IFAM in Dresden diese jetzt bereits auf den dreidimensionalen Schablonendruck erweitern.
Klassischer Schablonendruck wird bereits industriell zum Druck von Lötpasten verwendet. In der neuen dreidimensionalen Variante werden nun Multischichtsysteme übereinander gedruckt und damit dreidimensionale Strukturen erzeugt. Die nutzbaren Werkstoffe können hierbei frei im Bereich der metallischen und keramischen Werkstoffe gewählt und gegebenenfalls kombiniert werden.
Im Unterschied zum Siebdruck werden statt des Drucksiebes strukturierte Metallfolien zur Bauteilgenerierung genutzt. Vorteile des 3D-Schablonendruckes gegenüber dem 3D-Siebdruck liegen in der potentiell besseren Oberflächengüte und einer erhöhten Schichtdicke. Mit der bisher erreichten Lagendicke von über 200 µm kann die bereits sehr hohe Baurate des 3D-Siebdrucks von 120 cm3/h auf über 1500 cm3/h gesteigert werden. Weiterhin erlaubt das Verfahren die Herstellung von Brücken von über 2 bis 3 mm ohne die bei Pulverbettverfahren übliche Stützstruktur, sodass bisher nicht vorstellbare Bauteile realisiert werden können.
Mit dem 3D-Schablonendruck wird die hohe Genauigkeit des 3D-Siebdrucks somit noch einmal ergänzt sowie eine nochmals deutlich gesteigerte Produktivität im Vergleich zum Siebdruck erreicht. Außerdem eröffnen sich weitere geometrische Möglichkeiten in der Bauteilfertigung. Damit wird das Portfolio des Fraunhofer IFAM Dresden für industrielle dreidimensionale Drucktechniken weiter abgerundet.
InPrint 2015 vom 10. bis 12.11.2015 in München in Halle A6 / Stand A47
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