Chip mit sensiblen Daten zerstört sich auf Befehl selbst| WOTech Technical Media

Chip mit sensiblen Daten zerstört sich auf Befehl selbst

Chip – Datensicherheit durch Selbstzerstörung / Bildquelle: flickr.com/Yuri Samoilov

 

Forscher des Xerox Palo Alto Research Center (PARC) haben einen neuartigen Computerchip präsentiert, der sich auf Befehl binnen weniger Sekunden selbst zerstört. Ziel der Harakiri-Strategie ist es, Unbefugten gänzlich die Möglichkeit zu nehmen, sich Zugang zu besonders sensiblen Daten zu verschaffen. Der im Rahmen eines Projekts des Pentagon-Forschungsarms DARPA entwickelte Chip realisiert seine Zerstörung mithilfe eines speziellen Hartglases, das bei Erhitzung explodiert und in tausende kleine Stücke zerfällt. 

Nach dem Materialforscher und PARC-Manager Gregory Whiting kann man das Handy in kochendes Wasser oder auf den Boden werfen oder versuchen, seinen Speicher zu löschen, indem man eine starke Stromladung hindurch schickt. All diese low tech-Möglichkeiten, sensible Daten schnell zu löschen, haben aber ein Problem: Sie können nicht aus der Ferne ausgeführt werden. Außerdem ist es etwa auch mit den meisten dieser Methoden schwierig sicherzustellen, dass wirklich alle Informationen von einem elektronischen Gerät gelöscht werden. Oft würden schon wenige Bits ausreichen, um einen Speicher wiederherzustellen.

Mit dem neuen Ansatz ist es nun gelungen, gleich beide Probleme auf einmal zu lösen. Der Chip lässt sich ganz leicht aus der Ferne steuern. Um die Selbstzerstörung einzuleiten, kann so gut wie alles von WLAN-Signalen bis hin zu Radiowellen verwendet werden. Dabei ist auch die Sicherheit wesentlich höher. Das Hartglas, das eingesetzt wird, zersplittert auf Kommando in so kleine Teile, das nicht nur die Daten gelöscht werden, sondern auch die einzelnen Bits neu angeordnet oder überhaupt völlig zerstört werden. Um diese Daten wiederherzustellen, müsste man alle diese winzigen Stückchen wieder in die ursprüngliche Ordnung bringen.

Interessant ist, dass sich dem Experten zufolge jeder handelsübliche Computerchip in ein derartiges Harakiri-Bauteil verwandeln lässt. Hierfür wird einfach die Siliziumscheibe direkt auf dem Hartglas angebracht. Dieses oft auch als Sicherheitsglas bezeichnete Material ist besonders widerstandsfähig und wird deshalb etwa auch bei Smartphones verbaut. Wenn man ein Stück davon abbricht, zerspringt es explosionsartig in viele winzige Teile.

Genau das machen sich die Wissenschaftler zunutze. Sie setzen die Methode des sogenannten Ionenaustausches ein, um das Glas an einer bestimmten Stelle gezielt zu erhitzen. Das erzeugt eine enorme Spannung im Material. Aufgrund des Hitzeschocks bildet sich eine Fraktur, die immer größer wird und letztlich das Glas zerbersten lässt.

Video: https://youtu.be/I3Il42750gI?t=38

http://www.parc.com

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