Schmelzkleber für biomedizinische Anwendungen
Einen neuartigen Klebstoff entwickeln Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena: Der verbindet nicht nur zuverlässig und schnell beinahe jedes Material. Er ist dazu noch leicht zu handhaben, vollständig biologisch abbaubar und zudem ein reines Naturprodukt. Aufgrund dieser Eigenschaften ist der Schmelzkleber, der aus Stärke und Fettsäuren besteht, vor allem für die Anwendung im medizinischen Bereich interessant, so Dr. Jana Wotschadlo. Er ist beispielsweise als Knochenkleber oder zum reversiblen Fixieren von Implantaten bestens geeignet, ebenso zur Beschichtung von keramischen und metallischen Implantatmaterialien sowie als Reservoir-Material.

Susanne Schmidt (links) und Dr. Jana Wotschadlo vom Ausgründungsprojekt "dextrinova" der Uni Jena / Bildquelle: Jan-Peter Kasper/FSU
Die Chemikerin und ihre Kollegen vom Kompetenzzentrum für Polysaccharidforschung der Universität Jena präsentierten diesen innovativen Bioklebstoff in diesem Jahr auf der Fachmesse „Medica“ in Düsseldorf. Für die Industrie entscheidende Produkteigenschaften, wie Schmelztemperatur und Viskosität, lassen sich stufenlos einstellen. Die Jenaer Chemiker planen nun ein eigenes Unternehmen zu gründen, das auf den jeweiligen Kundenbedarf und unterschiedliche Anforderungsprofile spezifisch zugeschnittene Schmelzkleber formuliert, für neue Einsatzfelder entwickelt und vermarktet.
Das „dextrinova“ genannte Ausgründungsprojekt kann dabei bereits erste Erfolge vorweisen: So ist das Team während des diesjährigen Gründer- und Innovationstages in Jena zum „Gründerchamp 2014“ gekürt worden. Derzeit wird „dextrinova“ aus dem EXIST-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums finanziell gefördert, um den Biokleber zur Marktreife zu entwickeln.
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