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Karriere 11. 10. 2026
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Innovent erfolgreich nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert

Ein erfolgreich bestandenes Audit, ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem und vor allem ein engagiertes Team: Innovent e. V. Technologieentwicklung Jena hat für seinen Standort Ilmstraße in Jena die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 erhalten. Das Zertifikat wurde von der SKZ – Cert GmbH nach einem umfassenden Audit vergeben und gilt nach Mitteilung von Innovent für den Bereich Beschichtung von Bauteilen.

Für das Jenaer Forschungsinstitut ist die Auszeichnung mehr als ein formaler Nachweis. Sie bestätigt, dass Forschung, Entwicklung und industrielle Dienstleistungen nach klar definierten, nachvollziehbaren und kontinuierlich verbesserten Prozessen erbracht werden – ein wichtiger Baustein für die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die auf reproduzierbare Ergebnisse und verlässliche Entwicklungsprozesse angewiesen sind.

Der Standort Ilmstraße ist das Kompetenzzentrum von Innovent für plasmachemische und elektrochemische Oberflächentechnologien. Hier entstehen innovative Beschichtungsverfahren für unterschiedlichste industrielle Anwendungen – von der ersten Idee über die Prozessentwicklung bis hin zur Beschichtung von Prototypen und Kleinserien. Ergänzt wird das Angebot durch Werkstoff- und Schichtanalytik, Elektrolytanalysen sowie die Entwicklung von kundenspezifischen ­Verfahren.

Seit mehr als drei Jahrzehnten baut Innovent auf diesem Gebiet kontinuierlich Know-how auf. Die enge Verzahnung von anwendungsorientierter Forschung und industrieller Umsetzung ermöglicht es, neue Technologien schnell in marktfähige Lösungen zu überführen und Unternehmen bei anspruchsvollen Entwicklungsaufgaben zu begleiten. Zu den technologischen Schwerpunkten des Standorts zählen die plasmachemische ­Oxidation (PCO®) und die chemische Vernickelung. Beide Verfahren werden kontinuierlich weiterentwickelt und kommen überall dort zum Einsatz, wo Oberflächen weit mehr leisten müssen als Korrosionsschutz oder dekorative Funktionen.

Björn Noske, Qualitätsmanagementbeauftragter, und Felix Düppengießer, Abteilungsleiter Elektrochemie, präsentieren die erfolgreiche ISO-9001-Zertifizierung am Innovent-Standort Ilmstraße in Jena (Bild: Innovent e. V.)

 

Mit der plasmachemischen Oxidation entstehen auf Aluminium-, Magnesium- und Titanlegierungen hochfeste keramische Oxidschichten. Je nach Anwendungsfall bieten sie einen hohen Verschleiß- und Korrosionsschutz, ausgezeichnete Temperatur- und UV-Beständigkeit sowie definierte funktionale Eigenschaften. Internationale Aufmerksamkeit genießen insbesondere die tiefschwarzen PCO®-Beschichtungen des Instituts. Durch ihre sehr hohe Absorption im sichtbaren und nahen Infrarotbereich sowie ihrer geringen Reflexion werden sie unter anderem in der Optik, Sensorik, Lasertechnik sowie in Anwendungen der Luft- und Raumfahrt eingesetzt, bei denen Streulicht zuverlässig minimiert werden muss.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die chemische Vernickelung. Das autokatalytische Verfahren ermöglicht hochgleichmäßige Nickel-Phosphor-Schichten auch auf komplexen Bauteilgeometrien und innenliegenden Strukturen. Abhängig von den Anforderungen können Eigenschaften wie Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit gezielt eingestellt werden. Ergänzt wird das Portfolio durch Spezialverfahren wie Chemisch-Nickel-Schwarz sowie individuelle Beschichtungslösungen für besondere Werkstoffe wie Keramik oder Glas.

