Technischer Aufwand, der sich auszahlt

Werkstoffe 04. 09. 2026

Eine der wichtigen Aufgaben der technischen Entwicklung von Fertigungsprozessen besteht darin, die Anzahl der erforderlichen Prozessschritte so gering wie möglich zu halten und damit die Kosten zu minimieren. Im Falle von Beschichtungsprozessen kann dies zu kürzeren Prozesszeiten und häufig auch zu kleineren und einfacheren Anlagen führen. Wichtigste Bedingung ist jedoch immer ein einwandfreies Beschichtungsergebnis. In der Praxis ist dies immer wieder herausfordernd, da es insbesondere beim Auftragen von härteren Schichten auf einen Grundwerkstoff zum Abplatzen der Schichten aufgrund deutlich unterschiedlicher Ausdehnung im Falle von Temperatureinwirkungen oder Verformung kommt.

Eine überzeugende Lösung für besonders harte, physikalische Beschichtungen wird im Beitrag von Dr. Daniel Metzner und Kollegen von der Hochschule Mittweida vorgestellt (Beitrag Seite 19ff in dieser Ausgabe). Die hier betrachteten DLC-Schichten leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Bauteilen vor Schäden durch Reibung und Verschleiß. Die diamantähnlichen Schichten weisen eine hohe Steifigkeit und geringe plastische Verformung auf, in deren Folge in der Regel eine geringe Haftfestigkeit zum Substrat (meist harte Stähle) festzustellen ist. Mit der von den Autoren genutzten Laserpulsabscheidung gelingt es, superharte DLC-Schichten mit besser verformbaren Teilschichten aus amorph gebundenem Kohlenstoff zu kombinieren. Damit ergeben sich Schichten aus gleichem Material, aber unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften. Die mit etwas höherem Aufwand hergestellten Schichten verbessern das Gesamtverhalten des Schichtverbunds deutlich und erreichen bei sehr guter Haftung ein ausgezeichnetes Verschleißverhalten und damit eine deutliche Verbesserung der Schutzwirkung.

Auf einem anderen Gebiet, der Abscheidung von Hartchrom, weist der ZVO darauf hin, dass durch die Ablehnung der Verwendung von Chrom(VI)verfahren der klassischen Art ein immenser wirtschaftlichen Schaden entstehen kann (Beitrag Seite 37). Der Mehraufwand liegt hier vermutlich eher in der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben aus REACh in Form von bürokratischen Vorgaben oder zusätzlicher Sicherheitstechnik; er verhilft aber allen Beteiligten der Wertschöpfungskette, ein gutes wirtschaftliches und technisches Ergebnis zu erreichen.

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