Glas – effizientes Läuterverfahren spart 40 Prozent Energie
Ein Blick in die Schmelzwanne der Microfloatanlage in Jena / Bildquelle: Schott AG
Die Herstellung von Glas erfordert hohe Temperaturen und verbraucht viel Energie. Dank eines neu entwickelten Verfahrens lässt sich jetzt bei einem zentralen Teilprozess in der Herstellung von Spezialglas, dem sogenannten Läutern, der Energiebedarf um bis zu 40 % senken. Das BINE-Projektinfo „Spezialglas energiesparend herstellen“ stellt das Konzept vor. Die zentrale Komponente ist dabei ein Schmelztiegel aus dem hochwärmefesten Metall Iridium, der den hohen Temperaturen ohne Kühlung standhält.
Beim Läutern wird das geschmolzene Glas von unerwünschten Begleitstoffen gereinigt. Um die in der heißen Glasmasse im Läutertiegel eingeschlossenen Blasen auszutreiben, wird die Schmelze auf Temperaturen bis zu 1600 °C aufgeheizt. Die bisher eingesetzten Tiegel aus Kupfer mussten dazu gekühlt werden. Der neu entwickelte Iridiumtiegel hält ungekühlt auch Temperaturen von bis zu 1750 °C stand. Pro Schmelzaggregat mit einem Durchsatz von 50 Tonnen pro Tag lassen sich etwa 5000 MWh elektrischer Energie pro Jahr sparen.
Bisher eignet sich das Verfahren für Alumosilicatglas. Derzeit arbeiten die Forscher daran, den Prozess auch bei der Herstellung von Borosilicatgläsern anzuwenden. Aus dieser wirtschaftlich bedeutenderen Glassorte werden unter anderem feuerfestes Geschirr und Laborgläser gefertigt. Das Forschungsprojekt wurde von der Firma Schott in Mainz durchgeführt.
Das BINE-Projektinfo ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich – unter http:www.bine.info
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