Gerade bei funktionalen Beschichtungen entscheidet die Prozessqualität über die Leistungsfähigkeit des späteren Bauteils. ­Bereits geringfügige Abweichungen können Einfluss auf Schichtdicke, Haftfestigkeit oder optische Eigenschaften haben. Für Kunden aus Hightechbranchen sind reproduzierbare Prozesse deshalb ebenso wichtig wie innovative Technologien. Björn Noske, Qualitätsmanagementbeauftragter bei Innovent e. V., ordnet die Bedeutung der Zertifizierung ein: Unsere Kunden und Partner kommen zu uns, weil sie innovative Lösungen für anspruchsvolle technische Herausforderungen suchen. Gleichzeitig erwarteten sie nachvollzieh­bare Prozesse, Termintreue und eine gleichbleibend hohe Qualität. Die ISO-9001-Zertifizierung bestätigt, dass wir diesen Anspruch nicht nur an unsere Forschung, sondern an unsere gesamte Prozesskette stellen.

Auch Rocco Holzhey, Vorstand des Innovent e. V., sieht darin einen wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung des Instituts, das Qualitätsmanagement nicht als Pflichtprogramm verstehe, sondern als Werkzeug, mit dem wir unsere Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln. Das komme den Mitarbeitenden genauso zugute wie Kunden. Gerade im Technologietransfer schaffe das Vertrauen und erleichtere die Zusammenarbeit mit Industriepartnern.

Der Weg zur Zertifizierung war mit erheblichem Aufwand verbunden. Parallel zum laufenden Forschungs- und Projektgeschäft wurden Prozesse analysiert, Arbeitsabläufe dokumentiert, Verantwortlichkeiten geschärft und Verbesserungen umgesetzt. Das Audit machte deutlich, dass Qualitätsmanagement am Standort Ilmstraße nicht erst für die Zertifizierung eingeführt wurde, sondern bereits seit Jahren Teil der täglichen Arbeit ist.

Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Mitarbeitenden. Viele investierten zusätzlich Zeit und Energie, um Abläufe zu überprüfen, Dokumentationen zu erarbeiten beziehungsweise zu aktualisieren und Optimierungspotenziale umzusetzen. Dass das Audit schließlich erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ist deshalb vor allem ihrer fachlichen Kompetenz und ihrem gemeinsamen Einsatz zu verdanken.

Die Zertifizierung ist nach den Worten von Felix Düppengießer, Abteilungsleiter Elektro­chemie, eine Teamleistung. Alle ­Beteiligten hätten mit großer Sorgfalt und hohem persönlichem Engagement daran gearbeitet. Dieses Ergebnis zeigt eindrucksvoll, wie stark sich unsere Mitarbeitenden mit ihrer Arbeit und den Qualitätsansprüchen von Innovent identifizieren.

Für Industriepartner bedeutet die Zertifizierung ein hohes Maß an Sicherheit, mit einem Forschungspartner zusammenzuarbeiten, der wissenschaftliche Kompetenz, ­langjährige Erfahrung in der Oberflächentechnik und verlässliche Prozessqualität miteinander verbindet. Damit schafft Innovent beste Voraussetzungen, um auch zukünftig innovative Beschichtungstechnologien erfolgreich in industrielle Anwendungen zu überführen.
Susanne Frank

Fraunhofer IST: Christoph Herrmann zum Gastprofessor ernannt

Christoph Herrmann, Professor für Nachhaltige Produktion & Life Cycle Engineering an der TU Braunschweig und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Oberflächentechnik und Dünnschichttechnik IST, wurde zum 1. August 2026 zum Distinguished Chair Professor an der Feng Chia University (FCU) in Taiwan ernannt. Die Ernennung zum Gastprofessor wurde im Rahmen des Advanced Optics and Semiconductor Industry Forum am 18. August an der FCU offiziell bekannt gegeben.

Prof. Wei Wang, Präsidentin der Feng Chia University (FCU) in Taiwan, und Prof. Christoph Herrmann (© Jeff Chen)

 

Diese Auszeichnung würdigt die enge Zusammenarbeit des Fraunhofer IST und der TU Braunschweig mit dem Fachbereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der FCU. Seit 2024 haben das Fraunhofer IST und die FCU ihre Zusammenarbeit durch die Fraunhofer Innovation Platform for Surface and Production Engineering for Optical and Electrical Systems at Feng Chia University FIP-SPE@FCU weiter ausgebaut.

