1000 Kilometer r(h)eines Wasser bewältigt| WOTech Technical Media

1000 Kilometer r(h)eines Wasser bewältigt

Bildquelle: Braxart / Hochschule Furtwangen

 

Am 28. Juli war Prof. Fath, promovierter Chemiker und Professor für Physikalische Chemie und Analytik mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik an der Hochschule Furtwangen (HFU), an der Rheinquelle in den Schweizer Alpen zu seinem 1.231 Kilometer langen Schwimm-Marathon im Dienst der Wissenschaft aufgebrochen. Am 19. August - nur 24 Tage nach dem Start - hat er kurz vor dem Zielort der 20. Etappe seiner Rhein-Durchquerung im niederrheinischen Götterswickerhamm die 1000-Kilometer-Marke erreicht und das Ziel kommt damit in Sicht. Wie zu vernehmen war, fühlt sich Prof. Fath körperlich nach wie vor fit. Am kommenden Sonntag, 24. August, soll es soweit sein. Dann wollen Andreas Fath und sein Projektteam die Rheinmündung im niederländischen Hoek van Holland erreichen.

Doch nicht nur die körperliche Leistung ist erstaunlich. Vermutlich wurde mit jedem Kilometer der Strecke auch die Umgebung anspruchsvoller. Krankheitserregern, Arzneimitteln und Mikroplastik dürften wohl zunehmend zum Begleiter des Marathonschwimmers werden. Entlang der gesamten Strecke entnehmen der Wasserforscher und sein Team aus Wissenschaftlern und Studierenden der Hochschule Furtwangen, unterstützt von Forschungseinrichtungen und Analytikspezialisten aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, dem Rheinwasser Proben. Denn das Projekt Rheines Wasser von Prof. Fath versteht sich in erster Linie als Wissenschaftsprojekt, das zum Ziel hat, eine umfassende Bestandsaufnahme der Wasserqualität des Rheins zu erstellen. Untersucht wird unter anderem, inwieweit Pharmazeutika, Pestizide, Süßstoffe, Drogen, Haushalts- und Industriechemikalien, Mikroplastik und Mikroorganismen das Flusswasser belasten.

Dabei kommt bei der Suche nach Krankheitserregern und anderen Mikroorganismen in den täglich dem Rhein entnommenen Wasserproben ein neuartiger Analyse-Chip zum Einsatz, dessen Prototyp der Projektpartner Scienion aus Berlin gemeinsam mit anderen entwickelt hat. Mit Hilfe des innovativen Chips, der im Rahmen des Projekts microAqua der Europäischen Union entstanden ist, lassen sich in Multiparametertests bis zu 150 Organismen gleichzeitig nachweisen: Keime und toxische Algen ebenso wie sogenannte Bioindikatoren – zum Beispiel bestimmte Kieselalgen –, die nur bei guter Wasserqualität vorkommen. Die Qualität von Oberflächengewässern kostengünstig, effektiv und schnell zu analysieren, ist nach Ansicht von Dr. Holger Eickhoff, Chef der Scienion AG, die sich auf die Analytik mittels Mikroarrays spezialisiert hat, gerade im Sommer ein – im wahrsten Sinne des Wortes – heißes Thema. Das Forschungsprojekt Rheines Wasser ist für das Unternehmen daher eine wichtige Feldstudie zum Praxiseinsatz unseres neuen Chips. „Nach der Probenaufbereitung finden die eigentliche Durchführung und Auswertung des Tests an der Hochschule Furtwangen und bei Scienion in Berlin statt. Alle Beteiligten sind sehr gespannt, welche Verteilung von Mikroorganismen wir von der Quelle bis zur Mündung des Rheins finden werden. Vorstellen wird Prof. Dr. Andreas Fath erste Ergebnisse seiner einzigartigen Vermessung des Rheinwassers auf dem Hansgrohe Wassersymposium am 13. November 2014.

Den Organisatoren der Aktion ist zu wünschen, dass sie umfangreiche Unterstützung durch Sponsoren erfahren, um ihre Aktion durch die Anschaffung der fehlenden Geräte an der Hochschule Furtwangen erweitern und vertiefen zu können.

Hinweis: Der vorliegenden Text basiert auf einer Pressemitteilung der Hochschule Furtwangen.

http://www.rheines-wasser.eu

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