Pilotproduktion für Hochleistungssolarmodule gestartet| WOTech Technical Media

Pilotproduktion für Hochleistungssolarmodule gestartet


Daniel Hager, Peter Pauli, CEO Meyer Burger und Doris Leuthard, Swiss Federal Council member / Bildquelle: CSEM und Meyer Burger Research

 

Bundesrätin Doris Leuthard eröffnete Mitte November bei der Meyer Burger Research AG in Hauterive, Neuenburg, eine Pilotanlage zur Produktion von hocheffizienten Heterojunction-Solarzellen. Mit dieser Pilotanlage, die Meyer Burger mit Unterstützung des Bundesamts für Energie und des Kantons Neuenburg zusammen mit dem CSEM entwickelt hat, will der Schweizer Solarzulieferer ein innovatives Zellbeschichtungsverfahren weiter optimieren und zur Industriereife bringen. Das Verfahren erlaubt, künftig noch effizientere Solarzellen zu produzieren.

 


Pilotanlage zur Produktion von hocheffizienten Heterojunction-Solarzellen bei der Meyer Burger Research AG in Hauterive, Schweiz / Bildquelle: CSEM und Meyer Burger Research

Hoher Wirkungsgrad, hohe Erträge und tiefe Produktionskosten: Mit diesen drei Argumenten wird das Produktionsverfahren für hocheffiziente Solarzellen mit Heterojunction-Technologie (HJT) den Solarmarkt in Zukunft maßgeblich beeinflussen. Ein erster großer Meilenstein ist mit der Pilotanlage erreicht, die im Beisein von Frau Bundesrätin Doris Leuthard bei Meyer Burger Research, einer Tochter der Meyer Burger Gruppe, eingeweiht wurde. Die Pilotproduktion ist das Herzstück des breit angelegten Projekts Swiss-Inno HJT, das im Rahmen des Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprogramms des Bundesamts für Energie sowie vom Kanton Neuenburg gefördert wird.

Die Technologiegruppe Meyer Burger, die weltweit zu den führenden Ausrüstern der Photovoltaikindustrie zählt, will im Rahmen des Projekts die hocheffiziente HJT-Beschichtungstechnologie hinsichtlich Leistung, Prozess und Kosten optimieren und für die industrielle Volumenproduktion weiterentwickeln. Mit der Heterojunction-Technologie hat das Schweizer Unternehmen einen Trumpf im weltweiten Markt der Solarindustrie in der Hand. Denn die Technologie hat zwei entscheidende Vorteile: HJT-Zellen liefern höhere Solarstromerträge und das innovative Produktionsverfahren ermöglicht eine günstige Massenproduktion. Nach Peter Pauli, CEO der Meyer Burger Gruppe, ist die industrialisierte Herstellung von Hochleistungssolarzellen das Kernstück einer Photovoltaikfertigung. Das Swiss-Inno HJT Projekt treibt die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten hocheffizienten Zelltechnologie voran. In Zusammenarbeit mit dem CSEM werden die wichtigen wirtschaftlichen Vorteile wie geringere Produktionskosten und gleichzeitig höheren Energiegewinne weiter optimiert und somit die Kosten von Solarenergie langfristig gesenkt.

Die Pilotanlage hat eine Produktionskapazität von 600 Kilowatt. Die produzierten Zellen werden zu Modulen verbaut und in Labor und Feld geprüft. Gleichzeitig werden auf der Anlage neue Technologien entwickelt, welche die Solarzellen noch effizienter und die Produktion noch kostengünstiger machen. Daran arbeiten mehrere Partner gemeinsam, das PV-center des CSEM, die Meyer Burger Technology sowie ihre beiden Töchter Meyer Burger Research und PASAN.

Das Projekt Swiss-Inno HJT ist beispielhaft für den Technologietransfer zur Industrie, so Christophe Ballif, VP des PV-centers am CSEM. Die Grundlagen für den innovativen Produktionsprozess sind am Institut de Microtechnique der EPFL in Neuenburg entwickelt worden. Mit der Meyer Burger Gruppe und Unterstützung des CSEM PV-centers konnte die Technologie rasch zur Industriereife gebracht werden. Mit dem Projekt Swiss-Inno HJT kommen die Wissenschaftler bei Innovation und Leistung von PV-Zellen einen bedeutenden Schritt weiter. Gelingen die weiteren Optimierungen, rechnen die Projektpartner mit einem Modulwirkungsgrad von 21 % und Produktionskosten von weniger als 0,6 CHF/Wp.

Die Silizium Heterojunction-Technologie besteht aus ultra-dünnen (einige Tausendstel Mikrometer) amorphen Siliziumschichten, die beidseitig auf einen monokristallinen Siliziumwafer gelegt werden. Damit entsteht ein Heteroübergang zwischen den beiden Siliziumarten, was der Technologie den Namen gab. HJT-Zellen erreichen einen Wirkungsgrad von mehr als 22 %. Zudem sind die Effizienzeinbußen bei hohen Betriebstemperaturen im Vergleich zu anderen Zelltechnologien gering. Aus diesen Gründen liefern HJT-Module höhere Solarstromerträge.

Das von Meyer Burger und ETH Lausanne entwickelte Produktionsverfahren ermöglicht eine günstige Massenproduktion. Die Abscheidung der amorphen Siliziumschicht erfolgt mittels plasmaunterstützter, chemischer Gasphasenabscheidung (PECVD) und benötigt nur wenige Produktionsschritte. Das Verfahren arbeitet bei Temperaturen von 200 °C anstelle von über 700 °C wie bei herkömmlichen Prozessen. Das spart viel Energie und macht dünnere Siliziumwafer möglich, was wiederum den Materialbedarf senkt. Zudem wird deutlich weniger Silber für die Kontakte benötigt.

Die Pilotlinie wird auch nach Abschluss des Projektes Swiss-Inno HJT als Schlüsselplattform für Forschung und Entwicklung dienen, um weiterhin einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess unter industrieähnlichen Bedingungen zu ermöglichen und neuen Innovationen zur Marktreife zu verhelfen. So soll der Wettbewerbsvorteil nachhaltig garantiert werden.

http://www.csem.ch

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