Im Mai 2026 wurde auf Initiative des Fraunhofer IST die bestehende Partnerschaft mit der FCU auf die TU Braunschweig ausgeweitet. Die Gastprofessur wird dazu beitragen, die Forschungs- und Bildungsbeziehungen zur FCU, zu anderen taiwanesischen Universitäten und zu Industriepartnern in den kommenden Jahren zu stärken. Fraunhofer IST und TU Braunschweig werden ihre gemeinsame Forschung mit der FCU im Bereich der Oberflächen- und Fertigungstechnik für optische und elektrische Systeme fortsetzen. Weitere Schwerpunkte sind maschinen- und prozessorientierte Automatisierung, Komponenten und Anlagen für die Halbleiterfertigung sowie Industrie 4.0 und 5.0.

Neues Verfahren für hochabsorbierende oxidkeramische Beschichtungen

Forscherinnen und Forscher des Innovent e. V. in Jena haben ein neues Beschichtungsverfahren entwickelt, das Metall- oder Metalllegierungsschichten durch plasmachemische Oxidation in optisch hochabsorbierende oxidkeramische Schichten überführt. Die Technologie, für die kürzlich die Patenterteilung erfolgte, kann die Oberflächenfunktion von Materia­lien in Optik, Energiegewinnung und Sensorik grundlegend verbessern, berichtet Innovent.

Das neue Verfahren kombiniert thermische oder Kalt-Spritztechniken (wie Kaltplasmaspritzen, Flammspritzen, Vakuumplasmaspritzen oder Kaltgasspritzen) mit dem Prozess der plasmachemischen Oxidation PCO®. Diese Kombination ermöglicht die Umwandlung von Metallschichten beziehungsweise deren Oberflächen in oxidkeramische Schichten mit außergewöhnlich hoher optischer Absorption über einen weiten Wellenlängenbereich von mindestens 200 bis 2200 Nanometern.

Herstellung hochabsorbierende oxidkeramische Beschichtungen (Bild: Innovent)

 

Die Vorteile der Innovation sind vielfältig: Die oxidkeramischen Schichten ­absorbieren Licht effizient über ein weites Spektrum, was ideal ist für Anwendungen in ­Photovoltaik, thermischen Solarkollektoren oder optischen Sensoren. Zudem ist das Verfahren der Plasmachemischen Oxidation PCO® bei verschiedenen Substratmaterialien einsetzbar. Es ist nicht nur auf die bisher eingesetzten Leichtmetalle (insbesondere Aluminium, Magnesium, Titan) begrenzt, sondern kann auch auf alternativen Substratmaterialien angewendet werden, von Metallen über Keramiken bis hin zu Kunststoffen. Und durch den Einsatz von etablierten Spritztechniken, zum Beispiel Kaltgasspritzen, ist eine industrielle Umsetzung mit hoher Präzision und Wirtschaftlichkeit möglich. Darüber hinaus reduziert der Einsatz von wässrigen Elektrolyten den Bedarf an schädlichen Chemikalien im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren.

Das neue Verfahren ist in verschiedenen Feldern anwendbar; sie reichen von der Energiegewinnung bis zur Raumfahrt (EP0004446477B1: Verfahren zum Beschichten eines Substrats, Bauteil und dessen Verwendung). Die Technologie eignet sich besonders für effizientere Absorberschichten für Solarthermie-Anlagen oder Photovoltaikmodule sowie für hochabsorbierende Beschichtungen für Linsensysteme, Detektoren oder Laseranwendungen. Das Einsatzspektrum in der Luft- und Raumfahrt umfasst thermische ­Schutzschichten mit verbesserter Strahlungsabsorption für Satelliten oder Triebwerkskomponenten. Und in der Sensorik ist die neue Technologie für Oberflächen für Infrarot- oder UV-Sensoren mit erhöhter Empfindlichkeit geeignet.
Susanne Frank

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