Braunschweiger Expertise für schwäbischen Maschinenbauer
Die neue Festo-Technologiefabrik der Festo AG zur Fertigung von Ventilen, Ventilinseln und Elektronik am Standort Scharnhausen bei Stuttgart / Bildquelle: Festo AG & Co. KG
Eine gemeinsame Sprache für die moderne Fabrikplanung und damit neue Methoden für die beteiligten Ingenieursdisziplinen zu erschließen, war die Aufgabe der Ingenieurinnen und Ingenieure vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der Technischen Universität Braunschweig. Im Auftrag eines schwäbischen Maschinenbauunternehmens brachten sie ihre Expertise beim Neubau einer rund 70 Millionen Euro teuren Technologiefabrik ein, die am 24. September 2015 in Scharnhausen bei Stuttgart eingeweiht wurde.
Die Expertise der Forscherinnen und Forscher für Nachhaltige Produktion und Life Cycle Engineering der TU Braunschweig ist nicht nur auf wissenschaftlichen Konferenzen gefragt, sondern auch in der industriellen Praxis. So unterstützte ein Team um Professor Christoph Herrmann in den vergangen zwei Jahren das schwäbische Steuerungs- und Automatisierungstechnikunternehmen Festo aus Esslingen beim Bau einer neuen Technologiefabrik für pneumatische und elektrische Komponenten. Damit eine energie- und ressourceneffiziente Fabrik von der Planung über den operativen Betrieb unter Berücksichtigung von Kosten und Umweltwirkungen über den Lebenszyklus verwirklicht werden konnte, haben die Wissenschaftler allen beteiligten Ingenieurdisziplinen zu einer gemeinsamen Sprache und Methodik verholfen.
Eine besondere Herausforderung für das Braunschweiger Team war die Erfassung und Vereinheitlichung aller Stoff- und Energieströme in der zukünftigen Fabrik. Erst auf diese Weise, so der Experte für Nachhaltige Produktion und Life Cycle Engineering, sei es möglich gewesen, jede Maßnahme, die aus einzelnen Fachbereichen für die neue Fabrik vorschlagen wurde, unter energetischen und umwelttechnischen Gesichtspunkten zu analysieren und zu bewerten. Unter anderem konnte durch diese Gesamtbetrachtung der sinnvolle Einsatz eines Blockheizkraftwerkes in Kombination mit Absorptionskältemaschinen oder aber die Anpassung der Maschinen an einen energiesparenden, geringeren Luftdruck aufgezeigt werden.
Seit über zwölf Jahren erforschen und entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IWF der TU Braunschweig die dafür notwendigen Methoden und Werkzeuge. Wollen sich Unternehmen in ihren Modernisierungs- oder Fabrikneubauplänen vom Industriestandard absetzen, dann müssen sie bestehende Wege verlassen und durch eigene Visionsbildung über den Tellerrand des Standes der Technik hinausschauen.
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