BearingPoint und Fraunhofer FOKUS nutzen digitale Algorithmen zur Optimierung des Serviceeinsatzes im Maschinen- und Anlagenbau
Wartungseinsätze optimal zu planen, ist eine komplexe Aufgabe, bei der viele Randbedingungen berücksichtigt werden müssen: Die Vielzahl der Geräte, deren Standorte, unterschiedliche Wartungsverträge, gesetzlich vorgeschriebene Wartungsintervalle sowie die zeitlichen Ressourcen der Techniker. Die Unternehmensberatung BearingPoint hat mit Fraunhofer FOKUS dafür ein digitales Planungswerkzeug entwickelt, das den Außendiensttechnikern über mobile Endgeräte zur Verfügung steht. Erste Anwendungen wurden bereits erfolgreich in der Praxis mit Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus umgesetzt.
Das Optimierungs- und Planungswerkzeug von Fraunhofer FOKUS und BearingPoint zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Flexibilität aus: Wird ein Mitarbeiter krank oder ist eine kurzfristige Reparatur notwendig, wird der Plan in wenigen Minuten optimal aktualisiert und auf den mobilen Endgeräten der Service-Techniker angezeigt. Die Software optimiert Reisezeiten, verteilt die Ressourceneinsätze gleichmäßig und berücksichtigt Kundenwünsche, technologische Anforderungen der Maschine und spezielle Kenntnisse der Servicetechniker. Sie kann in bestehende Systeme, wie in Enterprise-Resource-Planning-Programme, integriert werden. Der Kunde profitiert dadurch von einem End-to-End-Prozess, der eine höhere Wirtschaftlichkeit und Kundenzufriedenheit gewährleistet.
Eine der großen Herausforderungen im Service ist, eine sichere Planungsgrundlage der einzusetzenden Kapazitäten zu haben und trotzdem flexibel auf aktuelle Ereignisse einzugehen und diese optimal in der Wochen- und Tagesplanung zu berücksichtigen. Die Nutzung von digitalen Algorithmen hat hierbei im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich größere Potenziale, so Donald Wachs, Partner bei BearingPoint und verantwortlich für den After Sales Service im Segment Industrial Equipment & Manufacturing.
Zur Lösung komplexer Zeit- und Ressourcenplanungsprobleme haben Wissenschaftler von Fraunhofer FOKUS auf Basis der Constraint-Programmierung Softwarewerkzeuge entwickelt, um die meist exponentielle Zahl von Möglichkeiten bei der Bestimmung von guten oder gar optimalen Lösungen stark einzugrenzen. Somit wird es möglich, dem Benutzer zeitnah Lösungsvorschläge zu unterbreiten und ihm Gelegenheit zu bieten, Anpassungen an diesen vorzunehmen und deren Konsequenzen auf die Planung aufzeigen – der Benutzer wird bei seinen Entscheidungen unterstützt, ohne ihn zu bevormunden.
Nach Dr. Armin Wolf, Leiter des Kompetenzzentrums IT4Energy bei Fraunhofer FOKUS, lassen sich mit den maßgeschneiderten Softwarelösungen durch flexiblen Personal- und Ressourceneinsatz vielfältige Optimierungspotenziale bei der Steigerung der Produktivität aber auch bei der Attraktivität der Arbeitsplätze zur Zufriedenheit der Kunden und der Mitarbeiter nutzen.
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